Die Sintflut in der Diskussion

Jesus und die Sintflut


Christliche Fundamentalisten betrachten die Sintflut-Sage und Noahs Geschichte auch heute noch als ein historisches Ereignis. Christliche Kirchen tun sich heute schwer mit dieser Geschichte, auf die sich Jesus in den Evangelien bezieht. In diesem und den folgenden Kapiteln, wird das für und wider jener Argumentation behandelt, zum Teil in Form einer Diskussion.


"Indessen wäre es dumm, die Geschichte von der Sintflut zu erklären, zumal dies die wunderbarste Sache ist, wovon man jemals gehört hat. Sie zählt zu jenen Rätseln, die man kraft des Glaubens nicht bezweifelt; denn der Glaube macht uns glauben, was die Vernunft nicht glauben kann - welches ein weiteres Wunder ist..." (Voltaire)

Dieter:

Jesus war ein Kind seiner Zeit. Wie alle gläubigen Israeliten glaubte er an die Sintflut (Matthäus 24:38) und er glaubte auch dem Propheten Jona seine Geschichte (Matthäus 12:39-41).

Bert:

Er hat diese Geschichte GEDEUTET! Das heißt noch lange nicht, dass er auf dem verblödeten Niveau gedacht hat, das du dem Weisesten dieser Erde unterstellst.

Dieter:

Aus dem Jesus-Zitat geht einwandfrei hervor, dass er die Sintflut als Tatsache betrachtet hat.

Matthäus 24:37

Denn wie es in den Tagen Noahs war, so wird auch sein das Kommen des Menschensohns. Denn wie sie waren in den Tagen vor der Sintflut - sie aßen, sie tranken, sie heirateten und ließen sich heiraten bis an den Tag, an dem Noah in die Arche hineinging; und sie beachteten es nicht, bis die Sintflut kam und raffte sie alle dahin -, so wird es auch sein beim Kommen des Menschensohns.

Jesus bezieht sich hier auf ein, so seine Meinung, historisches Ereignis und vergleicht dies mit seiner Wiederkunft.

Aber nehmen wir einmal an, er hat sich hier auf eine Geschichte bezogen, die er für ein Märchen gehalten hat, hat aber diese Worte an künftige Generationen gerichtet, die nicht an dieses Märchen glauben, dann wäre dies etwa so, wie wenn ich mich auf die Straße stelle und mich auf das Märchen von Aschenpudel beziehen würde und dann am Schluss sagen würde: "Genauso wie Aschenpudel von den sieben Zwergen gerettet worden ist, so werden auch in der Zeit des Endes die sieben Zwerge auftauchen und nun die ganze Menschheit retten."

Die Reaktion der Leute kann ich mir denken. Die höfliche Antwort wird sein: "Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute." Die meisten werden sich wohl da nur an den Kopf greifen, schon wieder ein Spinner, und werden weitergehen.

Wenn Jesus ehrlich die Leute warnen wollte, hätte er sich also nicht auf ein Märchen bezogen.

Bert:

Das ist schon deshalb UNSINN, weil Jeshua immer BETONT hat, in BILDERN zu sprechen, damit die WESENTLICHE AUSSAGE nur seiner unmittelbaren Gemeinschaft bekannt sein sollte. Wir haben also nur ein Evangelium einer Bilder-Sprache für "die draußen".

Du allerdings gleichst jenen Sektierern bis aufs I-Tüpfelchen, die wie du WÖRTLICH betrachten- was AUSDRÜCKLICH BILDHAFT gemeint ist.

Dieter:

Das ist richtig, solange man sich auf die Gleichnisse bezieht, die er erzählt hat. In den Gleichnissen werden aus diesem Grund auch nie Namen genannt. Hier bezieht sich Jesus aber auf einen Noah, der lt. Lukas 3:36 einer seiner Vorfahren war.

Im Übrigen kann man mit der Ausrede

>das ist ja alles nur symbolisch gemeint, das sind Bilder!<

jeden Unsinn rechtfertigen. Auf den Trichter, dass alles nur symbolisch gemeint ist, sind auch andere Buchreligionen gekommen. Es ist die einfachste Methode Widersprüche zur Realität zu verschleiern. Entweder man erklärt es als Wunder oder man gibt der Geschichte einen anderen Sinn und rechtfertigt dies damit, dass die Geschichte nur symbolisch gemeint war.

Derjenige, der Jesus ernst nimmt, muss also auch die Sintflut als historische Tatsache akzeptieren, so wie dies Evangelikalen lehren.


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