Das Problem mit der Liebe oder das Schwiegermutterproblem

(Kommentar zu einem ZDF-Fernsehgottesdienst)


Sehr geehrte Pfarrerin Tschank, sehr geehrtes Team der Gemeinde Gols!

Mir ist es unbegreiflich, wie man angesichts der tödlichen Erkrankungen, die Menschen befallen können, behaupten kann: Gott ist die Liebe. Aus der Sicht einer antiken Weltanschauung, in der Krankheiten durch bösartige Dämonen verursacht werden, wie dies die Evangelisten und auch Jesus glaubten, kann man noch an die Liebe Gottes glauben. (Zur näheren Begründung siehe meine Homepage Link http://www.kreudenstein-online.de/Bibelkritik/Jesus_Teil3.htm#Epilepsie ) Aber doch nicht aus der Sicht eines naturwissenschaftlich gebildeten Menschen.

Zudem hat die Kirche ein moralisches Korsett aufgebaut, das vor allem der Liebe in Verbindung mit Sex enge Grenzen setzt. Aus meiner Sicht entstehen die meisten menschlichen Probleme dadurch, dass nicht offen mit Gefühlen umgegangen wird und Grenzen nicht von den Beteiligten ausgehandelt werden, sondern von moralischen Regeln bestimmt werden.

Ich habe in der letzten Zeit viel darüber nachgedacht, warum die Beziehung von Schwiegermüttern zu Schwiegersöhnen in vielen Fällen, auch in meinem Fall, zerrüttet ist. Meist ist da die Verbindung zwischen Tochter und Mutter sehr eng. Wenn dann zudem die Mutter in den Haushalt einzieht, fühlt sie sich zurückgesetzt und der Mann ist dann ein Fremdkörper in dieser Beziehung, der bekämpft wird. Der Mann würde die Schwiegermutter in gewissen Grenzen sogar als Sexualpartner akzeptieren. Er würde ihr die Liebe schenken, die sie braucht, sie einbeziehen, soweit sie dies möchte, aber dies verbietet die Moral.

Der Vorschlag Partnerprobleme mit sexuellen Beziehungen zu lösen mag Ihnen völlig abwegig erscheinen. Aber gehen Sie mal in der Geschichte etwas zurück. Im alten Israel gab es die Leviratsehe, nach der beim Tod des Ehemanns der Bruder für den sexuellen Ausgleich der Witwe sorgen musste. Und für polygam veranlagte Frauen gab es die Tempelprostitution.

Affen kennen keine festen Partnerbeziehungen. Speziell bei den Bonobos werden Probleme in der Gruppe über sexuelle Beziehungen gelöst.

Aus meiner Sicht dürfen wir die Freuden, die die Natur uns bietet, auch genießen, natürlich nur im gegenseitigen Einverständnis. Denken Sie auch an das Jesus-Zitat:

Matthäus 12:31 (Markus 3:28)

"Deswegen sage ich euch: Jede Art von Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden, aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben werden."

Handeln wir nicht gegen den Geist, wenn wir nicht unseren naturgegebenen Wünschen folgen?

Mit besten Grüßen

Dietrich Spreter von Kreudenstein


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