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Wie man reich wird


Textmarken: Der Fall Grundmann


Sie haben vielleicht "Dein Wille geschehe" gelernt. Aber wir, die wir den rechten Glauben haben, fungieren natürlich als Werkzeuge Gottes, wie dies schon in der Apostelgeschichte berichtet wird.

Apostelgeschichte 9,15
Der Herr aber sprach zu ihm: Geh nur! Denn dieser Mann ist mein auserwähltes Werkzeug: Er soll meinen Namen vor Völker und Könige und die Söhne Israels tragen.

Auf einer Anhöhe (Pflugensberg) in der Nähe des Bahnhofs von Eisenach (Thüringen) befindet sich die Residenz des evangelischen Landesbischofs von Thüringen. An diesem Anschauungsbeispiel kann man lernen, wie man reich wird. Ganz einfach! Man predigt den Leuten Demut und Bescheidenheit und, dass sie dafür im Jenseits belohnt werden. Die Leute glauben das und dann bekommt man so eine Millionärsvilla geschenkt. In Eisenach erfüllte sich das Wort aus dem "Vater unser", wo es heißt: Dein Reich komme, Dein Wille geschehe . . . Oder hieß es mein Wille? Früher hie0 es auch noch niedergefahren zur Hölle. Aber das Wort Hölle ist heute out.

 

 

Der Familie von Eichel-Streiber gehörte u.a. eine Kammgarnspinnerei in Eisenach. Eine andere Stiftung der Familie ist das Theater in Eisenach, sowie ein Gymnasium. Auch der Stadtpark gehörte ursprünglich zum Schloss.

Das Schloss auf dem Pflugensberg gehörte von 1892 bis 1923 Friedrich von Eichel-Streiber, der es der evangelischen Kirche vermacht hat. Das Haus ist allerdings kein Schnäppchen, was die Heizkosten anbetrifft. Man muss es sich schon leisten können. Und leisten kann es sich die evangelische Kirche offenbar.

Zum Mittagessen steht den Mitarbeiterngegenüber der Wartburg das Haus Hainstein zur Verfügung ein 3 Sterne Hotel mit Restaurant, Cafe und einer Terrasse mit Blick zur Wartburg (siehe http://www.hainstein.de/ ). Tagungsräume für Sitzungen, Meditationen sind auch vorhanden.

Zum Kaffeetrinken gibt es das Bibel-Cafe angrenzend an das Lutherhaus, dessen Betrieb man einer freikirchlichen evangelikalen Gruppe überlassen hat.

Da kann man an schönen Sonntagen allein im Innenhof einen Kaktusblütentee trinken (schon ausprobiert). Die Auswahl an Kuchen beschränkt sich allerdings auf 5 Stück Kuchen. Hier werden auch christliche Bücher, sowie Kerzen und andere Devotionalien verkauft. Als Begleitmusik gibt's christliche Lieder, die u. a. den Glauben an Engel wach halten sollen. Als ich der Dame am Verkaufsstand sagte, dass der Glaube an Engel ja eigentlich ein Widerspruch zum Monotheismus ist. Meinte sie nur, dass die Leute eben Engel lieben.

Noch mangelt es hier etwas an Gläubigern und Gläubiginnen. Aber da hat der Bischof schon eine Lösung gefunden. Man übernimmt Krankenhäuser ( http://www.stgeorgklinikum.de/ früher Wartburg-Klinikum) und Schulen (Ev. Fachschule für Diakonie und Sozialpädagogik / Ernst-Thälmann-Str. 90 / 99817 Eisenach). Da werden die Lohnkosten vom Staat oder anderen Institutionen bezahlt und das Ganze gilt doch als Tendenzbetrieb. Das heißt, wer hier nicht mit einem Halleluja auf den Lippen seine Kirchensteuer zahlt, der lernt wie ein Englein zu fliegen. Wie in einem Science-Fiktion-Film werden ungläubig dreinschauende Mitarbeiter so flüssig, dass sie überflüssig werden und von der Bildfäche verschwinden. Wer also dies nicht glaubt, der muss dran glauben. 

Zu Schulen noch eine kleine Anmerkung, die ich der  Webseite http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/97585/ entnommen habe. Da gab es in der Nazizeit einen Theologie-Professor Grundmann. Grundmann, der bereits 1930 in die NSDAP eingetreten war, nutzte seine wissenschaftlich fundierten Kenntnisse des antiken Judentums in antisemitischem Sinne, insbesondere seit 1939 als Leiter des "Institutes zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das kirchliche Leben" in Eisenach. Dort wurde er, nachdem er nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem Universitätsdienst entlassen worden war, 1954 Rektor des neu gegründeten Katechetischen Seminars, das er bis zu seiner Pensionierung 1975 leitete. Dieser Wiederaufstieg beruhte u. a. auf einigen Schriften, "die in der damaligen Zeit wissenschaftlich höchstes Niveau hatten", sagt der Jenaer Kirchenhistoriker Prof. Dr. Volker Leppin. Herr Grundmann hatte eben immer den rechten Glauben zur rechten Zeit. Ganz recht(s)!


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