Häckels Entdeckung


Die Veröffentlichung von Darwins Buch "On the Origin of Species" (1859, deutsche Übersetzung 1860 "Über die Entstehung der Arten"), führte bald zu einer weiteren Entdeckung. Bei der Erforschung der embryonalen Entwicklung verschiedener Arten entdeckte Häckel Gemeinsamkeiten im Anfangsstadium der embryonalen Entwicklung. Im ganzen Tierreich beginnt die Entwicklung eines Lebewesens als Einzeller. Das erste Stadium ist das Morula-Stadium, wo sich ein kugelförmiger Zellklumpen bildet. Das nächste Stadium ist das Blastula Stadium, wo das Lebewesen die Gestalt einer Hohlkugel annimmt. Ein Froschembryo enthält in diesem Stadium etwa 10000 Zellen. Es folgt das Gastrula-Stadium (30000 Zellen beim Froschembryo) und das Neurula-Stadium (ca 80000 Zellen beim Froschembryo). Hier entsteht bei den Arten, die ein Nervensystem besitzen, das sogenannte Neuralrohr. Das Neuralrohr besteht aus Vorstufen der Nervenzellen. Bis zu diesem Stadium verläuft die Entwicklung von so unterschiedlichen Arten wie Fisch, Salamander, Huhn und Mensch rein äußerlich ähnlich. Bei den einzelnen Arten dauert allerdings der Vorgang von der Befruchtung bis zum Ende der Gastrulation unterschiedlich lange. Bei der Maus dauert diese Entwicklungsphase etwa 7 Tage. Beim Menschen dauert sie etwa 3 bis 4 mal so lang.

Die ähnlichen Entwicklungsstadien der Embryonalentwicklung sind indirekt auch eine Bestätigung der Evolutionstheorie als iterativer Prozess der Zellteilung und der Ausdifferenzierung von Zellen, der im Laufe der Evolution angewachsen ist, allerdings auch durch Mutationen geringfügig verändert wurde. Die Ausdifferenzierung von Zellen geht auch nach der Geburt weiter und endet erst im Erwachsenalter von da an unterliegen die Zellen nur dem Alterungsprozess.

 

Bild nach Ernst Häckel, "The Evolution of Man" London 1879. Das früheste Stadium ist ungefähr im gleichen Maßstab gezeichnet. Die späteren nicht.  Häckel wird allerdings vorgeworfen dieses Bild geschönt zu haben. D. h. die Ähnlichkeit ist in Wirklichkeit nicht ganz so groß. Wenn man berücksichtigt, dass Mutationen in jedem Teil des Genoms auftreten können, dann ist es aber doch erstaunlich, dass noch heute die Entwicklungsstadien, wie Morula-Stadium, Gastrula-Stadium und Neurula-Stadium feststellbar sind. (Quelle: Molekularbiologie der Zelle   VCH Verlag)


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