Die wunderbaren Geschäfte des Herrn Moses

Teil 3

Textmarken: Mit dem Todschläger gegen Seuchen,    Menschenopfer,    Moses der goldgierige Massenmörder,    Das Buch der Kriege Gottes,    Gold für Gott,    Feuer vor dem Altar,    "Gottes" Gesetze


Mit dem Totschläger gegen Seuchen

Schwierigkeiten hatte man damals vor allem bei der Seuchenbekämpfung. Die Seuchenbekämpfung versuchte man zuerst auf traditionelle Art - mit Räucherwerk (4. Mose 16:46-48). Nach Tobias 6, 1- 9 sollte man das Herz und die Leber eines Fisches verbrennen. Die Galle eines Fisches wendete man bei Augenleiden an (Tobias 6, 1-9). Auch der Speichel galt als Heilmittel bei Augenleiden (Markus 8,23).

Wenn das nichts half, wendete man brutalere Methoden an.

4. Mose 25:6-9

Doch siehe! ein Mann von den Söhnen Israels kam, und er brachte eine Midianiterin in die Nähe seiner Brüder vor den Augen Moses und vor den Augen der ganzen Gemeinde der Söhne Israels, während sie am Eingang des Zeltes der Zusammenkunft weinten (wegen der Seuchentoten). Als Pinechas, der Sohn Eleasars, des Sohnes Aarons, des Priesters, es erblickte, stand er sogleich aus der Mitte der Gemeinde auf und nahm eine Lanze in seine Hand. Dann ging er dem Mann aus Israel in das gewölbte Zelt nach und durchstach sie beide, den Mann aus Israel und die Frau durch ihre Zeugungsorgane. Darauf wurde die schlagartige Plage von den Söhnen Israels abgewehrt. Und die Zahl derer, die an der schlagartigen Plage starben, belief sich auf vierundzwanzigtausend.

Man erinnere sich: Moses hatte ebenfalls eine Midianiterin geheiratet (2. Mose 2:15-21).

Von christlichen Fundamentalisten wird hier gelegentlich behauptet, Jephtas Tochter sei Priesterin geworden. Dies widerspricht jedoch Richter 11:39 wonach Jephta sein Gelübde erfüllt und gelobt hatte er, was in Vers 31 steht, ein menschliches oder tierisches Brandopfer, je nachdem wer ihn zuerst bei seiner Heimkehr begrüßen würde. Das war damals nicht ungewöhnlich, siehe die Beinahe-Opferung von Abrahams Sohn Isaak (1. Mose22:1-18), siehe auch die Opferung des Propheten Jona in Jona 1:14-16. In 2. Könige 3,26-27 wird berichtet, dass der König der Moabiter eine Schlacht gegen die Israeliten gewann, nachdem er seinen Sohn als Brandopfer auf der Stadtmauer geopfert hatte.

Wozu doch Menschen fähig sind, wenn sie glauben das "Richtige" tun zu müssen. Aber das war wohl schon immer so. In Richter 11:30-40 wird z. B. berichtet, daß der Richter Jephta wegen eines Gelübdes seine eigene Tochter opfert. Die Tochter stirbt freiwillig.

Das Gesetz in 5. Mose 12:31, wonach es als Götzendienst angesehen wird die eigenen Söhne und Töchter zu opfern, bezog sich offenbar nur rituelle Opferung im normalen Gottesdienst. Die Opferung von Feinden oder das Menschenopfer, um Gott zu besänftigen war damit nicht ausgeschlossen. Siehe weiter unten den Absatz "Todsünden".

Moses nützt diese Situation für seine eigenen Pläne. Lange genug hatte er schon zusehen müssen, wie neben seinem eigenen Gott ein Gott Midians, der Baal von Peor, verehrt wurde (4. Mose 25 :16-18). Um von den inneren Schwierigkeiten abzulenken, befiehlt Moses einen Krieg gegen die Midianiter.

4. Mose 31:3

Da redete Moses zum Volke, indem er sprach: Rüstet aus eueren Reihen Männer für das Heer aus, damit sie gegen Midian Dienst tun, um Jehovas Rache an Midian zu vollstrecken."

 

Moses der goldgierige Massenmörder

Vielleicht hatte er auch keine andere Wahl. Ein aussichtsreicher Feldzug war damals für die Obrigkeit ein glänzendes Geschäft. Zudem war das leidige Nahrungsmittelproblem so mit einem Schlag gelöst. Und was für ein Risiko ging man schon ein, bei der riesigen Menschenmenge, die man befehligte.

Moses zeigte sich nun als skrupelloser Geschäftsmann. Schon am ersten Tag des zweiten Monats im zweiten Jahr nach ihrem Auszug aus dem Land Ägypten befahl er eine Volkszählung (4. Mose 1:1-19). Jeder Kämpfer, vom zwanzigjährigen aufwärts, konnte sich einschreiben lassen, gegen eine entsprechende Gebühr, versteht sich (3. Mose 27:1-9). Für arme Schlucker gab es eine Sonderregelung.

3. Mose 27:8

Wenn er aber für den Schätzwert zu arm geworden ist, dann soll er den Betreffenden vor den Priester stellen, und der Priester soll ihn bewerten. Entsprechend dem, was der Gelobende aufbringen kann, wird der Priester ihn bewerten.

Moses eigener Stamm, der Stamm Levi, war von der Einschreibung befreit (4. Mose 2:33). Von den Familienoberhäuptern (Erstgeborenen) bekam Moses jeweils 5 Schekel in seine Kasse für die 273 Erstgeborenen, die die Zahl der Leviten (22000 4. Mose 3:43) überstiegen, insgesamt also 1365 Schekel Silber (4. Mose 3:50).

Vorerst noch ein mageres Geschäft. Aber das änderte sich nach einem der Feldzüge (4. Mose 31). Das Haus Jehovas war hier zwar nur mit einem Tausendstel am Beutegut beteiligt. Aber Moses konnte verkünden, daß kein Einziger der Eingeschriebenen gefallen war und so veranstaltete er ein Opfer "zum Gedächtnis für die Söhne Israels" (4. Mose 31:54). Die Heerführer waren nun zu Dank verpflichtet und so bekam Moses das gesamte Gold, das bei diesem Feldzug erbeutet wurde (4. Mose 31:50). Insgesamt bekam Moses nun 16750 Scheckel Gold. Aus dem übrigen Beutegut bekam er 675 Stück Kleinvieh, 72 Stück Großvieh, 61 Esel und 32 Jungfrauen (4. Mose 31:31-40).

Die Zahl 40 bezeichnet, astronomisch gesehen, die Anzahl der Tage während der die Plejaden hinter der Sonne verschwinden. Es ist also die Zahl ihrer Fluchtzeit. Diese astronomische Beobachtung prägt den Bedeutungsgehalt der Zahl 40. Sie wird fortan zur Zahl der Flucht, aber dann auch zur Zahl der Erwartung und der Vorbereitung. Hier sind als Beispiel etwa die 40 Jahre in der Wüste oder die 40 Tage des Wüstenaufenthalts Jesu anzuführen. Siehe das Kapitel "Hebräische Zahlensymbolik in der Bibel"

Das hatte sich rentiert! Zudem war nun die Einschreibung zu einer Lebensversicherung geworden. Und was einmal geklappt hat, geht auch noch ein zweites Mal. Moses und Aaron führten das Volk Gottes nun insgesamt 40 Jahre von einem Krieg zum anderen. Der Weg zum gelobten Land war nicht wie verheißen ein harmloser Spaziergang (2. Mose 23:27-30). Raubend und mordend zog das Volk Gottes (2. Mose 19:5-6, 5. Mose 4:20) durch die Lande.

5. Mose 2:34-35

Und wir nahmen zu jener besonderen Zeit alle seine Städte (die Städte von Sichon, des Königs von Hebschon) ein und weihten jede Stadt der Vernichtung, Männer, Frauen und Kleinkinder. Wir ließen niemand überleben. Nur die Haustiere nahmen wir als Plündergut für uns samt der Beute aus den Städten, die wir eingenommen hatten.

Ähnlich erging es auch dem Land Baschan. Og, der König von Baschan, ein Hüne von Gestalt (5. Mose 3:11), blieb als Einziger seines Volkes am Leben.

Ein Chronist scheint über diese "heiligen" Kriege Buch geführt zu haben, jedenfalls gab es ein Buch der Kriege Jehovas (4. Mose 21:14). Ein echter Verbrecher rühmt sich seiner Schandtaten.

Allerdings war man nicht immer so erfolgreich. Das Volk der Edomiter weigerte sich mit Erfolg Israel durch sein Gebiet ziehen zu lassen. (4. Mose 20:14-21). Der König von Arad gewann sogar eine Schlacht wird allerdings später besiegt und seine Städte werden vernichtet (4. Mose 21:3).

 

Gold für Gott

Mit den Gewinnen stiegen auch die Ansprüche jenes Gottes Jehova. Wie schlicht war doch der Altar, den er anfangs gefordert hatte.

2. Mose 20:24-26

Einen Altar von Erde sollst du mir machen, und du sollst darauf deine Brandopfer und deine Gemeinschaftsschlachtopfer, dein Kleinvieh und dein Großvieh opfern. An jedem Ort, wo ich meines Namens gedenken lasse, werde ich zu dir kommen und werde dich gewißlich segnen. Und solltest du mir einen Altar aus Steinen machen, darfst du sie nicht als behauene Steine aufbauen. In dem Fall, da du deinen Meißel darüber schwingst, wirst du ihn entweihen. Und du sollst nicht auf Stufen zu meinem Altar hinaufgehen, damit nicht deine Schamteile über ihm aufgedeckt werden.

Nun fordert der Gott der Israeliten seitenlang den Bau eines prachtvoll ausgestatteten Zeltes (2. Mose 25-27). Der Altar in diesem Zelt war natürlich aus purem Gold.

2. Mose 40:26

Als nächstes stellte er den goldenen Altar in das Zelt der Zusammenkunft vor den Vorhang.

Auf diesen Altar konnte dann nicht nur Fleisch geopfert werden. Willkommen war alles, was brauchbar war. Das Beste war gerade gut genug.

2. Mose 23:19

Das Beste von den ersten reifen Früchten deines Bodens sollst du zum Hause Jehovas, deines Gottes, bringen.

5. Mose 18:4

Das erste von deinem Korn, deinem neuen Wein und deinem Öl und die erste von der geschorenen Wolle deines Kleinviehs solltest zu ihm geben.

 

Feuer vor dem Altar

Zwei der Söhne Aarons, Nadab und Abihu, sterben durch ein Feuer vor dem Altar, angeblich unerlaubtes Feuer. Der Unfall wird in 3. Mose 10:1-2 geschildert.

3. Mose 10:1-2

Später nahmen Aarons Söhne Nadab und Abihu ein jeder sein Feuerbecken und brachten sie und taten Feuer hinein und legten Räucherwerk darauf, und sie begannen vor Jahwe unerlaubtes Feuer darzubieten, was er ihnen nicht vorgeschrieben hatte. Darauf ging von Jehova ein Feuer aus und verzehrte sie, so dass sie vor Jehova starben.

In 3. Mose 16:1-2 nennt Moses eine der möglichen Ursachen für den Unfall. Er warnt davor, dem Deckel der Bundeslade zu nahe zu kommen. Die Bundeslade bestand aus Holz ummantelt mit Gold. Aus technischer Sicht ein Kondensator! Das Gold konnte sich in dem trockenen Wüstenklima statisch aufladen. Ein elektrischer Schlag hat vielleicht dazu geführt, dass Nadab und Abihu die Pfannen mit dem erhitzten Brandopfer entglitten sind. Geopfert wurde das Fett und das Blut der Tiere (3. Mose 4:25-26). Jede Hausfrau weiß, was passieren kann, wenn sie stark erhitztes Fett mit Wasser (Blut besteht zu einem hohen Prozentsatz aus Wasser) ablöscht. Es kann dabei zu einer explosionsartigen Verbrennung kommen.

 

"Gottes" Gesetze

Mit dem "neuen Wein" in 5. Mose 18,4 sind vielleicht nur die Weintrauben gemeint; denn Moses war offensichtlich Antialkoholiker. Wenn die Eltern eines Trunkenbolds es wünschten, konnte ihr Kind zum Tod verurteilt werden (5. Mose 21:20-21). Für Aaron und seine Priester war es eine Todsünde Wein zu trinken und anschließend in das Zelt der Versammlung zu gehen (3. Mose 10:8-11). Aber auch allen anderen Gläubigen wurde empfohlen, keinen Wein zu trinken.

5. Mose 29:6

Brot habt ihr gegessen, und Wein und berauschendes Getränk habt ihr nicht getrunken, damit ihr zu der Erkenntnis kämet, daß ich Jehova, euer Gott, bin.

Vor Gott konnte man sich besondere Verdienste erwerben, wenn man ein Nasiräatsgelübte ablegte. Neben anderen Vorschriften, die man bei diesem Gelübte zu beachten hatte, durfte man dann keinen Wein trinken (4. Mose 6).

Neben solchen sinnvollen Gesetzen, zu denen man auch die Reinigungsvorschriften, Gesetze gegen die Inzucht, Gesetze, die festlegten, was gegessen werden durfte, und Gesetze, die das Zusammenleben der Menschen regelten, zählen kann, gab es eine ganze Reihe von Gesetzen, wo man heute ernste Zweifel an der göttlichen Inspiration Moses bekommt.

Z. B. 5. Mose 23:1 (3. Mose 21:18)

Kein Mann, der entmannt ist, indem ihm die Hoden zerquetscht sind, oder dem sein männliches Glied abgeschnitten ist, darf in die Versammlung Jehovas kommen.

3. Mose 19:19

Ihr solltet meine Satzungen beachten: Du sollst deine Haustiere nicht durch Kreuzung zweier Arten begatten lassen. Du sollst dein Feld nicht mit zweierlei Samen besäen, und du sollst dir nicht ein Kleid aus zweierlei, miteinander vermischten Fäden anlegen.

Auch die Sklaverei war, wie bereits erwähnt, fest in die Gesetzgebung "Gottes" einbezogen (2. Mose 21). Eine Gesetzgebung für Untermenschen, in der die Unmenschlichkeit zum Gesetz wird. (2. Mose 21:20-21, 2. Mose 21:8-11, 3. Mose 21:16-20)

Moses hat nur wenige seiner Gesetze begründet.

Z. B. 2. Mose 23:8-9

Du sollst keine Bestechung annehmen, denn die Bestechung blendet Klarsehende und kann die Worte Gerechter verdrehen. Und du sollst einen als Fremdling Ansässigen nicht bedrücken, da ihr selbst die Seele des als Fremdling Ansässigen gekannt habt, denn als Fremdlinge wurdet ihr im Land Ägypten ansässig.

Er konnte wohl auch nicht alle Gesetze begründen. Die Naturwissenschaft war damals noch nicht so weit entwickelt und die Priester haben selbst keine naturwissenschaftliche Forschung betrieben. Zu ihren Erkenntnissen (z. B. Hygienevorschriften bei Moses) sind sie vermutlich durch Auswertungen von statistischen Erhebungen gekommen. Durch ähnliche Überlegungen kam jedenfalls Max von Pettenkofer im 19. Jahrhundert zu seiner Lehre der Hygiene.

Es ist wohl der Autorität Moses zuzuschreiben, daß man ihm vieles auch ohne Begründung geglaubt hat. Autoritätsgläubigkeit ist ja auch heute noch weit verbreitet.


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