Offener Brief eines Christen an einen Atheisten und die Antwort darauf


Von evangelikalen Gruppen habe ich schon mehrfach ähnliche Briefe in Form einer Broschüre oder eines Comics erhalten. Die Internetvariante eines solchen Briefs (Quelle: http://www.evangelikal.de/fur_zweifler.html) macht die Übernahme einfacher. Im Grunde genommen sind alle diese Argumente von Atheisten längst widerlegt. Die Widerlegung ist auch an verschiedenen Stellen dieser Webseite zu finden. In der Antwort wird daher gelegentlich auf diese Webseiten verwiesen.


Textmarken: Meine Antwort  -  Das Anfangsproblem  -  Ist das Leben zufällig entstanden?    Verstand und Gefühle ein Ergebnis chemischer Prozesse?  -  Die Grundlagen atheistischer Ethik  -  Die Sinnfrage  -  Das Problem der Komplexität der Lebewesen  -  Die kleine Welt der Gläubigen


Du bist Atheist. Du glaubst, es gibt keinen Gott. Du glaubst daher, daß alles von selbst entstanden ist. Der Kosmos entstand Deiner Meinung nach aus einem Urknall, das Leben aus zufällig gemischten chemischen Substanzen auf einem zufällig entstandenen Planeten, der Mensch als Ergebnis einer zufälligen Evolution.

Daß Du existierst, ist daher ein bloßer Zufall. Dein Verstand und all Deine Emotionen sind Deiner Ansicht nach nur das Ergebnis chemischer Prozesse in Deinem Gehirn - ebenso wie Deine übrigen körperlichen Abläufe. Als Atheist meinst Du letztlich, eine zufällige Ansammlung chemischer Substanzen zu sein, die miteinander für einige Zeit reagieren, bis Dein Stoffwechsel endet....Dein ganzes Leben ist nur von zufälligen Ereignissen bestimmt.

Doch welche Bedeutung haben Begriffe wie “gut” und “böse”, wenn alles relativ und nur das Ergebnis zufälliger Entwicklungen ist? Eigentlich muß für Dich jede ethische, moralische oder philosophische Überlegung beliebig und subjektiv bleiben. Objektiv besteht eine gähnende Sinnleere.

Möglicherweise wirst Du widersprechen: Du hast vielleicht Moralvorstellungen, eine humanistische Lebenseinstellung, Werte und ethische Grundsätze.

Ich freue mich, daß Du Dein atheistisches Weltbild letzlich nicht konsequent lebst und Deine Mitmenschen nicht nur als beliebige Molekülansammlungen ansiehst. Das gibt uns zumindest eine gemeinsame Basis.

Hier ist jedoch genau der springende Punkt: Meines Erachtens denkt kaum ein Atheist sein Weltbild wirklich zuende. Auch viele Atheisten vertreten Weltanschauungen und ethische Maßstäbe, für die sie Allgemeingültigkeit beanspruchen - doch auf welcher Grundlage? Wenn nämlich das Leben, wenn Du und ich nur Zufall sind, dann sind auch Deine Wertvorstellungen nichts als das Produkt eines Zufalls. Und warum sollte das Ergebnis Deines zufälligen Denkprozesses für mich irgendeine Bedeutung haben? Eigentlich logisch, meinst Du nicht? Jede auf Atheismus gründende Philosophie kann daher nur auf freiwilliger Basis gültig sein. Entweder ich stimme ihr zu oder eben nicht - alles völlig wertfrei.

Ja, sogar noch mehr: Wenn wir nur ein Zufall sind und unser Leben irgendein chemischer Prozeß, ist es doch eigentlich sogar bedeutungslos, ob es uns gibt oder nicht. Welchen Wert hat der einzelne Mensch, wenn er das Produkt irgendeines Zufalls ist? Welche Bedeutung sollte für einen Atheisten, der sein Weltbild konsequent zuende denkt, also ein Menschenleben haben? Daß Auschwitz und der Archipel Gulag von atheistischen Ideologien ersonnen und durchgeführt wurden, kann eigentlich nicht überraschen: Dort haben Menschen nichts anderes getan, als die überkommene christliche Vorstellung vom Wert des einzelnen Menschen als Schöpfung Gottes abzulegen.

...und jetzt kommt das Unheimliche: Wie willst Du als Atheist diese Menschen verurteilen? Anhand welchen Maßstabes? Die Deinem Weltbild entgegenstehenden Handlungen sind im Weltbild anderer offensichtlich erlaubt, und eine wertmäßige Unterscheidung der konkurrierenden Weltbilder ist nicht möglich: es gibt ja keine allgemein gültigen Werte. Alles ist Zufall und relativ - und damit relativ bedeutungslos. Das gefällt Dir nicht? Du meinst, daß Menschenrechte und Gerechtigkeit, Liebe, Treue, menschliche Würde und Freiheit, Recht auf Selbstbestimmung etc. unveränderbare Größen seien?

Dann sind wir schon wieder einer Meinung. Für mich liegt der Allgemeingültigkeitsanspruch dieser und anderer Werte in Gott begründet. Er ist die höhere Instanz, an der sich jeder ausrichten muß, und die Gut und Böse für alle gleich definiert.

Worauf gründet sich Dein Anspruch?


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Von einem anderen Ansatzpunkt aus möchte ich Dir einige Gedanken als Denkanstöße an die Hand geben:


Wußtest Du, daß ein Grundsatz der Informatik ist, daß Information nicht von selbst - also zufällig - entsteht? Ohne Software (= Information) läuft kein Computer. Und Software entsteht bekanntlich nicht von selbst. Da könnte man ruhig eine Million Jahre warten, ob auf dem Computer Software entsteht - es wird nicht geschehen.

....aber man meint, daß die komplexeste und perfekteste Information überhaupt - die DNA - gegen die all unsere Software ein Fliegenschiß ist, von selbst entstanden ist.



Wußtest Du, daß es ein ehernes Gesetz der Physik gibt, nach welchem Energie niemals aus dem Nichts entsteht? Die Energie verändert nur ihren Zustand: Durch die Verbrennung wird chemisch gebundene Energie zu Kraft und Wärme. Umgekehrt wird aus dem Licht der Sonne durch die Photosynthese chemisch gebundene Energie in Form von Zucker. Jede noch so winzige Form von Energie auf unserem Planeten stammt letztlich von der Sonne. Und die Energie der Sonne stammt aus der im Wasserstoff gebundenen Energie, aus der sich die Kernfusion speist.

....aber man meint, daß das ganze Universum - die Summe aller Energie sozusagen - in einem “Urknall” aus dem Nichts entstanden sei.



Wußtest Du, daß die zentrale Behauptung der Evolutionstheorie lautet, daß sich in der natürlichen Auslese stets nur diejenigen Eigenschaften durchsetzen, die beim Überleben nützlich sind? Doch sind sämtliche Organe unseres Körpers nur dann nützlich, wenn sie funktionieren und vollständig sind. Wem nützt ein unvollständiges Auge? Welchem Tier nützt die Vorstufe eines Flügels, mit dem es weder fliegen noch gleiten kann? Welchem Tier nützt ein Herz, das nicht entwickelt genug ist, um Blut zu pumpen? Die Natur ist voll von Dingen, die nur im fertigen Zustand nützlich sind. Nach der Evolutionstheorie hätten aber alle Vorstufen davon aussterben müssen, weil nur das - zumindest einigermaßen - entwickelte Organ zu etwas nützlich ist.

....aber man meint, daß sich die Eigenschaften aller Lebewesen aufgrund von evolutionären Prozessen durch Auslese entwickelt haben.



Die Evolutionstheorie vermutet, daß Lebewesen umso enger verwandt sind, je mehr sich ihr Grundbauplan in DNA und äußerem Erscheinungsbild ähnelt. So wird z.B. gern darauf hingewiesen, daß die Gliedmaßen aller Wirbeltiere im Knochenbau demselben Grundbauplan folgen. Auch wenn die einzelnen Knochen der besonderen Anpassung gemäß abgewandelt wurden, sei der gemeinsame "Bauplan" (wer hat geplant?) zu erkennen. Dies wird als Argument dafür genommen, daß sich die Gliedmaßen im Laufe der Evolution von einem gemeinsamen Ursprung aus entwickelt haben.

.....was nicht bedacht wird: Auch der Grundbauplan von vorderen und hinteren Gliedmaßen gleicht sich. Haben sich also die Vorderbeine aus den Hinterbeinen entwickelt? Oder umgekehrt? Merkwürdig, daß dies von niemandem behauptet wird.



Ist Dir klar, daß Atheismus ein Glaube ist? Selbst wenn Du glaubst, es gäbe keinen Gott, glaubst Du. Ein Christ begründet seinen Glauben mit den Erfahrungen, die er mit Gott gemacht hat. Oder mit der Überzeugungskraft von Gottes Wort. Oder mit der Veränderung, die Gott geschenkt hat. Aber womit begründest Du Deinen atheistischen Glauben? Mit dem Verhalten irgendwelcher Menschen (“Religionskriege” etc.)? Spricht denn deren Verhalten objektiv gegen die Existenz Gottes? Dann spräche aber das Verhalten vieler Atheisten für die Existenz Gottes, nicht wahr?

Oder begründest Du Deinen atheistischen Glauben mit bestimmten Ereignissen, von denen Du meinst, daß sie nicht geschehen könnten, wenn Gott da ist? Könnten diese Ereignisse nicht ebenso gut bedeuten, daß Gott einfach nur anders ist, als Du meinst?

Ich denke, daß Du auch als Atheist nicht ernsthaft leugnen kannst, daß Gott möglich ist.



Falls Du Dir darüber im Klaren bist, daß Gott trotz Deines atheistischen Glaubens möglich ist - hast Du dann schon einmal darüber nachgedacht, daß Du als Atheist eigentlich immer nur verlieren kannst?
Wenn Du mit Deinem Atheismus Recht hättest, hättest Du keinen Vorteil. Denn für Dich wäre mit dem Tod ebenso “alles vorbei” wie für mich. Hinzu kommt, daß Atheisten schon in diesem Leben im Nachteil sind: Im statistischen Schnitt haben Atheisten gegenüber gläubigen Christen eine signifikant niedrigere Lebenserwartung, bezeichnen sich in Umfragen fast doppelt so häufig als “unzufrieden”, haben eine bedeutend höhere Scheidungs- und Selbstmordrate, sind öfter krank und haben erheblich häufiger mit Drogen- und Alkoholproblemen zu kämpfen. Dies mag man psychologisch erklären wollen - aber es sind Fakten.

Wenn ich aber als Christ Recht habe, dann sieht es für Dich noch viel schlechter aus. Dann erwartet Dich nach dem Tod die Hölle. In Ewigkeit.

Am Atheismus festhalten zu wollen, ist daher - rein äußerlich betrachtet - ein höchst unlogisches Vorhaben.
Ich meine jedenfalls, daß es nicht besonders vernünftig ist, an etwas festzuhalten, womit man in jeder denkbaren Alternative nur verlieren kann - und unbesehen das zu verwerfen, was die einzige Hoffnung sein könnte.

Ich kann es total verstehen, daß Du skeptisch bist. Ich kann es verstehen, daß Du nicht von heute auf morgen Deine Meinung änderst. Aber Du müßtest als Atheist eigentlich nichts Dringenderes zu tun haben, als zu prüfen, ob nicht doch etwas anderes, weniger aussichtsloses die Wahrheit sein könnte. Aber merkwürdigerweise waren die meisten Atheisten, mit denen ich zu tun hatte, in glaubensmäßiger Hinsicht lethargisch und desinteressiert. Sie folgten einfach nur ihrer vorgefaßten Meinung, ohne diese hinterfragen oder auch nur ernsthaft begründen zu wollen.

Es ist bequem, nicht nachzudenken.

Wenn Du Dich aber aufmachst, mit ganzem Herzen nach Gott zu suchen, so gilt Dir die Verheißung Gottes aus
Jeremia 29,13:
“Und sucht ihr mich, so werdet ihr mich finden, ja, fragt ihr mit eurem ganzen Herzen nach mir, so werde ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR.”


Gott ist wirklich da !
Ingmar

 


 

Lieber Ingmar,

ich bin Atheist und, wie Du bei der Lektüre meiner Webseite siehst, ein Atheist, der sich intensiv mit der christlichen Argumentation auseinander gesetzt hat. Daher möchte ich Dir auch auf Deine Überlegungen antworten, wobei ich jeweils Dein Argument gekürzt wiedergebe.

>>Du glaubst, dass alles von selbst entstanden ist?<<

Ich gehe davon aus, dass die Materie und der Weltraum schon immer vorhanden waren. Du gehst davon aus, dass ein intelligentes und äußerst mächtiges Wesen wie Gott schon immer vorhanden war. Es steht also Behauptung gegen Behauptung. Wobei Du behauptest, dass ein intelligentes Wesen, wie der Mensch, auf keinen Fall ohne die Mitwirkung eines höheren Wesens entstanden sein kann. Du glaubst aber, dass ein intelligentes und äußerst mächtiges Wesen, wie Gott, schon immer da war. Das Anfangsproblem (von nichts kommt nichts) ist damit nicht gelöst, dass man behauptet es gibt einen Gott. Denn auch hier kann man fragen: Woher kam dieses Wesen. Die hier angebotene Problem-Lösung ist, wie so viele andere Problem-Lösungen aus dem religiösen Bereich, eine Scheinlösung. Das eigentliche Problem wird nur verlagert. Zum Thema Gottesbeweise siehe Link Religionskritik und dort die weiteren Links zu dem Kapitel "Gottesbeweise - Wege oder Irrwege zu Gott".

>>Das Leben zufällig entstanden?<<

Dazu muss man erst mal definieren, was Leben ist. Ich definiere Leben als ein sich selbst reproduzierendes chemisches System, das einen Stoffwechsel hat. Ein Virus ist demnach kein Leben, obwohl es vom chemischen Aufbau her durchaus Gemeinsamkeiten gibt. Die Frage, ob solch ein System zufällig entstehen kann, hat man in Modellversuchen auf dem Computer versucht zu beantworten. Die Frage kann unter gewissen Rahmenbedingungen mit ja beantwortet werden. Siehe den Link Evolution und dort den weiteren Link Emergente Organisationen sowie den Link Mathematische Betrachtungen zu komplexen Netzwerken.

>>Der Mensch ein Produkt des Zufalls<<

Ich glaube, dass alle Lebewesen auf diesem Planeten ein Produkt der Evolution sind, nicht ein reines Zufallsprodukt. Ein chemischer Prozess folgt immer den Eigenschaften der Reaktionspartner. Die Anordnung der Moleküle mag dabei beliebig (zufällig) sein. Die Moleküle dürfen nur nicht zu weit von einander entfernt sein. Wenn sie um ein nach außen begrenztes Reaktionszentrum herum in Bewegung sind, wird es irgendwann zu einer Reaktion kommen. Und das ist genau die Art und Weise wie in der Zelle Reaktionen gesteuert werden. Die Evolution selbst folgt auch gewissen Regeln. Mehr dazu siehe Mechanismen der Evolution.

>>Dein Verstand und all Deine Emotionen sind Deiner Ansicht nach nur das Ergebnis chemischer Prozesse.<<

Dazu muss man erst mal zur Kenntnis nehmen, dass Materie nicht nur "tote" Substanz ist. Materie hat einen Energieinhalt und Materie hat Eigenschaften, chemische Eigenschaften und physikalische Eigenschaften (Gravitation, elektrische Leitfähigkeit, Lichtdurchlässigkeit, . . .) und wirkt zum Beispiel durch die Gravitationskraft über den rein materiellen Bereich hinaus. Dabei entstehen durch chemische Reaktionen und auch durch das Zusammenspiel eines Materiesystems neue Eigenschaften. Zu diesen Eigenschaften gehört auch die Eigenschaft Informationen speichern und verarbeiten zu können, sonst würde kein Computer funktionieren. Wie diese Eigenschaft aus kleinsten Anfängen heraus entstehen kann, siehe unter dem Link Religionskritik das Kapitel "Dimensionen des Geistes", speziell "Teil 1".

>>Begriffe wie “gut” und “böse”, für Atheisten alles relativ, subjektiv<<

Ist denn die Ethik, die die Bibel anbietet ein brauchbares Fundament? Im Alten Testament ist die Sklaverei erlaubt, auch die Polygamie ist zumindest für Männer erlaubt, polygam veranlagte Frauen bezeichnet man dagegen als Huren. Im Tierreich ist übrigens Monogamie bei sozial lebenden Tieren selten. Mehr zum Thema "gut" und "böse" unter dem Link Religionskritik in dem Kapitel "Der Sündenfall - ein morscher Eckpfeiler des christlichen Glaubens".

>>Allgemeingültigkeit ethischer Grundsätze - doch auf welcher Grundlage<<

Der Mensch ist aufgrund seiner Entwicklung, von Ausnahmen abgesehen, ein Herdentier. Das setzt voraus, dass er andere Menschen als seinesgleichen erkennt (keine Selbstverständlicheit!). Es setzt weiterhin voraus, dass er gelernt hat mit seinesgleichen nonverbal und verbal zu kommunizieren, sich zu einigen, Gewalt zu vermeiden. Erst wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, kann man aufbauend auf der gemeinsamen Gefühlswelt ein Rechtssystem aufbauen. Unser Rechtssystem beruht zum Teil auf gesellschaftlichem Konsens, zum Teil ist es aber auch das Werk herrschender Eliten (Römisches Recht, Code Napoleon). Mehr dazu siehe unter dem Link Religionskritik das Kapitel "Gottesbeweise - Wege oder Irrwege zu Gott Teil 4".

>>Auschwitz und der Archipel Gulag von atheistischen Ideologien ersonnen<<

Hitler glaubte bekanntlich von der göttlichen Vorsehung ausersehen zu sein. Siehe hierzu das sehr gut recherchierte Buch "Kruzifix und Holocaust" von Konrad Riggenmann. Dass die Verbrecher Hitler und Stalin an die Macht kommen konnten und auch heute noch Verbrecher in Staat, Wirtschaft und Kirchen (siehe jene Ideologen, die die Motivation für islamische Selbstmordattentate liefern) an die Macht gelangen können, liegt daran, dass es keine Auswahlkriterien gibt nach denen Eliten eingesetzt werden, sondern hier ist jeder qualifiziert, der sich durchsetzt.

>>gähnende Sinnleere<<

Ich gehe davon aus, dass wir die Freiheit haben unserem Leben einen Sinn zu geben. Mehr dazu unter dem Link Briefe und dem weiteren Link "Zum Sinn und Wert des Lebens", sowie dem Link "Zur Lebensplanung".

>>die komplexeste und perfekteste Information überhaupt - die DNA - gegen die all unsere Software ein Fliegenschiss ist, von selbst entstanden?<<

Dabei muss man berücksichtigen, dass die DNA nur zu einem kleinen Teil, nämlich nur zwischen zwei und acht Prozent genetisch aktives Material enthält. Das meiste ist Nonsenscode. Von christlichen Fundamentalisten wird hier immer behauptet, dass dieser Code vom Schöpfer beim Sündenfall möglicherweise gezielt deaktiviert wurde, um den Menschen sterblich zu machen. Von Perfektion kann hier jedenfalls keine Rede sein, denn dann würden wir nicht nach so kurzer Zeit sterben. Andererseits lässt sich zeigen, dass die Häufigkeit mit die Start und Stop-Sequenzen innerhalb einer zufälligen Folge von Nukleotiden auftauchen in etwa dem natürlichen Abstand zweier Gene und in etwa auch der natürlichen Länge der Gene entspricht. Siehe Link Evolution und dort den weiteren Link "Der genetische Code". Der Mensch lt. Bibel die Krone der Schöpfung ist in einzelnen Fähigkeiten Tieren unterlegen. Er hat sicht den guten Geruchssinn eines Hundes, er hat nicht das Sehvermögen eines Adlers, er verfügt nicht über die Schnelligkeit eines Geparden, er hat nicht die Kraft eines Elefanten, er kann nicht so lange unter Wasser tauchen wie ein Wal . . .

Von Christen hört man in diesem Zusammenhang auch häufig das Argument, dass es der Naturwissenschaft bisher nicht gelungen ist Leben zu erzeugen. Passend hierzu wird gelegentlich Thomas Alva Edison zitiert:

Until man duplicates a blade of grass, nature can laugh at his so called scientific knowledge. (So lange die Menschheit nicht einmal einen Grashalm nachmachen kann, kann die Natur nur über seine so genannte wissenschaftliche Kenntnis nur lachen.)
Thomas Alva Edison (1847-1931), US-amerikanischer Erfinder

Es ist richtig, dass man eine einzelne Zelle bis heute technisch nicht nachbilden kann. Aber man kann jede einzelne chemische Verbindung der Zelle analysieren und einzeln herstellen. Man kann auch das Erbgut der Zelle dauerhaft modifizieren. Der Grund dafür: Man kennnt nicht die Urform der Zelle, so wie sie aus der biochemischen Evolution entstand. Und man weiß auch nicht genau welche Komponenten und Randbedingungen zur Entstehung der ersten Zellen geführt haben. Wir wissen auch nicht wie lange dies gedauert hat. Wir sehen nur die heute existierenden Mikroorganismen, die sich immer noch in einem Evolutionsprozess weiterentwickeln, wenn sich die Randbedingungen ändern.

>>lt. Evolutionstheorie setzen sich in der natürlichen Auslese stets nur diejenigen Eigenschaften durch, die beim Überleben nützlich sind?<<

Da berufen sich die Evolutionsgegner meist auf Darwins These des "survival of the fittest". Selektiert ist nach der Evolutionstheorie jedes Lebewesen, das seine Gene an die nächste Generation weitergeben kann. Die Regel, dass es zu einer Optimierung von Eigenschaften kommt, die dem Überleben dienen, gilt nur in einer Konkurrenzsituation innerhalb eines Lebensraums, wobei diese Konkurrenzsituation durchaus unterschiedlich beantwortet werden kann. Dass Redundanzen im genetischen Material mitgeschleppt werden, ohne dass dies Folgen hat, zeigt ja schon die gewaltige Menge an Nonsenscode innerhalb des genetischen Materials. Zu den Evolutionsmechanismen siehe das bereits erwähnte Kapitel Mechanismen der Evolution.

>>Wem nützt ein unvollständiges Auge?<<

Zum Beispiel der Schnecke.

>>Hast Du dann schon einmal darüber nachgedacht, daß Du als Atheist eigentlich immer nur verlieren kannst?<<

Dieses Argument ist seit langem bekannt unter dem Titel Pascals Wette. Man stellt hier zwei Alternativen nämlich christlicher Glaube oder die Hölle zur Auswahl. Aber ist es der christliche Glaube oder der Islam, der ins Paradies führt oder ist es gar die Ehrlichkeit? Wenn ich behaupte, es gibt einen Gott, obwohl ich keinen Gott erkennen kann, dann habe ich doch anderen etwas vorgelogen nur um ins Paradies zu gelangen. Mehr dazu in dem angegebenen Kapitel unter dem Link Religionskritik.

>>die meisten Atheisten, mit denen ich zu tun hatte, in glaubensmäßiger Hinsicht lethargisch und desinteressiert<<

Das gilt auch für viele Christen. Die meisten haben noch nicht einmal die Bibel komplett gelesen, sonst wären ihnen die zahlreichen Widersprüche aufgefallen. Mehr dazu siehe die Kapitel unter dem Link Bibelkritik speziell "Jesus - Windmacher oder Windei Teil 8", sowie unter Religionskritik das Kapitel "Der Koran, die Bibel und die Naturwissenschaft".

>>Gott ist wirklich da!<<

Die Unendlichkeit eines Gottes wird behauptet und geglaubt, aber die Kirche akzeptiert nur einen endlichen Raum und eine endliche Zeit, eine geordnete Welt, eine kleine Welt, wobei vermieden wird diese Welt als ein Spielzeug Gottes darzustellen, denn Gott ist schließlich erwachsen, verantwortungsbewusst und gerecht. Nur eine solche Welt vermittelt die Geborgenheit und den Schutz, den der Gläubige sucht. Die christliche Religion bietet genau dies. Sie verspricht einen Gott, der sich Tag und Nacht um sein Gärtlein kümmert, in dem die Menschen,  seinen Naturgewalten ausgesetzt sind, natürlich nur die Bösen oder diejenigen, deren Glauben er gerade prüft. Ansonsten ist er bei jeder Panne sofort für den betenden Gläubigen im Einsatz.

Noch kleiner als die bekannte irdische Welt ist die heilige Stadt nach Hesekiel (Ezechiel), die einzige Stadt im Himmel, die in der Bibel erwähnt wird.

Hesekiel 48,30-35
Das sind die Ausgänge der Stadt. Die Stadttore sind nach den Stämmen Israels benannt: auf der Nordseite, die 4500 Ellen mißt, drei Tore: ein Tor ist nach Ruben benannt, ein Tor nach Juda und ein Tor nach Levi; auf der Ostseite, die 4500 Ellen mißt, drei Tore: ein Tor nach Josef, ein Tor nach Benjamin und ein Tor nach Dan; auf der Südseite, die 4500 Ellen mißt, drei Tore: ein Tor nach Simeon, ein Tor nach Issachar und ein Tor nach Sebulon; auf der Westseite, die 4500 Ellen mißt, drei Tore: ein Tor nach Gad, ein Tor nach Ascher und ein Tor nach Naftali. Der Umfang der Stadt beträgt 18000 Ellen. Und der Name der Stadt soll von heute an sein: Hier ist der Herr.

Eine Elle gemäß dem Maß des Herrn ist lt. Bibellexikon gleich 52,5 cm. 4500 x 52,5 = 236250 cm also ist die heilige Stadt ein Quadrat mit einer Kantenlänge von ca 2,36 km. Da wohnt Gott ganz in der Nähe der auserwählten Kinder des Volkes Israel. Er ist da der nette Nachbar, den man mal eben zum Kaffeekränzchen einladen kann.

Und es ist eine friedliche Welt in der Gerechtigkeit herrscht. Das weiß Jesaja

Jesaja 11,1-9

Doch aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht. Der Geist des Herrn läßt sich nieder auf ihm: der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Gottesfurcht. [Er erfüllt ihn mit dem Geist der Gottesfurcht.] Er richtet nicht nach dem Augenschein, und nicht nur nach dem Hörensagen entscheidet er, sondern er richtet die Hilflosen gerecht und entscheidet für die Armen des Landes, wie es recht ist. Er schlägt den Gewalttätigen mit dem Stock seines Wortes und tötet den Schuldigen mit dem Hauch seines Mundes. (Psalm 72,4; 2 Thessalonischer 2,8) Gerechtigkeit ist der Gürtel um seine Hüften, Treue der Gürtel um seinen Leib. Dann wohnt der Wolf beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Knabe kann sie hüten. Kuh und Bärin freunden sich an, ihre Jungen liegen beieinander. Der Löwe frißt Stroh wie das Rind. Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter, das Kind streckt seine Hand in die Höhle der Schlange. Man tut nichts Böses mehr und begeht kein Verbrechen auf meinem ganzen heiligen Berg; denn das Land ist erfüllt von der Erkenntnis des Herrn, so wie das Meer mit Wasser gefüllt ist.

Und wer es immer noch nicht gemerkt hat, dass dies eine Phantasiewelt ist, die den Wunschvorstellungen aber auch den Schreckensvisionen entspricht, der lese

Offenbarung 7,1

Danach sah ich: Vier Engel standen an den vier Ecken der Erde. Sie hielten die vier Winde der Erde (Winddämonen) fest, damit der Wind weder über das Land noch über das Meer wehte, noch gegen irgendeinen Baum.

Offenbarung 10,1-4

Und ich sah: Ein anderer gewaltiger Engel kam aus dem Himmel herab; er war von einer Wolke umhüllt, und der Regenbogen stand über seinem Haupt. Sein Gesicht war wie die Sonne, und seine Beine waren wie Feuersäulen. In der Hand hielt er ein kleines, aufgeschlagenes Buch (das Drehbuch Gottes?). Er setzte seinen rechten Fuß auf das Meer, den linken auf das Land und rief laut, so wie ein Löwe brüllt. Nachdem er gerufen hatte, erhoben die sieben Donner ihre Stimme. Als die sieben Donner gesprochen hatten, wollte ich es aufschreiben. Da hörte ich eine Stimme vom Himmel her rufen: Halte geheim, was die sieben Donner gesprochen haben; schreib es nicht auf!

Man fragt sich aus heutiger Sicht auch, warum die himmlische Stadt eine Stadtmauer hat, wo doch niemand da ist, der sie angreifen kann und gegen die heutigen Waffen sind Stadtmauern ohnehin wirkungslos.

Wer hier glaubt, dass diese Texte nur als verschlüsselte Botschaft zu verstehen sind, der möge bedenken, dass dieser Abschnitt der Bibel den Titel Offenbarung trägt.

Vergleiche das Kapitel "Aus der Trickkiste der Vertreter des Glaubens Teil 4" aus dem ich hier einen Ausschnitt zitiert habe.

>>Es ist bequem, nicht nachzudenken.<<

Richtig!!!

Dieter


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