Die Sintflut in der Diskussion

Die Katastrophe


Dieter

Deiner Meinung nach gab es ja nur eine Naturkatastrophe, die Sintflut. Aber es muss einige Naturkatastrophen gegeben haben. Das Nördlinger Ries (Durchmesser ca 10km) ist z. B. durch einen Meteroriten-Einschlag gewaltigen Ausmaßes entstanden. In Sibirien und in Arizona kennt man Meteoritenkrater von ähnlichem Ausmaß. Wie viele Meteoriten in etwa auf der Erde eingeschlagen sind, kann man erahnen, wenn man den Mond betrachtet.

Jeder dieser Meteoriteneinschläge hat mit Sicherheit zu Klimaveränderungen geführt. Was ist mit der Eiszeit, die in der Bibel gar nicht erwähnt wird? Wieso findet man auf Spitzbergen Kohle? Der gewaltige Wassergürtel, der Deiner Meinung nach um die Erde gekreist ist, hätte ja auch viel Sonnenlicht weggenommen. Von einer Klimaveränderung nach der Sintflut ist aber nicht die Rede. Ganz abgesehen davon, dass sich derartige Wassermengen in der Atmosphäre nur gehalten hätten, wenn die Erde extrem heiß gewesen wäre oder durch die Sonne wesentlich stärker erwärmt worden wäre. (Siehe Venus).

Klaus-Dieter:

Ob der Gasdruck, Molekülzahldichte etc. sich auf anderen Planeten genauso verhalten [oder zu Zeiten anderer physikalischer Verhältnisse auf der Erde] wie jetzt hier, halte ich für fragwürdig.

Dieter:

Wenn es damals andere physikalische Verhältnisse gab, dann könnten wir dies heute noch an der Bewegung / Strahlung anderer Sterne sehen, denn der Blick in den Weltraum ist ein Blick in die Vergangenheit.

Man kann natürlich behaupten, dass Gott genauso wie bei der Schöpfung jeden Lichtstrahl krumm in den Weltraum gelegt hat, um eine Bewegung vorzutäuschen und dies noch so exakt, dass die Physik stimmt. Einschließlich einiger Supernova-Explosionen, die tatsächlich nie stattgefunden haben. Nur um eine Milliarden Jahre lange Vergangenheit vorzutäuschen. Ging natürlich Deiner Meinung nach alles per Superprogramm objektorientiert. Was sind schon 10 hoch 100 Photonen oder vielleicht sogar noch mehr. Was sind schon ein paar Millionen Lichtjahre. Gott wäre dann nicht nur der große Alleskönner, sondern auch der größte Betrüger. Hauptsache die Bibel stimmt.

Klaus-Dieter:

Ich habe das Molliere-Diagramm gerade nicht im Kopf, aber jeder m³ Luft kann bei 25 C etwa 30 g Wasser in Form von Dampf aufnehmen, bei höheren Temperaturen extrem mehr und durch die Luft kann man easy durchgucken, wir erleben es ja tagtäglich.

Dieter:

Nur - in höheren Luftschichten und an den Polen der Erde kondensiert das Wasser. Du vergisst hier die Temperaturschichtung der Luft. Und von einer Durchschnittstemperatur von 25 Grad Celsius weltweit sind wir momentan weit entfernt. Wenn ich mich recht entsinne liegt die derzeitige Durchschnittstemperatur bei 4 Grad Celsius. Auf der Venus ist es etwas heißer und da gibt es trotzdem oder gerade deshalb jede Menge Wolken. Und von einem Treibhauseffekt kannst Du hier nicht ausgehen, denn der entsteht erst seitdem wir die vielen Bäume der Urzeit (die Kohle) und das Erdöl verbrennen. Die Urzeitbäume sind aber erst nach der Sintflut in Kohleflöze umgewandelt worden. Du musst hier also schon eine andere Naturkatastrophe bemühen (eine plötzlich Abkühlung der Sonne? Unwahrscheinlich! Eine kosmische Gaswolke zwischen Erde und Sonne - die wäre dann jetzt noch da, ein Meteoriteneinschlag - das gab es lt. Bibel nicht.

Keller nennt in seinem Buch "Und die Bibel hat doch recht" auch die Ausmaße der größten Flutkatastrophe im Land des Euphrat und Tigris. Er schreibt dazu auf Seite 34: 

Mit Hilfe von Stichproben lässt sich der Bereich der gewaltigen Flut abstecken. Nach Wooleys Ansicht hat die Katastrophe nordwestlich vom persischen Golf ein Gebiet in einer Ausdehnung von 630 Kilometer Länge und 160 Kilometer Breite verschluckt. Wenn man die Landkarte betrachtet,  war es nur, wie wir heute sagen würden ein „lokales Ereignis“ – für die Bewohner dieser Flussniederung war das einst ihre ganze Welt. (Quelle: Keller "Und die Bibel hat doch recht")

Mit Ararat muss auch nicht jener Berg in Armenien gemeint sein, sondern es kann sich dabei auch um ein Stammesgebiet gehandelt haben, in das es das Hausboot jenes Noah verschlagen hat. Dafür spricht:

2. Könige 19:36-37

So brach Sanherib, der König von Assyrien, auf und zog ab, kehrte um und blieb zu Ninive. Und als er anbetete im Haus seines Gottes Nisroch, erschlugen ihn mit dem Schwert seine Söhne Adrammelech und Sarezer, und sie entkamen ins Land Ararat. Und sein Sohn Asarhaddon wurde König an seiner Statt.

Michael

Ich hab' mal in etwa ausgerechnet, welche Wassermassen da heruntergekommen sein müssen um auch die höchsten Berge mit Wasser zu bedecken.

Erdradius ca. 6370 km
Erdradius während der Sintflut, angenommene Wasserhöhe 8 km. Damit auch alles schön incl. Mount Everest (8,8 km) mit Wasser bedeckt ist: Erdradius 6378 km.

Das ergibt:
Normaler Erdradius = 1.082.696.932.430 Km³
um 8 km erhöhter Erdradius = 1.0866.781.292.548 Km³
ergibt: 4.084.360.112 Km³  Differenz.
Angeblich war es ja nicht nur der Regen, sondern lt. Bibel auch Quellen, die nun alles unter Wasser gesetzt haben.

Die Wasservorkommen der Erde belaufen sich auf circa 1,386 Milliarden Kubikkilometer

Selbst bei einer Flut von nur 2 km Höhe wären es noch 10.201.289.522 Km³, also gut das 7,35 fache des heutigen Wasservorkommens!

Dieter

Die Quellen der großen Wassertiefe sind eine Anspielung auf das antike Weltbild, wonach die Erde auf dem Wasser schwimmt. Das wollen die christlichen Fundis natürlich nicht wahrhaben. Und die Höhe des Mount Everest wird natürlich auch heruntergerechnet, so dass es passt. Und die Kntinentalverschiebungen gab es natürlich auch erst nach der Sintflut, dazu hat man auch eine Bibelstelle. Man bedenke die gigantischen Wassermassen, die dazu vor ca 4000 Jahren bewegt werden mussten und die Erdbeben, die bei diesem Tempo aufgetreten sein müssen. Wenn das stimmen würde könnten wir heute keine antiken Tempel und Bauwerke bewundernt wäre Heute beträgt die Kontinentaldrift zwischen Europa und den USA wenn ich mich recht entsinne ca 2 cm pro Jahr.


 

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