Der Sinn des Lebens


Textmarken: Vom Traum zur Wirklichkeit,    Welchen Sinn des Lebens vermittelt die Religion?,    Der natürliche Sinn des Lebens,    Der Sinn des Lebens behinderter Menschen,    Der introvertierte Sinn des Lebens,     Wie kommen wir zu sinnvollen Zielen?,    Die Rede von Steve Jobs,    Wege aus der Sinnlosigkeit / Ausweglosigkeit,   Literatur und Internet-Links


Vom Traum zur Wirklichkeit

Arm ist nicht der, dessen Träume nicht in Erfüllung gegangen sind. Arm ist der, der nie geträumt hat, sagte einmal der Architekt und Maler Friedensreich Hundertwasser. Dazu eine schöne Geschichte, die man in religiösen Kreisen in unterschiedlichen Varianten gelegentlich zu hören bekommt:

Ein junger Mann hatte einen Traum. Bei einem Bummel durch die Stadt entdeckte er einen Laden, auf dessen Schaufenster stand: "Wir verkaufen alles." Der Mann dachte an einen Totalausverkauf und witterte ein Schnäppchen. Neugierig betrat er den Laden. Aber außer der Ladentheke war nichts zu sehen, keine Waren. Etwas irritiert fragte er den freundlichen Herrn hinter der Theke: "Was verkaufen Sie denn?" Er ahnte noch nicht, dass er einem Engel gegenüber stand. "Alles was Sie wollen," sagte der Engel. - "Haben Sie auch Fotoapparate oder Waschmaschinen, bieten Sie vielleicht auch Reisen an . . ." - Da fiel ihm der Engel ins Wort: "Mein Herr, wir verkaufen hier keine Früchte. Wir verkaufen nur den Samen."

Die Wünsche sind der Samen, der in uns keimt. Unsere Wünsche sind das, was uns in Bewegung setzt. Unser Leben ist das, was unsere Gedanken daraus machen. (Marc Aurel, römischer Kaiser).

Jeder weiß das. Vor allem jene, die dieses Wissen für sich nutzbar machen, indem sie mit Werbung Wünsche wecken oder versuchen die Mitarbeiter zu Höchstleistungen zu motivieren. Das sind jene "Engel", die uns ihre Wünsche verkaufen und damit unser Leben in bestimmte Bahnen lenken, so unserem Leben einen Inhalt, einen Sinn geben. Unsere ganze Wirtschaft beruht darauf. Und so lange das Verhältnis zwischen Geben und Nehmen in einem leistungsgerechten Verhältnis steht, ist dies auch ethisch nicht verwerflich. Wir sind ein Teil dieser Gesellschaft, nutzen deren Leistungen und müssen daher auch unseren Beitrag leisten.

Ethisch bedenklich wird es dort, wo Leistungen versprochen werden, wie die Unsterblichkeit, die ewige Glückseligkeit, eine virtuelle Welt, unrealistische Zukunftsvisionen . . .  Diejenigen, die diese "Leistungen" anbieten, geben damit ein Versprechen, das sie selbst nicht einlösen können. Auf Nachfrage wird dies selbstverständlich auch bestätigt. Aber in ihrem Selbstverständnis betrachten sich religiöse Organisationen als Werkzeuge einer höheren Macht und dem gemäß vollziehen sie die angedrohten Strafen selbst, wenn sie die Möglichkeit dazu haben. Spätestens dann wird der Traum zum Alptraum und wir selbst werden zum Opfer der Wünsche.

Es sind unsere unerfüllten Wünsche, die diese Gruppen mächtig gemacht haben.

 

Welchen Sinn des Lebens vermittelt die Religion?

Wenn man in der Bibel nach dem Sinn des Lebens sucht, findet man diesen nur indirekt. Denn diese Frage hat damals niemand beschäftigt. Gott ist da eine Herrscherpersönlichkeit, der man demutsvoll entgegenzutreten hatte. Ein Abbild der damaligen sozialen Wirklichkeit. Aus meiner Sicht lassen sich da nur zwei Sinngebungen indirekt erschließen:

  1. Der Auftrag sich zu vermehren und über die Erde zu herrschen.

  2. Der Missionsauftrag. die Menschen zu lehren. (Die Einhaltung der Gebote / Gebete und Opfergaben, Verehrung Gottes in Gottesdiensten.

Der Punkt eins (Der Auftrag sich zu vermehren und über die Erde zu herrschen.)

Genesis (1. Mose) 1,26-29 Dann sprach Gott: Laßt uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich. Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über die ganze Erde und über alle Kriechtiere auf dem Land. Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie. Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar, und vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch, und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf dem Land regen. Dann sprach Gott: Hiermit übergebe ich euch alle Pflanzen auf der ganzen Erde, die Samen tragen, und alle Bäume mit samenhaltigen Früchten. Euch sollen sie zur Nahrung dienen.( Im Paradies der Bibel gibt es nur Vegetarier)

Der Punkt eins wird heute als Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung umgedeutet, denn der Raubbau an der Natur hat seine Spuren hinterlassen und bedroht unsere Lebensgrundlage. Wüsten breiten sich aus. Eine immer noch wachsende Bevölkerung zehrt die Ressourcen auf. Es droht eine Energiekrise.

Der Punkt zwei (Missionsauftrag) bezieht sich auf das Gesetzbuch einer Hirtenkultur. Ein Beispiel ist die Schwagerehe (Deuternomium (5. Mose)  25,5 - 10). Wenn ein Mann kinderlos starb, war der nächste Verwandte verpflichtet, die Witwe zu heiraten (Leviratsehe). Die Schwagerehe war üblich, doch konnte man sie verweigern. Das hatte jedoch Rechtsfolgen, die in den Symbolhandlungen von Deuteronomium 25, 9  deutlich werden. Beim Verkauf eines Grundstücks zog man den Schuh aus und gab ihn dem Käufer (vgl. Rut 4,7). Wenn die Frau ihrem Schwager den Schuh auszieht, entzieht sie ihm den Erbbesitz ihres verstorbenen Mannes, der sonst an ihn fiele. Als Frau, der die Schwagerehe verweigert wurde, ist sie öffentlich entehrt. Durch Anspeien gibt sie die Ehrlosigkeit an den Schuldigen weiter. (Quelle: Die Einheitsübersetzung)

Ein Mann konnte mehrere Frauen heiraten. Wenn es mit dem Nachwuchs bei der eigenen Frau nicht klappte, musste die Magd herhalten (Genesis (1. Mose) 16,1 - 16).

Die Regelungen aus diesem Kulturkreis waren nicht übertragbar. Bis auf wenige grundsätzliche Regelungen hat sich nichts erhalten.

Eine dieser Regeln ist das Gebet. Der Gläubige wird dazu angehalten einen intelligenten Gott anzubeten / zu verehren. Und so beten die einen zu Allah, die anderen stehen an der Klagemauer, wieder andere stehen in einer Kathedrale, andere vor einem Altar mit Kerzen. Sieht das nicht nach einem gewaltigen Dressurakt aus? Wenn es einen Gott gibt, wen wird er von den ca, 200000 Menschen, die täglich sterben, belohnen? Jene dressierten Menschen, jene, die den Dressurakt vollbracht haben oder jene, die ehrlich bekennen: "Mir ist der Herr nicht erschienen"!?

Die Gebete und Opfergaben, die in Gottesdiensten vollzogen werden, dienen in Wirklichkeit seit eh und je dem Unterhalt der Priesterschaft, die sich als Mittler und Stellvertreter jener höheren Macht präsentiert. Sie zelebriert die Geisterbeschwörung. Aber braucht Gott Menschen als Werkzeuge? Ist er hilfsbedürftig? Für die ganze Schöpfung brauchte er niemand und nun braucht er die Mikrobe Mensch auf dem Staubkorn Erde, als Mittler für ein Wesen, das er sich als Abbild von sich selbst geschaffen hat?  Da sollte doch die Kommunikation problemlos klappen?!

Der hier vorgegebene Sinn des Lebens ist auf das Überleben der Priesterschaft zugeschnitten.

Die katholische Kirche präsentiert ihren Gläubigen Heilige als Vorbilder. In der Regel Menschen, die ihr Leben dem Gebet und den frommen Werken gewidmet haben.

Der gläubige Christ wird in diesem Sinn zur Nachfolge Jesu aufgerufen und damit zur Hingabe seines irdischen Lebens an eine höhere Macht, um das ewige Leben zu erlangen.

Im Islam wird die Frage nach dem Sinn des Lebens ähnlich beantwortet. Die Theologin Hamideh Mohagheghi antwortete hierzu im ZDF-Freitagsforum (Juli 2007): "Der Sinn des Lebens besteht darin, dass der Mensch in der Zeit seines irdischen Lebens nach Ethik und Gebot Gottes lebt, seine Schöpfung bewahrt, den anderen achtet und sich für Gerechtigkeit und Frieden einsetzt."

Eine rein religiöse Zielvorgabe. Auf meinen Hinweis, dass nicht religiöse Berufe in der Zielvorgabe nicht enthalten sind, antwortete Frau Hamideh Mohagheghi: "Die Berufe müssen nicht alle religiös sein. Der Beruf ist auch für den Verdienst des Lebensunterhaltes. Und das ist auch ein Gebet."

Man könnte nun weitere Religionen untersuchen. Aber anhand dieser beiden Religionen kristallisiert sich schon ein Ergebnis heraus. Die Vorgabe der Religionen ist die Erfüllung religiöser Prinzipien. Der Lohn im Jenseits: Die ewige Glückseligkeit. Der Lohn hier und jetzt: Die Geborgenheit und das Gefühl zu jenen Auserwählten Gottes zu gehören. Im täglichen Leben ist Otto Normalverbraucher nur einer von Millionen, die Mikrobe Mensch auf dem Staubkorn Erde. Die Kirche vermittelt die Illusion einer kleinen überschaubaren Welt, einer Traumwelt, in der wir zu den Auserwählten Gottes gehören, die ständig mit dem Allerhöchsten in Kontakt stehen.

Den Sinn des Leidens setzt die Religion in Beziehung zu ihrer Weltsicht, die bestimmt wird durch die Einfluss höherer Mächte. Man versucht dabei dem Leid einen religiösen Sinn zu geben.

  1. Das Leid als Strafe Gottes für begangene Sünden.

  2. Das Leid als Glaubens-Prüfung Gottes.

  3. Das Leid als Aufruf Gottes sich zu besinnen und zu bekehren. Not lehrt bekanntlich beten.

  4. Das Leid als Folge des Sündenfalls.

Aus weltlichen Ursachen werden bei dieser Deutung geistige Ursachen. Diese Deutung verdeckt die eigentlichen Ursachen. Eine Krankheit, die durch eine Infektion verursacht ist, ist eben nicht die Folge einer sündigen Lebensweise. Eine Stoffwechselerkrankung, die genetisch bedingt ist und für die Betroffenen ein lebenslanges Handicap darstellt, kann man nicht als Aufruf Gottes verstehen sich zu besinnen oder als Prüfung des Glaubens. Da stellt sich sofort die Frage, warum Gott die Menschen so unterschiedlich behandelt. Es stellt sich die Frage nach Gottes Gerechtigkeit.

Das Übel in der Welt war schon zu Zeiten eines Augustinus und eines Thomas von Aquin ein Problem. Atheisten argumentierten damals: "Wenn von zwei geraden Gegensätzen der eine unendlich ist, wird der andere erdrückt." Thomas von Aquin antwortet darauf: " . . . Nun wird beim Worte "Gott" das verstanden, dass er ein gewisses unendliches Gut ist. Wenn es also Gott gäbe, so würde man kein Übel finden. Man begegnet aber Üblem in der Welt." (Thomas von Aquin in Summe der Theologie I Seite 22) In der weiteren Argumentation zitiert Thomas von Aquin dann Augustinus. Augustinus wehrt sich im Enchiridion gegen dieses Argument: "Da Gott höchst gut ist, so würde er keineswegs etwas Übles bei seinen Werken zulassen, wenn er nicht so sehr allmächtig und gut wäre, dass er auch mit dem Üblen gut täte." (Thomas von Aquin Summe der Theologie I Seite 25) Dagegen spricht: Wenn das Leben eines Mitmenschen durch eine Mord beendet wird, dann gibt es für diesen Menschen im Diesseits keine bessere Zukunft mehr und für seine Familie in den meisten Fällen wohl auch nicht.

Die Deutung des Leids als Folge des Sündenfalls macht die Handlungen zweier Menschen (Adam und Eva) zu einem nachhaltigen kosmischen Ereignis, das die ganze Schöpfung beeinflusst. Hier werden die Handlungen einzelner Menschen überbewertet.  Es wird eine Vererbung der Schuld angenommen, etwas, was heutigem Rechtsverständnis völlig widerspricht.

 

Der natürliche Sinn des Lebens

Wie wir oben gesehen haben, sind es unsere Wünsche, die uns leiten und unserem Leben damit einen Inhalt, einen Sinn geben. Aber es waren nicht immer unsere eigenen Wünsche. Der natürliche Sinn des Lebens erschließt sich aus meiner Natur, nämlich meinen Wünschen und Fähigkeiten. Da ist u. a. der Wunsch zu Überleben (Ausnahmen bestätigen die Regel), der Wunsch nach Nahrung, der Wunsch nach Zufriedenheit, der Wunsch nach Abenteuer, der Wunsch nach Liebe, nach Sex, der Wunsch die Natur zu erkunden, der Wunsch nach Macht, der Wunsch nach Anerkennung . . . Hier spiegelt sich die ganze soziale Wirklichkeit wider, jeder Beruf, der nicht nur dem Lebensunterhalt dient, sondern gleichzeitig jene Berufung ist, die wir in uns entdeckt haben.   

Der religiöse Bereich ist da nur ein Teilbereich, der entstanden ist aus der Naturerkundung. Man wollte eben wissen, woher der Wind seine Kraft nimmt. Da sich der Wind nicht berechnen ließ, hat man angenommen, dass es sich um ein unsichtbares Wesen handelt. So hat man Naturgottheiten erfunden. In der Bibel sind noch Reste dieses Animismus enthalten. Wer die Bibel / den Koran unter Zugrundelegung des antiken Weltbilds liest, wird die Reste des Animismus erkennen. Mehr dazu siehe Gottesbild und Weltbild im alten Israel, Das Weltbild des Jesus von Nazareth, Kritische Fragen zum Koran.

Der natürliche Sinn des Lebens enthält alle Bereiche unserer sozialen Wirklichkeit, auch die negativen Seiten.

Ein Sexualstraftäter folgt ebenfalls seiner Natur. Aber wollen wir unser Leben im Gefängnis verbringen?

Wer der Sucht verfällt folgt auch seiner Natur. Nach meiner Lebensauffassung ist das Leben zu kostbar, um es ausschließlich mit Vergnügungen zu vergeuden. Was bleibt denn von solch einem Leben über den Tod hinaus? Eine Geschichte, die im Mülleimer der Geschichte landet.

Wir sind alle eingebettet in jene größere Einheit, die uns in einem langen Evolutionsprozess hervorgebracht hat, die Natur. Und mit dem Tod werden wir wieder eins mit der Natur. Wie der Tropfen eines Wasserfalls erleben wir Höhen und Tiefen und verschwinden schließlich in jenem unendlichen Fluss. Was bleibt ist eine Geschichte, eine von vielen in jenem grenzenlosen Raum-Zeit-Kontinuum.

Die Realität ist leider kein Wunschkonzert.

 

Der Sinn des Lebens behinderter Menschen

Vieles ist heute heilbar, aber die Medizin hat auch ihre Grenzen. Manche müssen mit der Behinderung leben lernen. Auch ein solches Leben kann seinen Sinn haben.

Eine weitläufige Verwandte, eine intelligente Frau war in der Nazizeit wegen kritischer Äußerungen vergiftet worden. Sie überlebte den Anschlag nur knapp und war den Rest ihres Lebens stark gehbehindert. Ihre Ehe ging in die Brüche. Aber sie fand eine Partnerin, eine einfache ungebildete Frau. Mit dieser Frau begann sie auf einem Bauernhof eine Eselzucht. Sie sorgte für die Vermarktung, die Verhandlungen mit den Kunden, die Verträge . . . Die einfache Frau war froh jemanden gefunden zu haben. Sie bezeichnete sich selbst als die Faust und ihre Partnerin als den Kopf. Das Tandem profitierte von dieser Zusammenarbeit.

Aber was ist beispielsweise mit dem Menschen, der nicht die Möglichkeit hat, etwas für andere Menschen oder für die Nachwelt zu schaffen? Etwa ein geistig behinderter Mensch? Ist sein Leben sinnlos und trostlos, ein Leben, das nur aus dem Warten auf den Tod besteht.

Geistig Behinderte galten früher als von bösen Geistern besessen, die man einem Exorzisten anvertraute, der sie nicht selten zur rascheren Genesung in's Jenseits schickte, so die Urteilsbegründung mancher Inquisitionsprozesse im Mittelalter. Auch Jesus und seine Jünger haben sich als Dämonenaustreiber betätigt. (Lukas 11, 15 -20). Siehe auch "Die Wunder es Jesus von Nazareth".

Geistige Behinderungen als Krankheit, als möglicherweise heilbaren Defekt zu sehen, ist eine Erkenntnis, zu der die Hirnforschung und die Psychoanalyse beigetragen haben, u. a. Sigmund Freud.

Man kann den Wert eines Menschen nur in menschlichen Kategorien messen. Wer den Mitmenschen nur noch als Kostenfaktor wahrnimmt, muss sich nicht wundern, wenn man ihn selbst als Unmensch wahrnimmt.

Auch das Leben eines Behinderten kann für ihn selbst wertvoll sein.

Für Andere ist der geistig Behinderte eine Erfahrung und eine Aufgabe.

"Die Aufgabe der Umgebung ist nicht das Kind zu formen, sondern ihm zu erlauben sich zu offenbaren", sagt Maria Montessori (geboren bei Ancona in Italien, lebte von 1870 – 1952). Sie studierte in Rom und war 1896 die erste promovierte Medizinerin Italiens. Nachdem Sie bei ihren Forschungen mit geistig behinderten Kindern festgestellt hatte, dass sinnliche Erfahrungen das Lernen fördern, setzte sie sich für dieses ‚sinnliche Lernen’ als Alternative zum damals üblichen Einpauken auch bei gesunden Kindern ein.

Auch ein geistig Behinderter freut sich über sein Essen über die ihm entgegen gebrachte Zuwendung. Kein normaler Mensch würde ein Kind töten, nur weil es hilflos ist. Geistig Behinderte bleiben eben ihr ganzes Leben lang Kinder. Wir alle können nach einem Schlaganfall in diese Lage kommen.

Wie in einem Theaterstück gibt es auf dieser Welt nicht nur die Akteure. Es gibt auch jede Menge Statisten und auch sie tragen zum Gelingen des Theaterstücks bei.

 

Der introvertierte Sinn des Lebens

Das Leben ist unser einziger Besitz. Über alles andere verfügen wir nur mehr oder weniger. Wenn wir uns mit anderen vergleichen, dann werden wir immer Menschen sehen, die uns in gewissen Leistungen übertreffen. Aber wir werden auch immer Menschen finden, die weniger leisten können. Wir messen da einen relativen Wert. Aber ist nicht allein schon die Tatsache faszinierend, dass wir mit unserem Organismus über mehrere Billionen Zellen verfügen. Schätzungen gehen von etwa 25 Billionen Zellen aus. Genau gezählt hat dies wohl niemand. Ein gigantisches biochemisches System. Eine kleine Welt, die uns allein gehört.

Yogis, Artisten, Gedächtniskünstler beherrschen dieses System. Es ist eine Art der Selbstverwirklichung.


Wie kommen wir zu sinnvollen Zielen?

Wie kommen wir nun zu sinnvollen Zielen? Dazu wieder eine Geschichte, die ich per E- Mail zugesandt bekommen habe (sinngemäß erzählt nach einem Zitat von Heinrich Böll).

Ein Investmentbanker stand in einem kleinen mexikanischen Fischerdorf am Pier und beobachtete, wie ein kleines Fischerboot mit einem Fischer an Bord anlegte. Er hatte einige riesige Thunfische geladen. Der Banker gratulierte dem Mexikaner zu seinem prächtigen Fang und fragte, wie lange er dazu gebraucht hätte.

Der Mexikaner antwortete: "Ein paar Stunden nur. Nicht lange."

Daraufhin fragte der Banker, warum er denn nicht länger auf See geblieben sei, um noch mehr zu fangen.

Der Mexikaner sagte, die Fische, reichten ihm, um seine Familie die nächsten Tage zu versorgen.

Der Banker wiederum fragte: "Aber was tun Sie denn mit dem Rest des Tages?"

Der mexikanische Fischer erklärte: "Ich schlafe morgens aus, gehe ein bisschen fischen; spiele mit meinen Kindern, mache mit meiner Frau Maria nach dem Mittagessen eine Siesta, gehe ins Dorf spazieren, trinke dort ein Gläschen Wein und spiele Gitarre mit meinen Freunden. Sie sehen, ich habe ein ausgefülltes Leben."

Der Banker erklärte: "Ich bin ein Harvard-Absolvent und könnte ihnen ein bisschen helfen. Sie sollten mehr Zeit mit Fischen verbringen und von dem Erlös ein größeres Boot kaufen. Mit dem Erlös hiervon wiederum könnten sie mehrere Boote kaufen, bis Sie eine ganze Flotte haben. Statt den Fang an einen Händler zu verkaufen, könnten Sie direkt an eine Fischfabrik verkaufen und schließlich eine eigene Fischverarbeitungsfabrik eröffnen. Sie könnten Produktion, Verarbeitung und Vertrieb selbst kontrollieren. Sie könnten dann dieses kleine Fischerdorf verlassen und nach Mexiko City oder Los Angeles und vielleicht sogar New York City umziehen, von wo aus Sie dann ihr florierendes Unternehmen leiten."

Der Mexikaner fragte: "Und wie lange wird dies alles dauern?"

Der Banker antwortete: "So etwa 15 bis 20 Jahre."

Der Mexikaner fragte: "Und was dann?"

Der Banker lachte und sagte: "Dann kommt das Beste. Wenn die Zeit reif ist, könnten sie mit ihrem Unternehmen an die Börse gehen; ihre Unternehmensteile verkaufen und sehr reich werden. Sie könnten Millionen verdienen."

Der Mexikaner sagte: "Millionen. Und dann?"

Der Banker sagte: "Dann könnten Sie aufhören zu arbeiten. Sie könnten in ein kleines Fischerdorf an der Küste ziehen, morgens lange ausschlafen, ein bisschen fischen gehen, mit ihren Kindern spielen, eine Siesta mit ihrer Frau machen, in das Dorf spazieren, am Abend ein Gläschen Wein genießen und mit ihren Freunden Gitarre spielen."

Die Geschichte geht sicherlich etwas an der Realität der Fischer in Mexiko vorbei. Aber sie steht für zwei Lebensweisen. Entweder man lebt um zu arbeiten und dann später eventuell leben zu können oder man arbeitet , um zu leben.  Wer immer nur so viel arbeitet, um seinen eigenen Bedarf zu decken und zusätzlich Sozialleistungen und die staatliche Infrastruktur in Anspruch nimmt, muss sich auch den Vorwurf gefallen lassen, eine asoziale Einstellung zu haben.

Welche Ziele lohnt es sich überhaupt zu verfolgen? Unsere eigenen Spuren sind ja oft nach wenigen Generationen verwischt. Andererseits bauen wir alle auf den geistigen Fundamenten, die unsere Vorfahren errichtet haben. Folglich haben alle unsere Aktivitäten eine Wirkung, im positiven wie im negativen Sinne. Alles, was wir an Werten schaffen, trägt zum Erhalt der Gesellschaft bei. Jeder Schaden, den wir anrichten, hemmt das Wachstum einzelner Gruppen der Gesellschaft und stärkt dadurch das Wachstum anderer Gruppen der Gesellschaft. Aber Gewalt erzeugt auch Gegengewalt, die sich dann gegen uns selbst richtet. Wer meint, dass er die Welt mit einem Krieg verändern kann, der sollte bedenken, dass die Produkte, die heute aus den Büros, den Laboratorien und Fabriken kommen, die Welt mehr verändert haben als mancher Krieg.

Wer sich unter diesem Aspekt seine Lebensplanung überlegt, der erkennt, dass er durch einen angerichteten Schaden auf Dauer nichts gewinnen kann.

Wir können nur hoffen, dass unsere Nachwelt, unsere Kinder auf den Werken aufbauen, die wir hinterlassen. Wir werden nicht ewig leben. Nur ein Teil von uns wird weiterleben, nämlich die Werte und Werke, die wir geschaffen haben und die Kinder, die unsere Erfahrung weiter tragen und darauf aufbauen.

Die "Bäume", die wir gesetzt haben, die bleiben. 

Welche Welt möchte ich verändern? In welcher Welt möchte ich leben?

Das Universum werde ich mit Sicherheit nicht verändern. Da bin ich nur die Mikrobe auf einem Staubkorn innerhalb einer der vielen Galaxien. Diese Welt? Bleib auf dem Teppich! Selbst als Politiker oder Wirtschaftsboss ist man manchmal nur der Hampelmann der Anderen.

Ich erinnere mich noch gut an eine Fernsehsendung, wo ein Journalist den ehemaligen deutschen Medienmogul Axel Cäsar Springer einige Tage begleitet hat. Man sah ein Leben in Konferenzräumen, in denen der Medienmogul meist nur sein OK oder Njet zu Vorschlägen abgeben konnte, die andere ausgearbeitet haben. Ständig in Angst um riesige Summen betrogen zu werden oder sie durch Fehlinvestitionen / Missmanagement zu verlieren.

Ein Unternehmer bedient meist nur die Wünsche der Anderen. Auf dieser Welt muss sich jeder verkaufen, sagte mir einmal ein kleiner Bauunternehmer. Freilich hat der Unternehmer durch  Werbung die Möglichkeit Wünsche zu wecken. Und wenn „seine Produkte“ gekauft werden, hat er den finanziellen Spielraum sich auch seine private Welt zu gestalten. Eine verlockende Vorstellung. Aber bin ich der Typ des "natural leaders", um den sich die Menge schart? 

Es ist nicht unbedingt Macht und Reichtum, die uns glücklich machen. Es ist die Welt, die wir uns schaffen, die Familie, die Freunde, die Kinder, die Natur. Das ist die Welt, in der wir leben, die wir mitgestalten können.

Das Leben ist unser einziger Besitz, mit dem wir diese Welt in gewissen Grenzen nach unseren Wünschen gestalten können.

Um nicht zu scheitern, muss man seine eigenen Fähigkeiten, aber auch seine eigenen Grenzen erkennen. Man kann mit jedem Hobby sein Geld verdienen, aber man muss mit Begeisterung dabei sein.

In Österreich gab es den Musiker Georg Kreisler. Er produzierte sadistische Texte und die Musik dazu. Einer seiner Musiktitel lautete: "Geh ma Tauben vergiften im Park". Sinnvoll? Eher abstoßend! Es ist nicht verboten, solche Texte zu produzieren. Der Musiker konnte davon leben. Er wurde sogar berühmt. Sein Name steht in Wikipedia.

Wir sind uns alle ähnlich und doch auch verschieden und so ist es zu erklären, dass auch skurrile Interessengebiete ihre Liebhaber finden und sich vermarkten lassen.

Der Wert des Menschen ist unabhängig davon, was er ist, was er kann und was er tut. Für irgend jemand kann dieser Mensch trotzdem wertvoll sein.

Es gab den Fall des Kindermörders Jürgen Bartsch. Er hatte 5 Kindern heimtückisch ermordet. Er wurde als Psychopath eingestuft und zu lebenslanger Haft verurteilt. Eine OP-Schwester, deren Gesicht entstellt war, liebte diesen Mann und heiratete ihn im Gefängnis. Der Fall ging durch die Presse. Jürgen Bartsch ließ sich dazu überreden sich kastrieren zu lassen, um so seine Aggression zu verlieren. Er starb in der Narkose. Die OP-Schwester, die der Operation nicht beiwohnen durfte, erhob schwere Vorwürfe gegen die Ärzte.

Alles hat den Wert, den man ihm gibt (Seneca).

Es gibt viele Menschen, die einsam sind. Einsam inmitten einer Großstadt! Manche wollen die Ruhe der Einsamkeit. Für andere ist sie unerträglich. Gerade bei Frauen kann man beobachten, dass sie sich dann ein Haustier zulegen, dem sie ihre ganze Zuneigung schenken.

Mehr zum Thema sinnvolle Ziele / Lebensplanung siehe das Kapitel  "Zur Lebensplanung".

Dazu auch der Text einer bemerkenswerten Rede von Steve Jobs, dem Gründer der Computerfirmen Apple und Pixar. Diese Rede hielt Steve Jobs im Juni 2005 auf einer Abschlussfeier der Stanford-University in Palo Alto (6 Jahre vor seinem Tod am 5. Oktober 2011). Sein Vermögen wurde im März 2011 vom Wirtschaftsmagazin Forbes Magazine auf 8,3 Milliarden US-Dollar geschätzt.

„Ich fühle mich geehrt, heute mit euch hier zu sein, bei eurer Abschlussfeier an einer der besten Universitäten, die es auf der Welt gibt. Ich habe nie eine Hochschule abgeschlossen. Um die Wahrheit zu sagen, jetzt gerade bin ich einem Hochschulabschluss am nahsten.

 

Heute will ich euch drei Geschichten aus meinem Leben erzählen. Das ist alles. Keine große Sache. Nur drei Geschichten.

 

DIE ERSTE GESCHICHTE HANDELT VOM VERBINDEN DER PUNKTE

Ich bin aus dem Reed College nach sechs Monaten ausgeschieden (...).Aber, warum bin ich ausgeschieden?

Es begann noch bevor ich geboren wurde.

Meine leibliche Mutter war eine junge, unverheiratete Uni-Absolventin und sie entschied sich, mich zur Adoption freizugeben. Sie war sehr davon überzeugt, dass ich von Leuten mit einem Universitätsabschluss adoptiert werden sollte, so wurde alles dafür arrangiert, dass ich bei der Geburt von einem Anwalt und seiner Frau adoptiert werde. Doch genau als ich auf die Welt kam, entschieden diese sich, dass sie eigentlich doch viel lieber ein Mädchen hätten.

So wurden meine Eltern, die auf der Warteliste standen, mitten in der Nacht angerufen und gefragt: „Wir haben ein unerwarteten kleinen Jungen; Wollen sie ihn?“ Sie sagten: „Natürlich.“

Meine leibliche Mutter fand später heraus, dass meine Mutter nie eine Universität absolviert hatte mein Vater nie eine Mittelschule abgeschlossen hatte. Sie weigerte sich, die Adaptionspapiere zu unterschreiben.

Wenige Monate später war sie doch damit einverstanden, als meine Eltern versprochen hatten, dass ich irgendwann zur Universität gehen würde.

Und 17 Jahre später ging ich auf die Hochschule.

Aber aus Naivität habe ich ein College ausgesucht, dass so teuer war wie Stanford. Alle Ersparnisse meiner Eltern gingen für die Uni-Gebühren drauf. Nach sechs Monaten konnte ich den Wert darin nicht sehen. Ich hatte keine Ahnung, was ich in meinem Leben tun würde und keine Ahnung, wie mich die Universität darin unterstützen sollte, das herauszufinden.

Und da stand ich nun, hatte das ganze ersparte Geld meiner Eltern verbraucht, das sie in ihrem Leben erarbeitet hatten. Ich entschied mich, die Schule zu verlassen und daran zu glauben, dass alles irgendwie OK gehen würde. Es war ziemlich beängstigend damals, aber rückblickend war es eine der besten Entscheidungen, die ich je getroffen habe.

Ab der Sekunde, in der ich ausschied, konnte ich aufhören, die Kurse zu besuchen, die mich nicht interessierten, und mit denen beginnen, die für mich interessant waren.

Die Reed Universität bot zu dieser Zeit einen der besten Kalligraphie-Kurse im Land an. Quer durch den ganzen Campus war jedes Poster, jedes Schild auf jeder öffentlichen Fläche wunderschön von Hand mit kalligraphischer Schrift versehen.

(...) Ich entschied mich für einen Kalligraphie-Kursus, um zu lernen, wie man das macht. Ich lernte über Serif- und San-Serif-Schriftarten, über die unterschiedlichen Freiraum-Größen zwischen den verschiedenen Buchstabenkombinationen, über das, was großartige Typografie großartig macht.

Es war wunderschön, historisch, künstlerisch feinsinnig in einer Art und Weise, wie sie Wissenschaft nicht einfangen kann und ich fand es faszinierend.

In nichts von all dem steckte irgendwie die Hoffnung, dass es jemals eine praktische Anwendung finden würde in meinem Leben. Aber zehn Jahre später, als wir den ersten Macintosh-Computer entworfen haben, kam alles doch auf mich zu.

Und wir arbeiteten all das in den Mac ein.

Es war der erste Computer mit wunderschöner Typografie.

Wenn ich diesen Kurs nicht besucht hätte, würde der Mac niemals verschiedene Schriften oder proportional aufgeteilte Freiräume in den Schriftarten haben.

(...) Wäre ich damals nicht ausgeschieden, wäre ich niemals in diese Kalligraphie-Klasse gegangen und PCs hätten nicht die wunderschönen Schriftarten, die sie jetzt haben. Natürlich war es nicht möglich, diese Punkte miteinander zu verbinden, als ich noch in die Zukunft blickte, während ich noch auf der Universität war.

Aber zehn Jahre später ist diese Verbindung sehr, sehr klar.

Nochmal, du kannst Punkte nicht verbinden, wenn du nach vorn blickst. Du kannst Punkte nur verbinden, wenn du zurück blickst. So musst du daran glauben, dass sich die Punkte irgendwie in der Zukunft verbinden werden. Du musst an etwas glauben – deinen Gott, Schicksal, Leben, Karma oder was auch immer. Diese Einstellung hat mich nie im Stich gelassen und machte den erheblichen Unterschied in meinem Leben.

 

 

MEINE ZWEITE GESCHICHTE IST ÜBER LIEBE UND VERLUST

Ich hatte Glück – Ich fand, was ich geliebt habe, ziemlich früh im Leben.

Woz(niak) und ich starteten Apple in der Garage meiner Eltern, als ich 20 war. Wir arbeiteten hart und in zehn Jahren wuchs Apple von den zwei, die wir waren, zu einem 2-Milliarden-Dollar-Unternehmen mit mehr als 4000 Mitarbeitern heran.

Wir hatten damals unser feinstes Stück geschaffen – den Macintosh – ein Jahr bevor ich 30 wurde. Und dann wurde ich gefeuert.

Wie kann jemand gefeuert werden, wenn er das Unternehmen gegründet hatte?

Naja, als Apple wuchs, stellten wir jemanden ein, bei dem ich glaubte, er sei sehr talentiert darin, das Unternehmen mit mir zu leiten und für das erste Jahr oder so liefen die Dinge gut. Aber als unsere Visionen für die Zukunft begonnen haben sich zu unterscheiden, kam es zu einer Auseinandersetzung. Als wir diese hatten, war die Chefetage auf seiner Seite. Also war ich mit 30 draußen. Und sogar ziemlich öffentlich rausgeworfen.

Das, was mein einziges Ziel meines erwachsenen Lebens war, war nun vorbei und verwüstet.

Ich wusste wirklich nicht, was ich tun sollte einige Monate lang.

Ich habe mich so gefühlt, als hätte ich die vorangegangene Unternehmer-Generation in Stich gelassen, als hätte ich die Stafette fallen lassen, genau als diese mir übergeben wurde.

Ich habe mich mit David Packard und Bob Noyce getroffen und versucht, mich zu entschuldigen, dass ich das alles so schlimm verkorkst habe. Mein Versagen wurde in der Öffentlichkeit ziemlich breitgetreten und ich überlegte sogar, aus der Gegend wegzuziehen.

Aber etwas dämmerte mir langsam – ich liebte immer noch, das was ich tat. Und so entschied ich mich, von Neuem zu beginnen.

Ich hatte es damals nicht gesehen, aber es stellte sich heraus, dass von Apple gefeuert zu werden das Beste war, was mir je hätte passieren können.

Der Druck des Erfolges war von der Leichtigkeit, wieder ein Anfänger zu sein, komplett ersetzt worden, und das in allen Dingen. Es befreite mich, um eine der kreativsten Phasen in meinem Leben betreten zu können.

Während der folgenden fünf Jahre startete ich eine Firma namens NeXT, eine andere Firma namens Pixar und verliebte mich in eine wundervolle Frau, die später meine Frau wurde.

Pixar entwickelte den ersten animierten Computerfilm der Welt, Toy Story, und ist zur Zeit das erfolgreichste Animationsstudio der Welt. In einer bemerkenswerten Wendung der Dinge kaufte Apple NeXT und ich war zurück bei Apple und die Technologie, die wir bei NeXT entwickelt haben, ist nun das Herzstück der Renaissance der jetzigen Apple-Computer.

Und Laurene und ich haben eine wundervolle Familie zusammen.

Ich bin mir ziemlich sicher, nichts von dem wäre jemals geschehen, wenn ich nicht bei Apple gefeuert worden wäre.

Es war bitter schmeckende Medizin, aber es war genau die, die ich benötigte.

Manchmal trifft dich das Leben mit einem Ziegelstein auf den Kopf. Verliere nicht deinen Glauben.

Ich bin überzeugt, dass das Einzige, was mich zum Weitermachen brachte, war, dass ich geliebt habe, was ich tat. Man muss das finden, was man liebt. Das ist wahr in Bezug auf die Arbeit wie auch im Liebesleben.

Arbeit wird einen großen Teil des Lebens ausmachen und der einzige Weg, um wirklich erfüllt zu sein, ist das zu tun, wovon man glaubt, es sei eine großartige Arbeit. Und der einzige Weg, großartige Arbeit zu tun, ist zu lieben was man tut.

Wenn du es bis jetzt nicht gefunden hast, dann suche weiter. Bleibe nicht stehen. Mit allen Fasern deines Herzen wirst du es spüren, wenn du es gefunden hast. Und wie jede große Beziehung wird es besser und besser, wenn die Jahre vergehen. Also schaue dich um, bis du es gefunden hast. Bleibe nicht stehen.

 

 

MEINE DRITTE GESCHICHTE IST ÜBER DEN TOD

Als ich 17 war, las ich ein Zitat das ungefähr so klang:

„Wenn du jeden Tag so lebst, als wäre es dein letzter, wird es höchstwahrscheinlich irgendwann richtig sein.“

Es hatte mich beeindruckt und seit damals über 33 Jahre habe ich jeden Morgen in den Spiegel geschaut und mich selbst gefragt: „Wenn heute der letzte Tag in meinem Leben wäre, würde ich das tun, was ich mir heute vorgenommen habe zu tun?“ Und jedes Mal wenn die Antwort „nein“ war für mehrere Tage hintereinander, wusste ich, ich muss etwas verändern.

Mich zu erinnern, dass ich bald tot sein werde, war für mich das wichtigste Werkzeug, das mir geholfen hat, alle diese großen Entscheidungen zu treffen.

Weil fast alles – alle äußeren Erwartungen, der ganze Stolz, die ganze Angst vor dem Versagen und der Scham – diese Dinge fallen einfach weg angesichts des Todes und es bleibt nur mehr das, was wirklich wichtig ist. Sich zu erinnern, dass man sterben wird, ist der beste Weg, den ich kenne, um der Falle zu entgehen und zu glauben man hätte etwas zu verlieren. Du bist vollkommen nackt. Es gibt keinen Grund, um nicht seinen Herzen zu folgen.

Ungefähr vor einem Jahr wurde bei mir Krebs diagnostiziert.

Ich hatte eine Untersuchung um 7:30 in der Früh und es war deutlich ein Tumor auf meiner Bauchspeicheldrüse zu sehen. Ich wusste nicht mal, was eine Bauchspeicheldrüse ist. Der Arzt sagte mir, dass das bereits eine Form des Krebs sei, der unheilbar ist und dass ich damit rechnen solle, dass ich nicht mehr länger als drei bis sechs Monate zu leben habe. Der Arzt riet mir nach Hause zu gehen und meine Angelegenheiten alle in Ordnung zu bringen, was die Ärzte normal sagen, wenn sie sagen, man soll sich vorbereiten zu sterben. Es bedeutet zu versuchen, den Kindern das beizubringen und zu erklären, was man normalerweise geglaubt hat, man könnte es in den nächsten zehn Jahren tun, doch nun in einigen Monaten. Es bedeutet, dass alles geklärt sein soll, damit es später so leicht als möglich für die eigene Familie wird. Es bedeutet, sich zu verabschieden.

Ich lebte mit dieser Diagnose den ganzen Tag.

Später am Abend hatte ich eine Biopsie, wo sie mir ein Endoskop in den Hals gesteckt haben, durch meinen Magen in die Eingeweide, wo sie mit einer Nadel einige Zellen von dem Tumor abgeschabt haben. Ich war betäubt, aber meine Frau, die da war, erzählte mir, dass als sie sich die Zellen unter dem Mikroskop angesehen haben, die Ärzte zu weinen begannen, weil es sich herausstellte, dass es eine ganz seltene Form von Bauchspeicheldrüsenkrebs ist, der mit einer Operation heilbar ist.

Ich hatte die Operation und bin nun gesund.

Da war ich dem Tode am nahesten gekommen und ich hoffe, das wird auch so bleiben für die nächsten Jahrzehnte. Das nun durchlebt zu haben, gibt mir die Möglichkeit, euch mit mehr Gewissheit sagen zu können, dass der Tod ein rein nützliches geistiges Konzept ist.

Niemand will sterben. Nicht mal Menschen, die in den Himmel kommen wollen, wollen sterben, um dorthin zu gelangen. Und dennoch ist der Tod das Schicksal, das wir alle teilen.

Niemand ist jemals entkommen.

Und das ist so, wie es sein sollte, weil der Tod möglicherweise die beste Erfindung des Lebens ist.

Es ist der Vertreter des Lebens für die Veränderung. Es räumt das Alte weg, um Platz zu machen für das Neue.

Gerade jetzt seid das Neue ihr, aber eines Tages, nicht sehr viel später, werdet ihr langsam zum Alten gehören und weggeräumt werden. Tut mir leid, dass ich so dramatisch bin. Aber es ist die Wahrheit.

Deine Zeit ist begrenzt, also verbrauche sie nicht, um das Leben anderer zu leben.

Sei nicht gefangen von Dogma, das nur Leben nach den Überlegungen anderer Leute bedeutet. Lass nicht den Krach anderer Meinungen die eigene innere Stimme zum Verstummen bringen.

Und das Allerwichtigste, habe den Mut, dem eigenen Herzen und der Intuition zu folgen. Diese wissen irgendwie schon genau, was du wirklich sein willst. Alles andere ist zweitrangig.

Als ich jung war, gab es eine erstaunliche Veröffentlichung, genannt „The Whole Earth Catalog“, welches eine der Bibeln meiner Generation war.

Es war erschaffen von einem Kollegen mit Namen Stewart Brand nicht weit von hier im Menlo Park. Das war in den späten 60er-Jahren, bevor es noch PCs und desktop publishing gab, damals wurde alles mit Schreibmaschinen, Scheren und Polaroid-Kameras gemacht. Es war so etwas wie Google in Papierformat, 35 Jahre bevor Google auftauchte. Es war ideologisch und überfüllt mit ordentlichen Feinheiten und großartigen Gedanken.

Stewart und sein Team haben mehrere Versionen vom „The Whole Earth Catalog“ rausgebracht, bis es zum Ende kam und sie eine letzte finale Version veröffentlichten.

Es war Mitte der 70er und ich war in eurem Alter. Auf der Rückseite der letzten Version war eine Abbildung von einer Landstraße früh am Morgen, die Art von Landstraße, an der man als Anhalter stehen würde, wenn man ein Abenteurer wäre. Darunter standen die Wörter:

„Bleib hungrig, bleib narrisch (foolish).“

Es war ihre finale Nachricht, als sie aufgehört haben. Bleib hungrig. Bleib narrisch. Und das wünschte ich mir immer für mich selbst. Und jetzt, da ihr nun absolviert und neu beginnt, wünsche ich euch dasselbe.

Bleibt hungrig. Bleibt narrisch.

Vielen Dank an alle.“

 

------------------------ Ende der Rede von Steve Jobs -----------------------

 

Wege aus der Sinnlosigkeit / Ausweglosigkeit

Nicht erwiderte Liebe, finanzielle Probleme, ein zerstörtes Selbstbewusstsein lassen Probleme größer aussehen, als sie tatsächlich sind.

Eine Verwandte bekam mit 16 Jahren ihr erstes Kind. Der Vater des Kindes war ca 20 Jahre älter als sie, durch den Russlandfeldzug stark gehbehindert. Er hatte Erfrierungen an den Füßen. Unverheiratet ein Kind zu bekommen, war damals eine Schande. Andere Probleme kamen vielleicht noch hinzu. Sie nahm Schlaftabletten, aber sie wurde gerettet. Das Kind trug keinen Schaden davon. Sie heiratete später diesen Mann, bekam zwei weitere gesunde Kinder. Ihr Beruf sicherte die Existenz der Familie und heute ist sie Großmutter. 

Oft sind kleine Probleme die Ursache einer Verzweiflungstat. Aber wir sind mit unseren Problemen nicht allein auf dieser Welt. Nicht jeder kann helfen. Aber oft hilft es schon mit anderen über ein Problem zu reden, sich die Ratschläge des Anderen anzuhören. Unter den vielen Lösungsansätzen, die man so erhält, kann auch eine brauchbare Lösung sein.

Wir beurteilen eine Situation nach unserem beschränkten Wissen. Das Wissen einer Gruppe ist aber immer umfangreicher als unser eigenes Wissen. Und oft kämpfen andere mit dem gleichen Problem und haben schon Teilerfolge erzielt.

Als Programmierer hatte ich selbst oft das Problem einen Programmfehler zu finden. Logische Fehler lassen sich nur sehr schwer finden. Da hilft es manchmal, wenn man irgendeinem das Problem erklärt.  Nicht selten erkennt man dabei selbst den logischen Fehler, den man gemacht hat.

Die Erklärung eines Problems ist ein anderer Zugang zu dem Problem. Man gewinnt dabei jene Distanz, die eine Lösung möglich macht. Wenn man vor einem Berg steht, lähmt einen die Angst. Wenn man einen Berg aus der Distanz betrachtet, wirkt er bezwingbar.

Eine andere Möglichkeit ist, eine Nacht darüber schlafen. Oft genügt das, um aus einer Sackgasse oder aus Denkblockaden heraus zu kommen.

Wenn sich das Problem verschieben lässt, kann es auch helfen das Problem liegen lassen und andere Probleme bearbeiten. Unter Naturwissenschaftlern ist das Phänomen bekannt, dass die Lösung bei den drei großen B zu erwarten ist, Bett, Bus und Bahn (Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer, Psychologe und Neurologe). Man hat festgestellt, dass unser Gehirn, ohne dass uns dies bewusst wird, an einem Problem weiterarbeitet und zwar sogar effektiver als das Bewusstsein. Das Bewusstsein belegt ja nur einen kleinen Teil im Gehirn. Religiöse Menschen bezeichnen auf diese Weise gefundene Lösungen als Intuition.  

Die Naturwissenschaft hat uns mit ihren Experimenten und Messgeräten gezeigt, dass sich durch Interpretation all dieser Ergebnisse eine völlig neue Sicht der Dinge ergibt. Dinge bestehen aus Einzelteilen den Atomen, die nur durch Kräfte zusammengehalten werden. Wir haben mit den Messgeräten einen anderen Zugang zu dieser Welt gefunden.

Aber hat im Grunde genommen nicht jeder seinen eigenen Zugang zu dieser Welt? Gerade im interreligiösen Dialog stellen wir doch fest, wie unterschiedlich Weltanschauungen sind.  Wenn wir fragen, wie dieser oder jener zu seiner Sicht der Dinge gekommen ist, stellen wir fest: Der eine hat diese Bücher gelesen und ihnen vertraut, der andere jene. Wir alle sind also ein Opfer der Bücher, die wir gelesen haben. Also wiederum ein Opfer der Werbung? Wer sich einseitig informiert, läuft Gefahr zum Opfer zu werden.

Wer seine Macht behalten und ausbauen will, dem kommt natürlich jede begründete Kritik höchst ungelegen. Schon die Religionsgründer warnen deshalb vor den Spöttern, um sich der Kritik zu entziehen. Siehe Koran: Sure 4, 140; Sure 6, 68 - 70. Siehe Bibel: 1.Timotheus 4,1; 2. Petrus 3,3. Wer die besseren Argumente hat, braucht nicht zu solchen Mitteln zu greifen.

Wir entscheiden aufgrund unseres Wissens. Das ist nicht immer gesichertes Wissen. Manches beruht auf Spekulation, falschen Schlussfolgerungen, Interpretationen, unbegründeten Behauptungen.

Ende der sechziger Jahre gab es bei Siemens folgenden Fall. Eine Störungsstatistik ergab eindeutig, dass der Papst-Lüfter besonders anfällig war und offenbar zu einem äußerst häufigen Austausch führte. Kaufleute gaben die Empfehlung eine andere Firma zu suchen. Der Leiter der Wartung, dem diese Statistik vorgelegt wurde, traute seinen Augen kaum. Er kannte die Lüfter als fast unverwüstliche Geräte. Man ging der Sache nach und stellte fest, dass etliche Wartungstechniker für ihre Elektronikbasteleien den Lüfter gut gebrauchen konnten. An den Lüfter heran zu kommen, war für sie kein Problem. Man meldete den Lüfter als gestört und bekam einen neuen.

In Extremsituationen, bei Übermüdung, Eigensuggestion kommt es zu Sinnestäuschungen und nicht selten nutzen dies religiöse Führer. Man nennt dies dann geistliche Übungen, Exerzitien, Meditationen . . .

Da wir nicht alles auf seinen Wahrheitsgehalt prüfen können, müssen wir uns fragen: Wie plausibel ist denn das, was uns da erzählt wird. Bei jenen naturwissenschaftlichen Ergebnissen, die auch für die Entwicklung technischer Geräte verwendet werden, ist der Fall klar. Hier hat sich die Theorie zumindest in der Anwendung bewährt, kann also nicht ganz falsch sein. Aber wie überprüft man den Wahrheitsgehalt einer Religion. Eine der Möglichkeiten ist der Wechsel der Perspektive. Ein Beispiel:

Es gab Mitte der achtziger Jahre den Film TRON. Ein Computerprogramm, das eine virtuelle Welt erzeugt. Nun stellen Sie sich mal vor, Sie sind einer dieser Programmierer und Sie schreiben ihr erstes Programm und schaffen damit ein virtuelles Wesen, das nichts anderes tut, als sich auf den Boden zu werfen und zu rufen: "Herr! Du bist der Größte!" Immer wieder wirft sich dieses Wesen auf den Boden und ruft: "Herr! Du bist der Größte!" Tausende Male. Wie lange würden Sie dieses Programm laufen lassen?

Schon aus dem Mittelalter ist der folgende Satz eines islamischen Mystikers bekannt: "Wenn die Frömmigkeit im Auf- und Niederwerfen im Gebet bestünde, dann wäre der Dreschflegel der frömmste Moslem".

Mit dem Wechsel der Perspektive kann der Sinn einer Handlung hinterfragt werden. Viele unserer Probleme lösen sich auf, wenn wir sie anders bewerten. Wer keine Wünsche hat, der hat auch keine Sorgen, sagt Buddha.

Begraben wir doch einfach jene Wünsche, die uns zur unerträglichen Last werden. Müssen wir denn immer eine Norm erfüllen. Wer ist schon normal? Ist jener Fußballer normal, der 90 Minuten hinter einem Ball her rennt? Sind jene Boxer normal, die sich gegenseitig ihre Fäuste ans Hirn donnern, bis sie wahnsinnig werden? Ist es normal sein Leben bei einem Autorennen oder in einem Krieg zu riskieren? Ist es normal, wenn jemand für ein Stück bemalter Leinwand Millionen bezahlt, nur um sich mit dem Namen des Künstlers schmücken zu können?

Hören wir auf, uns mit anderen zu vergleichen. Jeder ist anders! Wir vergleichen da Äpfel mit Birnen. Wenn wir selbst mit unserer Leistung zufrieden sind, dann sind wir am Ziel unserer Wünsche. Mehr dazu siehe das Kapitel "Was tun bei Depressionen?".

Das Leben ist unser wertvollster Besitz! Alles Andere ist ersetzbar.

Wer nicht kämpft, hat schon verloren, lautet ein Spruch der Gewerkschaft. Die Diagnose Krebs wirkt auf viele wie ein Todesurteil und leider ist es dies häufig auch. Leben besteht auch aus Leiden. Aber es gibt auch Menschen die geheilt wurden.

Der bekannte Krebsspezialist Prof. Issels (inzwischen verstorben) hielt einmal einen Vortrag. Er zeigte das Bild eines Mannes, dem ein fußballgroßer Krebs unterhalb der Rippen herausgewachsen war. Er hatte einen Arm verloren. Der Mann war von anderen Ärzten aufgegeben worden. Diesen Mann konnte er retten. Er heiratete später eine seiner Krankenschwestern. Zusätzlich zu den Krebstherapien verlangte Dr. Issels von seinen Patienten eine Umstellung ihrer Ernährung und ihrer Lebensweise und absolute Disziplin. Damit stärkte er das Immunsystem der Patienten. Er erhöhte damit die Heilungschancen  und konnte so mit den üblichen Krebstherapien manche Patienten heilen.

Die Forschung an Embryonen und die vollständige Dekodierung des menschlichen Genoms, werden Steuerungsmechanismen zutage fördern. Wir werden lernen, Gene an- und abzuschalten, vielleicht sogar Körperteile zu regenerieren.

Wenn wir uns, die in den Genen dieser Tiere und Pflanzen gespeicherte Information, verfügbar machen und unsere Kraft darauf verwenden, die Funktionsweise unseres eigenen Organismus zu verstehen, dann ist vielleicht der Cyclus aus Werden und Vergehen, dem wir momentan unterworfen sind, für uns kein unausweichliches Schicksal. Meine Hoffnung ist, dass es uns eines Tages gelingt den Alterungsprozess in einen Optimierungsprozess umzuwandeln. Mehr dazu siehe das Kapitel Das kleine 1x1 der Systeme.

Aus dieser Sicht ist Sterbehilfe höchst problematisch, denn es geht ja darum den Selbstmord zu unterstützen. Natürlich kann jeder über sein Leben entscheiden. Aber ich würde mich nicht zur Verfügung stellen, wenn jemand mir erklärt, dass er nun aus dem Fenster springen will.

Meine Befürchtung ist vor allem: Je mehr wir behaupten, dass das Leben alter, kranker oder behinderter Menschen nicht mehr lebenswert ist, desto mehr Pfleger wird es geben, die es geradezu als ihre Aufgabe ansehen, das Leben alter, kranker  oder schwer behinderter Menschen gewaltsam zu beenden, sie von ihrem Leiden zu erlösen, selbst dann, wenn dies die Alten, Kranken oder Behinderten gar nicht wünschen. Wir sollten nicht nach Erlösung, sondern nach Lösungen suchen und die gibt es in den allermeisten Fällen.

In jedem Leben gibt es Höhen und Tiefen. Einer der Tiefpunkte in meinem Leben war mit 23 Jahren. Ich habe seit dem siebenten Lebensjahr Bechterew. Eine rheumatische Erkrankung, die normalerweise ein Siechtum bedeutet mit ständigen Schmerzen, die in meinem Fall zeitweise so stark waren, dass allein die Frage meiner Mutter, was ich zum Essen haben will, schon einen Nervenzusammenbruch auslöste. Der Schall führte zur Überreizung der Nerven. Damals war auch Schluss mit dem Studium. Ich war bei einer Prüfung durchgefallen und mein Vater wollte nicht länger dafür aufkommen. Man befürchtete, dass ich mich in wenigen Jahren nur noch im Rollstuhl fortbewegen könnte. Manche hätten hier wohl schon an Selbstmord gedacht. Nur zwei Jahre später entdeckte ich die Wirksamkeit des Kortisons und war von da an immer öfter und schließlich bis auf wenige Tage im Jahr schmerzfrei. Es  begann meine berufliche Laufbahn. Ich lernte mit dem Kortison umzugehen. Ende der siebziger Jahre heiratete ich. In den achtziger Jahren gelang es mir eine chronische Halsentzündung, die ich seit mehr als 30 Jahren hatte, auszukurieren. Mein Gesundheitszustand verbesserte sich daraufhin weiter. Heute kann ich mein Leben als Rentner genießen.

Für mich ist das Leben mein einziger wirklicher Besitz und damit ein sehr hohes Gut. Es gibt immer wieder Phasen im Leben, wo jemand durch gesundheitliche oder sonstige Probleme depressiv wird. Aber damit muss man lernen umzugehen!!! Das Leben ist vor allem für jene trostlos, die sich dies einreden. Solange wir noch kämpfen können, besteht noch Hoffnung.

Eine Tante von mir hatte mit ca 40 Jahren ihre erste Krebsoperation. Ihr wurde eine Brust amputiert. Wenige Jahre später die zweite. Im Laufe von 20 Jahren hatte sie etliche Krebsoperationen. Überall am Körper Narben. Mit ca 60 Jahren kam der Krebs endlich zum Stillstand. Keine weiteren Operationen. Sie starb im Alter von 88 Jahren an Altersschwäche. Ihr Wahlspruch war: Die Welt geht deswegen nicht unter. Das Leben geht weiter.  Muss ja . . .

Unser Leben hat nicht nur für uns Bedeutung, sondern auch für andere. 

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Auf dieser Welt lebt keiner vergebens, der die Bürde des anderen leichter zu machen versucht.
Helen Keller

Wenn wir unserem Nächsten Gutes erweisen, tun wir, ohne es zu wissen, weit mehr für uns selbst als für den anderen.
östliche Weisheit

Denke an deine eigene Schwäche und vergiß sie nicht, dann wirst du die Fehler der anderen verzeihen.
aus dem Tandschur

Dreier Dinge sollte sich der Mensch täglich erinnern: Des Guten, das er unterlassen zu tun, des Schlechten, das er getan, der Zeit, die er unnütz vergeudet.
italienisches Sprichwort

 

Literatur und Internet-Links

"Vom Sinn des Lebens - Gedanken für Suchende" Autor Felix Leibrock, Verlag Rosenheimer, ISBN 3-475-53402-9

Das Buch ist eine Sammlung unterschiedlicher Geschichten, die uns an den "Inseln des Lebens" vorbeiführen. Zitat: "Viele Sinnangebote werden an uns herangetragen . . .Mitunter kommen wir uns vor wie die Fische im Teich, die von Angeln umgeben sind, ohne zu wissen, ob das scheinbar Verlockende nicht ins Verderben führt. Dabei sind wir nicht Fische im Teich. wenn schon, dann steht uns das weite Meer offen. Das Leben mit all seinen Möglichkeiten, wir können es sinnvoll gestalten, wenn wir uns eines bewahren: Die Freiheit, uns selbst zu entscheiden. . . . Das Leben ist wie das offene Meer, auf das wir hinausschwimmen. Und manches Mal, da kommen Inseln, auf denen wir an Land gehen und wo wir herrliche Früchte genießen, die die Bäume dieser Inseln uns anbieten." (die Punkte deuten ausgelassene Sätze an, hier wurde nur auf das Wesentliche Bezug genommen).

"Vom Sinn des Lebens - Wege statt Werke" Autor Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer (studierte Medizin und Psychologie), Verlag Schattauer, ISBN 3-7945-2563-9

Manfred Spitzer hat dieses Buch für seinen Sohn Stefan geschrieben. Zitat: "Vielleicht gibt es ja gar keinen einen Sinn des Lebens. Aber vielleicht gibt es durchaus eine ganze Menge über das Leben zu wissen, über unsere Erfahrungen, die wir zwar immer jeweils neu machen, die aber keineswegs immer neue sind. Unsere Begegnungen und Emotionen, unsere Wünsche und Ängste, unsere Ziele und Probleme sind immer wieder die gleichen, und es gibt gute und schlechte Wege, mit ihnen umzugehen. Es gibt keine große Lösung für alles, aber wir können uns selbst und die anderen besser verstehen lernen."

Das Buch leistet einen Beitrag dazu, dass wir uns besser verstehen lernen. Vorgestellt werden zahlreiche Arbeiten aus dem Gebiet der Psychologie.

"Die Frage nach dem Sinn des Lebens - und 199 Antworten" Autoren: Richard Kinnier, Jerry Kernes, Nany Tribbensee und Tina van Puymbroek, Verlag Knesebeck, ISBN 3-89660-231-4

Das Buch ist eine Sammlung von Zitaten. Gegliedert sind diese Zitate nach folgenden Schwerpunkten: Das Leben will genossen werden; Wir sind hier, um Gott zu dienen; Wir sind hier, um Weisheit zu erlangen und uns selbst zu verwirklichen; Der Sinn des Lebens ist ein Rätsel; Das Leben macht keinen Sinn; Wir sind hier, um anderen zu helfen; Das Leben ist ein Kampf; Wir tragen Verantwortung für die Gesellschaft; Den Sinn müssen wir uns selbst erschaffen; Das Leben ist absurd.

 

Die Webseite von Rudolf Kuhr

Rudolf Kuhr hat selbst bis jetzt ein recht wechselvolles Leben hinter sich und somit auch einige Lebenserfahrung. Seine Webseite enthält eine Fülle von freigeistigen Texten, von denen einige auch dem Sinn des Lebens  gewidmet sind. U. a. "Sinnvoll leben - aber wie?"; "Glaube und Lebenssinn"; "Lebenssinn und Humanismus". Zitat: "Eine sinnvolle Lebensgestaltung enthält drei grundlegende Bereiche:

  1. Auseinandersetzung mit dem eigenen Selbst zur Persönlichkeitsentwicklung und -stabilisierung

  2. Erwerbstätigkeit zum Lebensunterhalt soweit erforderlich

  3. Dienst an der Mitwelt zur Erhaltung der Lebensgrundlagen und zur Sinnerfüllung "

http://www.humanistische-aktion.de

 

Die Webseite des Philosophen Dr. Dr. Joachim Kahl

Auch hier gibt es unter dem Link Texte etliche philosophische Texte. U. a. wird auch der Frage nach dem Sinn des Lebens nachgegangen. Zitat: "Der Sinn des Lebens verwirklicht sich nicht in Gedanken und Wünschen über den Sinn des Lebens, sondern im Lebensvollzug selbst als dessen spirituelle Dimension, die alle Lebensäußerungen durchzieht. Der Sinn des Lebens ist die innere Architektur des Lebens, nicht sichtbar, aber spürbar."

http://www.kahl-marburg.privat.t-online.de/


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