Das zusammengeschusterte "heilige Buch"

Die wichtigsten Kodices der Bibel


Es würde den Rahmen sprengen, wollten wir auf die vielen tausend Handschriften, die uns erhalten sind, eingehen. Viele dieser Texte liegen uns nur in Bruchstücken, sogenannten Fragmenten, vor. Erwähnung sollen jedoch die wichtigsten Handschriften finden, auf die der Text er Bibel zum größten Teil zurückgeht.

a) hebräische Kodizes  

Wie schon erwähnt, wurden die hebräischen Texte sehr sorgfältig behandelt, ja, nach Gebrauch sogar beerdigt. Dies führte leider dazu, daß wir nur sehr wenige und nicht sehr alte Handschriften haben.

(1) Kodex von Aleppo  

Dieser Kodex war als Musterkodex gedacht, besonders sorgfältig gearbeitet, diente er nicht dem Gebrauch in der Synagoge, sondern nur der Entscheidung in Streitfällen. Nur am Passa, Pfingsten und Laubhüttenfest durfte er öffentlich gelesen werden, sonst war er sogar dem Studium der Gelehrten nicht zugänglich. Er stammt aus der hochangesehenen Masoretenfamilie Ben Ascher. Geschrieben wurde dieser Kodex wohl im frühen 10. Jahrhundert n.Chr., und er war bis ins Jahr 1947 vollständig, d.h.: alle Bücher des hebräischen AT waren enthalten. 1947 konnte er bei antijüdischen Ausschreitungen nur knapp gerettet werden, verlor hierbei aber ca. 1/4 seines Textes!

(2) Codex Leningradensis

1008 n.Chr. geschrieben. Er ist der beste Zeuge eines Ben Ascher Textes. Zugleich bildet er die Grundlage der heute in Wissenschaft und Übersetzung gängigen hebräischen Bibelausgabe.

b) griechische Kodizes  

Bei den folgenden Kodizes handelt es sich um Handschriften, die ursprünglich den ganzen Text des AT und NT enthielten. Das bedeutet, daß das AT hier in einer griechischen Übersetzung dargeboten wird.

(1) Codex Alexandrinus  

Aus dem 5. Jahrhundert stammt der Codex Alexandrinus. Hier fehlt allerdings fast das ganze Mt-Evangelium, Teile von Joh und 2. Kor. Dieser Kodex befindet sich im Britischen Museum in London.

(2) Codex Sinaiticus

Dieser Kodex stammt aus dem 4. Jahrhundert. Auf den uns erhaltenen 148 Blättern, die ein Format von 43 x 38 cm aufweisen, finden wir die einzige vierspaltige Handschrift der Bibel. Leider sind Teile des AT verloren. Er befindet sich heute im Britischen Museum in London. Gefunden wurde der Codex Sinaiticus unter spektakulären Umständen im Katharinenkloster auf dem Sinai. Sein Entdecker war der Gelehrte Constantin von Tischendorf (1815-1874).

(3) Codex Vaticanus

Obwohl dieser Handschrift aus dem 4.Jahrhundert einige Stellen des NT fehlen, ist es die bedeutsamste Majuskel, die wir haben. Sie befindet sich heute in der Bibliothek des Vatikans in Rom.

Quelle: www.theo-notizen.de


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