Späßchen mit Bischof Mixa
oder
Till Eulenspiegel lässt grüßen


An das
Bistum Augsburg
Seine Eminenz Bischof Dr. W. Mixa
Peutingerstr. 5
86152 Augsburg

Eisenach, den 3. August 2007

 

Das Weltbild des Jesus von Nazareth

Sehr geehrte Eminenz,

in den vergangenen Jahren habe ich mich intensiv einem Thema gewidmet, das meines Wissens bisher noch nie Gegenstand theologischer Forschung war, dem Weltbild des Jesus von Nazareth. In akribischer Arbeit ist mir in den vergangenen Jahren gelungen aus verschiedenen Bibelstellen schlüssig das Weltbild jenes Mannes zu ergründen, der seit 2000 Jahren das Leitbild der gesamten Christenheit ist.

Ich habe zwar dieses Opus schon im Internet veröffentlicht, aber in kirchlichen Kreisen ist es immer noch weitgehend unbekannt, obwohl ich ein Flugblatt dazu gelegentlich an Gottesdienstbesucher nach dem Gottesdienst verteile, was bisher dankbar angenommen wurde. Helfen würde da ein kleines Vorwort von Ihnen. Noch besser das NIHIL OBSTAT für eine kirchliche Druckerlaubnis.

Ich bitte Sie daher um die Kenntnisnahme dieses Artikels (Siehe Anlage). Aus meiner Sicht wäre er geeignet etwa für die Zeitschrift „Christ in der Gegenwart“ (Herder-Verlag).

Ich wünsche Ihnen schon jetzt einen frohen Himmelfahrtstag.

Mit besten Grüßen aus der Wartburgstadt

Dietrich Spreter von Kreudenstein


Mehr als einen Monat später mit Datum vom 12. 9. 2007 erreichte mich ein Brief des Referenten von Bischof Mixa

Sehr geehrter Herr Spreter von Kreudenstein,

im Auftrag des Hochwürdigsten Herrn Bischofs danke ich Ihnen für Ihren Brief vom 3. August 2007 und die Zusendung Ihrer Schrift und bestätige hiermit den Eingang Ihrer Post.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Martin Tillmann
Theologischer Referent des Bischofs


Da eine E-Mail Adresse angegeben war, habe ich ihm gleich folgendes geantwortet:

 

Eisenach, den 18. 9. 2007

Ihr Schreiben vom 12. 9. 2007 NR. EXP. 1489/07

Sehr geehrter Herr Dr. Tillmann,

mit Freude habe ich Ihrer Antwort auf mein Schreiben vom 3. August 2007 entnommen, dass mein Brief bei Ihnen eingegangen ist und offenbar von seiner Exzellenz, Herrn Bischof Mixa, keine sachlichen Einwände gegen eine kirchliche Druckerlaubnis geäußert wurden. Somit gehe ich davon aus, dass auch Sie meiner Argumentation zum Weltbild des Jesus von Nazareth gefolgt sind.

Mit bestem Dank

Dietrich Spreter von Kreudenstein

Jedem, der sich als Werkzeug Gottes betrachtet, sollte man die Frage stellen,
warum ein allmächtiger Gott Menschen braucht um "sein Wort" zu verkünden.
Entstehen nicht die Konflikte um die richtige Religion genau dadurch?

 


Die Antwort kam prompt per E-Mail und per Post

Von: Tillmann Martin [mailto:martin.tillmann@bistum-augsburg.de]
Gesendet: Mittwoch, 19. September 2007 09:30
An: kreudenstein@kreudenstein-online.de
Betreff: E-Mail v. 18.09.07

Sehr geehrter Herr Spreter von Kreudenstein,

mit Bezug auf Ihre E-Mail, die mich am 19. September 2007 erreichte, ist folgendes zu bemerken:
Mit Befremden muss ich feststellen, dass Sie offensichtlich von einer Zustimmung zu den Inhalten Ihres Buches und von einer kirchlichen Druckerlaubnis ausgehen.

Dies ist keineswegs der Fall und ich bitte Sie eindringlich, dies zu beachten!
Wir haben mit unserem Antwortschreiben vom 12. August 2007 lediglich den Eingang Ihrer Post bestätigt.

Dr. Martin Tillmann
Theologischer Referent des Bischofs von Augsburg 


Eisenach, den 22.9.2007

Sehr geehrter Herr Dr. Tillmann,

keine Sorge ich habe ihre E-Mail vom 19. 9. 2007 und Ihr Schreiben vom 20. 9. 2007 zur Kenntnis genommen, in dem Sie mir mitteilten, dass Sie lediglich den Posteingang bestätigt haben und ich somit nicht von einer kirchlichen Druckerlaubnis ausgegehen kann, obwohl ja der Artikel fast ausschließlich auf Bibelzitaten basiert.

Ich werde daher die Internetseite

http://www.kreudenstein-online.de/Bibelkritik/Jesus_Teil8.htm#Weltbild_des_Jesus

zu dem Artikel "Das Weltbild des Jesus von Nazareth" wie bisher unter meinem eigenen Namen, versehen mit dem Logo des bfg, bewerben. Der bfg Bayern (Bund für Geistesfreiheit Bayern) sah nämlich in dem Inhalt seine Meinung bestätigt.

Übermitteln Sie also seiner Exzellenz Bischof Mixa meine besten Grüße. Er kann auf die göttliche Eingebung warten und mir diese Antwort dann mitteilen. Ich hoffe nur, er wartet da nicht auf einen göttlichen Boten wie den bayerischen Nationalhelden Alois Hingerl (die Geschichte von Ludwig Thoma "Ein Münchner im Himmel" siehe unten)

Mit freundlichen Grüßen

Dietrich Spreter von Kreudenstein

Willst Du Weisheit Dir erjagen,
musst Du Wahrheit erst ertragen.

 

Ein Münchner im Himmel"
von Ludwig Thoma

Alois Hingerl, Nr. 172, Dienstmann in München, besorgte einen Auftrag mit solcher Hast, daß er vom Schlage gerührt zu Boden fiel und starb.

Zwei Engel zogen ihn mit vieler Mühe in den Himmel, wo er von St. Petrus aufgenommen wurde. Der Apostel gab ihm eine Harfe und machte ihn mit der himmlischen Hausordnung bekannt. Von acht Uhr früh bis zwölf Uhr mittags "frohlocken", und von zwölf Uhr mittags bis acht Uhr abends "Hosianna singen". - "Ja, wann kriagt ma nacha was z'trink'n?" fragte Alois. - "Sie werden Ihr Manna schon bekommen", sagte Petrus.

"Auweh!" dachte der neue Engel Aloisius, "dös werd schö fad!" In diesem Momente sah er einen roten Radler, und der alte Zorn erwachte in ihm. "Du Lausbua, du mistiga!" schrie er, "kemmt's ös do rauf aa?" Und er versetzte ihm einige Hiebe mit dem ärarischen Himmelsinstrument.

Dann setzte er sich aber, wie es ihm befohlen war, auf eine Wolke und begann zu frohlocken:

"Ha-lä-lä-lä-lu-u-hu-hiah!"...

Ein ganz vergeistigter Heiliger schwebte an ihm vorüber. - "Sie! Herr Nachbar! Herr Nachbar!" schrie Aloisius, "hamm Sie vielleicht an Schmaizla bei Eahna?" Dieser lispelte nur "Hosianna!" und flog weiter.

"Ja, was is denn dös für a Hanswurscht?" rief Aloisius. "Nacha hamm S' halt koan Schmaizla, Sie Engel, Sie boaniga! Sie ausg'schamta!" Dann fing er wieder sehr zornig zu singen an: "Ha-ha-lä-lä-lu-u-uh - - Himmi Herrgott - Erdäpfi - Saggerament - - lu - uuu - iah!"

Er schrie so, daß der liebe Gott von seinem Mittagsschlafe erwachte und ganz erstaunt fragte: "Was ist denn da für ein Lümmel heroben?"

Sogleich ließ er Petrus kommen und stellte ihn zur Rede. "Horchen Sie doch!" sagte er. Sie hörten wieder den Aloisius singen: "Ha - aaaaah - läh - - Himml - Himml Herrgott - Saggerament - uuuuuh - iah!" ...

Petrus führte sogleich den Alois Hingerl vor den lieben Gott, und dieser sprach: "Aha! Ein Münchner! Nu natürlich! Ja, sagen Sie einmal, warum plärren denn Sie so unanständig?"

Alois war aber recht ungnädig, und er war einmal im Schimpfen drin. "Ja, was glaab'n denn Sie?" sagte er. "Weil Sie der liabe Good san, müaßt i singa, wia 'r a Zeiserl, an ganz'n Tag, und z'trinka kriagat ma gar nix! A Manna, hat der ander g'sagt, kriag i! A Manna! Da balst ma net gehst mit dein Manna! Überhaupts sing i nimma!"

"Petrus", sagte der liebe Gott, "mit dem können wir da heroben nichts anfangen, für den habe ich eine andere Aufgabe. Er muß meine göttlichen Ratschlüsse der bayrischen Regierung überbringen; da kommt er jede Woche ein paar mal nach München."

Des war Aloisius sehr froh. Und er bekam auch gleich einen Ratschluß für den Kultusminister Wehner zu besorgen und flog ab.

Allein, nach seiner alten Gewohnheit ging er mit dem Brief zuerst ins Hofbräuhaus, wo er noch sitzt. Herr von Wehner wartet heute noch vergeblich auf die göttliche Eingebung.


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