Die Sintflut in der Diskussion

Die Zeitrechnung


Dieter:

Nach Zeitrechnung der Bibel war die Sintflut ca 2369 v. Chr. (siehe 1. Mose 5:1 ff., lt Zeugen Jehovas waren im Jahr 1975 n. Chr. 6000 Jahre Menschheitsgeschichte vergangen,

Rückrechnung ergibt, wenn ich mich nicht verrechnet habe 2369 v.Chr (6000 - 1975 = 4045 - 1656 = 2369) ). Es gibt jedoch sowohl bei den Sumerern als auch bei den Ägytern geschichtliche Zeugnisse, aus dieser Zeit und davor (nicht mit C14 Methode bestimmt).

Klaus-Dieter:

Die Sumerer gelten ja als Erfinder der Keilschrift. Ihre Kultur ist in die babylonische eingeflossen. In der Tat, geht man heute davon aus, einmal abgesehen von der Bibel, dass die Geschichtsschreibung ungefähr gleichzeitig in Ägypten und Sumer entstanden ist, ein geringfügiger zeitlicher Vorsprung wird den Sumerern eingeräumt. Ägypten (Mizraim) wird aber erstmals in 1. Mose 10,6 erwähnt, als Name eines der Söhne Hams, der ja bekanntlich ein Sohn Noahs war.

Dieter:

Ich frage mich, wie ihre Kultur in die babylonische einfließen konnte, wo doch der Träger der Kultur, das sumerische Volk lt. Sintflutsage gar nicht mehr da war.

Klaus-Dieter:

Nun, es ist für eine Kultur nicht unbedingt entscheidend ob sie noch da ist oder nicht, sondern vielmehr deren Hinterlassenschaft. Sie hinterließen ja bestimmte Dinge, wie z.B., ihr Wissen in Form der Keilschrift.

Dieter:

Da müssen aber Noah und seine Söhne bzw. deren Frauen Multitalente gewesen sein. Davon ist aber in der Bibel nirgends die Rede. Findest Du es nicht seltsam, dass sich die Geschichte über die Sintflut angeblich erhalten hat, aber der Glaube an den "einzig wahren Gott", den Gott Israels, durch Tiergottheiten, durch den Sonnengott u.s.w. ersetzt wurde. Mit der Sintflut muß doch auch die Geschichte der wunderbaren Errettung durch den so rührend besorgten Gott Israels überliefert worden sein.

Die Israeliten waren doch stets stolz auf ihre eigene Kultur und halten auch heute noch ihre Kultur für weit überlegen. Warum sollten sie also andere Kulturen weiter pflegen, noch dazu wenn diese Kulturen andere Götter verehrten?

Auch in der ägyptischen Kultur gab es keinen Bruch in den kulturellen Traditionen nicht einmal einen Dynastiewechsel in der Zeit, wo angeblich die Sintflut stattfand (2369 v. Chr).

In Ägypten herrschte lt Brockhaus die

4. Dynastie von 2470-2320 v. Chr.

5. Dynastie von 2320-2160 v. Chr.

Und die Cheopspyramide, die vor der Sintflut erbaut wurde, wurde durch die Flut nicht beschädigt.

Klaus-Dieter:

In Chronik der Menschheit, wird die Cheopspyramide auf etwa 2.540-2.450 datiert, aber auch da ist man sich nicht sicher. Die Höhe ist von ursprünglich 146,6 m auf derzeit 137 m zurückgegangen.

Vielleicht hat die Flut 10m geschafft, wer weiß, vielleicht ist die Pyramide auch erst kurz nach der Flut entstanden, keine Ahnung.

Dieter:

Wenn es angeblich nach der Sintflut kein Volk mehr gab, wieso gab es dann einen Pharao.

Klaus:

Typisch Bürokratie ! Kein Volk mehr da, aber die Verwaltung steht.

Klaus-Dieter:

Nun, ich hatte ja meine Info auch aus dem Brockhaus, (2.850 - 2.660 v. Chr 1.-2. Dynastie) habe jetzt aber noch einmal in anderen Werken nachgesehen und folgendes festgestellt:

Es ist schwierig, diese Zeiten genau einzuordnen, wir reden ja nach der Flut über einen

*_Neubeginn der Kulturen_*.

Und oftmals lese ich, dass man auch bei den Begründern der Dynastien starke Zweifel hat, diese zeitlich richtig einzuordnen. Unzweifelhaft gelingt das nie, sagt Prof. Georg F. Brandon im

Werk: Abenteuer Weltgeschichte. Er bringt hierfür folgendes Beispiel (sinngemäß, verkürzt):

"Die Stufenpyramide für den Pharao Djoser, zählt man zu den ältesten Steinmonumenten der Welt. Man weiß nicht genau, kommt es aus 2800, 3000, oder 3200 v. Chr. Es scheint jedoch gewiß, daß Hor Aha der erste König der ersten Dynastie war und daß er irgendwann zwischen 3.200 und 3.000 v. Chr. gelebt hat."

Edith:

Es gibt noch ein ganz anderes Problem beim Lesen: Die Torah kennt kein Vorher und Nachher. Das heißt: Was in zeitlicher Abfolge gelesen wird, kann auch einen logischen Zusammenhang darstellen. Was ohne Angabe eines zeitliches Bezuges nebeneinander steht, braucht deshalb noch lange nicht gleichzeitig geschehen zu sein.

Unsere Zeitrechnerei (die übrigens erst im 6. Jh. n Chr. entwickelt wurde und erst seit dem 11. Jh. allgemein anerkannt ist) ist vielleicht sogar ein illegitimer Versuch, Dinge "in den Griff" zu bekommen, die eigentlich unserer machtlüsternen Verfügungsgewalt entzogen sind.

Dieter:

Vor einiger Zeit habe ich einem bibelgläubigen Geschichtslehrer ebenfalls vorgehalten, daß die Geschichtsdaten nicht auf das Jahr genau stimmen, sondern daß es hier gewisse Toleranzen gibt, je weiter man in der Geschichte zurückgeht. Darauf bekam ich sinngemäß die Antwort, daß es mehrere geschichtliche Quellen und zahlreiche Links gibt, die eine genaue Datierung erlauben. Damals ging es allerdings um die Richtigkeit der biblischen Prophezeiungen.

Klaus-Dieter:

Jedenfalls in dieser Zeit, (um ca. 2000 ? v. Chr.) werden über 250 weltweit [erhaltene] Berichte über die Sintflut registriert. Die bekannteste Fassung entstammt dem alten Testament, andere Berichte sind in der Griechischen Mythologie genauso zu finden, wie im "Popul Vuh" der Maya. [Quelle: Chronik der Menschheit]

Edith:

Bloß die Datierung der Maya kommt auf einen Zeitpunkt von vor 12xxx Jahren (ich bin jetzt zu faul, aufzustehen und nachzusehen) mit einer Unsicherheit von weniger als 20 Jahren (Die Forscher bezeichnen diese Genauigkeit nachgerade als Folge einer Manie, die durch die Katastrophe ausgelöst wurde).

Klaus-Dieter:

Bitte tu mir den Gefallen, und steh ´mal auf und sieh ´mal nach. Das mit 12xxx Jahren kann nicht stimmen.

Edith:

Ein Griff und die Sucherei geht los... das kommt davon, wenn der Bücherschrank drei Reihen tief gestapelt ist. Die Zyklen des Mayakalenders führen auf das Jahr 9753 plusminus ein bischen v. Chr. als Beginn der Sintflut zurück.

Dieter:

Es ist doch recht seltsam, dass bei den Evangelikalen die Geschichtsdaten plötzlich ungenau werden, wenn sie im Widerspruch zu biblischen Legenden stehen. Andererseits aber Legenden der Mayas plötzlich aufgewertet werden, wenn sie mit der Sintflut oder anderen Ereignissen in Zusammenhang gebracht werden können.

Klaus-Dieter:

Die Beweise, daß die Bibel wahr ist, kann man 'sehen' oder auch nicht 'sehen'. Der Mensch ist da frei. Das Ganze ist eine Frage der Ehrlichkeit.

Dieter:

Die Diskussion um die Arche hat doch bisher gezeigt, dass dies nicht eine Frage der Ehrlichkeit ist, sondern ob man an Wunder glaubt oder nicht. Ob man an Gott glaubt oder sich die Frage stellt wie dieser unsichtbare Alleskönner in die Welt gelangt ist oder zumindest in die Köpfe der Gläubigen. Ob man an die Bibel glaubt oder nicht. Ich betrachte die Bibel als ein Buch wie jedes andere auch. Kein Wunderding, sondern die misslungene Propagandaschrift einer religiösen Gruppe, denn kein Buch wurde so verdreht (ausgelegt) wie die Bibel.

Du setzt für alles einen Schöpfer voraus, nur nicht für deine wunderbarste Schöpfung, für Gott.


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