Die Sexualmoral

Ein Diskussionsbeitrag zu einer atheistischen / sachlich begründeten Sexualmoral


Textmarken: Das Korsett der christlichen Sexualmoral,    Die unbefleckte Empfängnis,   Bedingungen für eine allgemein gültige SexualmoralGibt es den idealen Partner?    Wann entscheidet man sich für eine dauerhafte Beziehung?   Wie notwendig ist Treue?   Anstand,   Die Anbahnung einer intimen Beziehung,   Wen oder was begehren Frauen?   Die unterschiedliche Wirkung von Sexfilmen,   Was wollen Männer?   Der Orgasmus,   Intime Beziehungen im Alter,   Das Schamgefühl,   Schönheitsoperationen, Beschneidungen,   Die unterschiedlichen Gefühle nach der Geburt des ersten Kindes,   weiterführende Literatur


Im Werk des berühmten Psychoanalytikers Sigmund Freuds nimmt der Begriff der Libido eine zentrale Stellung ein. Der Begriff Libido (lat. libido: „Begehren, Begierde“, im engeren Sinne: „Wollust, Trieb, Maßlosigkeit“) bezeichnet jene psychische Energie, die mit den Trieben der Sexualität verknüpft ist. Diese Triebkräfte bestimmen weite Bereiche unseres Lebens. Ohne diese Triebkräfte würde unsere Art nicht existieren. Sex hat viel mit Gefühlen zu tun und bei einer Moral geht es nicht nur darum Grenzen zu setzen, sondern vor allem auch darum das Gefühlsleben des Anderen zu verstehen, es einschätzen zu können, um angemessen darauf reagieren zu können. Dies habe ich in diesem Kapitel soweit als möglich für heterosexuelle Beziehungen - die überwiegende Mehrheit -  zu ergründen und zu beschreiben versucht. Natürlich gibt es auch homosexuelle, lesbische und bisexuelle Beziehungen, Menschen, die monogam veranlagt sind, Menschen, die polygam veranlagt sind . . . Solche Beziehungen sollen hiermit nicht abgewertet werden. Die Menschen sind nun mal verschieden und niemand hat Einfluss auf seine Veranlagung. Und es sei jedem gegönnt sein Leben zu genießen, so lange er / sie niemand belästigt oder gar Schaden zufügt.

 

Das Korsett der christlichen Sexualmoral

Der ehemalige Innenminister Bayerns Herrmann Höcherl (CSU) wurde einmal dafür gerügt, dass er dem Playboy ein Interview gegeben hat. Prompt rechtfertigte er sich: "Auf diese Weise habe ich doch verhindert, dass auf diesen Seiten nackte Weiber abgebildet werden."

Unter christlichem Vorzeichen sind intime Beziehungen in das Korsett der christlichen Sexualmoral gezwängt. Diese Sexualmoral schreibt für intime Beziehungen die Einehe vor, obwohl es im alten Israel durchaus üblich war, dass ein Mann mehrere Frauen hatte. Nur die Frau galt als Hure, wenn sie sich mehreren Männern hingab. Auf Ehebruch stand die Todestrafe.

Leviticus 20,10
Ein Mann, der mit der Frau seines Nächsten die Ehe bricht, wird mit dem Tod bestraft, der Ehebrecher samt der Ehebrecherin. (Exodus 20,14; Deuteronomium 5,18)

Jesus bestätigt in den Evangelien generell diese Gesetzgebung.

Matthäus 5:17-22
Denn ich sage euch, dass ihr, wenn eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer nicht weit übertrifft, keinesfalls in das Königreich der Himmel eingehen werdet.

In den Evangelien wird der Ehebruch ähnlich wie im alten Testament definiert.

Lukas 16,18
Wer seine Frau aus der Ehe entlässt und eine andere heiratet, begeht Ehebruch; auch wer eine Frau heiratet, die von ihrem Mann aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch. (1 Korinther 7,10f; Matthäus 5,32; 19,9; Markus 10,11f)

Markus 10,12
Auch eine Frau begeht Ehebruch, wenn sie ihren Mann aus der Ehe entlässt und einen anderen heiratet.

Andererseits erkennt man sowohl im Alten Testament, als auch in den Evangelien  den Unterschied zwischen Gesetzgebung und gelebter Gesetzgebung. Die Todesstrafe wurde wohl nicht immer vollstreckt. Wo kein Kläger, da kein Richter. Im Alten Testament gibt es ja die Geschichte mit Juda, der Tamar auf den Scheiterhaufen schicken wollte, weil sie als Tempelprostituierte aufgetreten war. Sein Pech (ihr Glück) war nur, dass er sie genommen und und ihr seinen Siegelring überlassen hat. In den Evangelien rettet Jesus eine Prostituierte vor der Steinigung und lässt sich anschließend von ihr verwöhnen (siehe das Kapitel Jesus Teil 5 ). Wie auch an anderer Stelle setzt er sich über die Gesetzgebung hinweg. Für ihn ist das Gesetz für den Menschen gemacht und nicht der Mensch für das Gesetz (Markus 2,27). Und am Ende der Geschichte steht der Satz:

Lukas 7:47
"Deshalb sage ich dir: Ihre Sünden sind vergeben, obwohl es ihrer viele sind, weil sie viel geliebt hat;
wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig.

In der Zeit des sittenstrengen ehemaligen Pharisäers Paulus hat sich aber wieder eine sittenstrengere alttestamentarische Auffassung durchgesetzt. Gemäß dem alten Testament (zum Beispiel Sirach 23,16-27) wird  jede Begierde, jede Leidenschaft mit dem Bann der Sünde belegt. Klar - wer gesündigt hat, braucht Vergebung, braucht den Priester.

Sirach 23, 16 - 27
Zwei Gruppen von Menschen häufen die Sünden, drei ziehen den Zorn herbei: Leidenschaftliche Begierde, sie brennt wie Feuer und erlischt nicht, bis sie sich verzehrt hat; der Mensch, der am eigenen Leib Unzucht treibt und nicht aufhört, bis das Feuer verglüht; der Wollüstige, dem jedes Brot süß schmeckt, der nicht aufhört, bis er tot ist; (26,12; Sprüche 7,5-27) der Mensch, der Ehebruch treibt auf seinem Lager, der bei sich denkt: Wer sieht mich? Dunkel umgibt mich, Wände verbergen mich, keiner sieht mich, warum sollte ich mich fürchten zu sündigen? Er denkt nicht an den Höchsten, nur die Augen der Menschen fürchtet er. Er bedenkt nicht, daß die Augen des Herrn zehntausendmal heller sind als die Sonne, daß sie alle Wege des Menschen sehen und die geheimsten Winkel durchdringen. Schon ehe es geschieht, ist ihm alles bekannt, ebenso, wenn es vollbracht ist. Jener wird auf den Straßen der Stadt verurteilt; wo er es nicht vermutet, da wird er ergriffen. So auch die Frau, die ihren Mann verläßt und von einem andern einen Erben zur Welt bringt: Erstens war sie dem Gesetz des Höchsten untreu, zweitens hat sie sich gegen ihren Gatten vergangen, drittens hat sie in Unzucht die Ehe gebrochen und von einem andern Kinder zur Welt gebracht. (Spr 2,1) Sie wird vor die Gemeinde geführt, und ihre Kinder werden es büßen müssen. Ihre Sprößlinge werden keine Wurzel treiben, und ihre Zweige keine Frucht bringen. Ihr Andenken hinterläßt sie zum Fluch, ihre Schande wird niemals getilgt. Alle Bewohner des Landes werden erkennen, alle Nachkommen werden einsehen: Nichts ist besser als die Furcht vor dem Herrn, nichts süßer, als seine Gebote zu halten.

Paulus Brief an die Kollosser 3 Vers 5 und 8
5 Darum tötet, was irdisch an euch ist: die Unzucht, die Schamlosigkeit, die Leidenschaft, die bösen Begierden und die Habsucht, die ein Götzendienst ist. (1.Kor 10,8)  . . .   8 Laßt uns nicht Unzucht treiben, wie einige von ihnen Unzucht trieben. Damals kamen an einem einzigen Tag dreiundzwanzigtausend Menschen um.
(Numeri 25,1.9) (Unzucht begeht nach Paulus - ganz im Sinne des akten Testaments - auch derjenuge, der eine Frau anderer Konfession heiratet)

Anderseits findet man im Alten Testament auch "Das Hohelied Salomos" einen recht freizügigen Lobgesang auf die Liebe. Der Richter Jephta (Jiftach) war der Sohn einer Prostituierten (Richter 11,1) .

Auch von vom Reformator Martin Luther sind einige markige Sprüche überliefert.

- Fleußts nicht ins Fleisch, fleußts ins Hemd.

- In der Woche zwier, schaden weder ihm noch ihr.

- Will das Weib nicht, so komme die Magd.

- Besser freien, denn brennen. (1. Kor. 7,9)

Man kann daraus schließen, dass zumindest der lutherische Protestantismus ursprünglich nichts gemein hatte mit einer ihm – anscheinend fälschlich nachgesagten – Sexualfeindlichkeit.

 

Die unbefleckte Empfängnis

Jesus bezeichnet sich in den Evangelien an zahlreichen Stellen (zum Beispiel Matthäus 20,18) ausdrücklich als Menschensohn. Aber die neue Sekte brauchte einen Heiligen und so wird aus der jungen Frau Maria, die jenen Jesus und seine Brüder (Matthäus 12,46) zur Welt gebracht hat, die Jungfrau Maria, die irdische Ehefrau Gottes, der angeblich jenen Jesus.  durch unbefleckte Empfängnis gezeugt hat! In der Bibel ist die Frau nur der fruchtbare oder unfruchtbare Nährboden für den Samen des Mannes. Dies sollte eigentlich nur die Göttlichkeit jenes Jesus untermauern. Das Wort von der unbefleckten Empfängnis entwertete aber den Geschlechtsakt zu einer schmutzigen Angelegenheit, bei der sich zwei Schmutzfinken mit ihren Exkrementen gegenseitig besudeln.  Aber so ist es ja nicht! Es sind Drüsensekrete! Unschädlich, sofern man nicht unter einer Geschlechtskrankheit leidet! Notwendig für den schmerzfreien Geschlechtsakt! Aber durch diese falsche Deutung wird der Geschlechtsakt ein notwendiges Übel zur Fortpflanzung. Und der Gipfel religiöser Verblendung ist es, wenn man  die natürliche (gottgegebene)  Lust mit Sünde behaftet und deswegen die zölibatäre Lebensweise fordert.

Eine zölibatärer Lebensweise führt häufig zu Ersatzbefriedigungen. Ihr Glück suchen jene bedauernswerten Menschen dann u. a. in der Arbeit, die Anerkennung bietet. Aber auch in der Ausübung von Macht. Dazu nur ein Beispiel: Mein Vater besuchte im Kloster Schäftlarn die Schule. Nächtelang ließ ihn der damalige Präfekt und spätere Abt Sigisbert in der Kirche knien für seine kritischen Äußerungen. Als ich ihm später einmal mit einer Gruppe von Schülern vorgestellt wurde, stutze er bei meinem Namen. "Ihren Vater habe ich doch auch einmal unter meinen Fittichen gehabt. Ich hoffe er hat mir das nicht übel genommen." Drohungen mit Höllenstrafen sind noch heute (Juni 2012) ein beliebtes Mittel bei christlichen Fundmentalisten (siehe auch Der Mythos der Hölle ). Sind sie denn die Richter?

 

Bedingungen für eine allgemein gültige Sexualmoral

In einer Unterhaltung in der S-Bahn regte sich ein dunkelhäutiger Afrikaner darüber auf, dass man mit einem Lendenschutz bekleidete Afrikaner als primitiv / unterentwickelt betrachtet. Er fragte sein Gegenüber: "Why do you wear clothes?" (Warum tragen Sie Kleidung?)

Für eine gewisse Gruppe von Menschen mag ja dieser Lebensentwurf passen. Aber die Menschen sind nun mal verschieden. Die Regeln für eine allgemein gültige Moral müssen diese Verschiedenheit einbeziehen. Die Regeln zu einer allgemein gültigen Moral sollen ein Kompromiss sein zwischen den Bedürfnissen einer Gesellschaft und den Bedürfnissen des Einzelnen. Eine Gesellschaft gedeiht im Frieden. Friede ernährt, Zwietracht verzehrt (Herzog Johann-Casimir Sachsen-Coburg). Es stellt sich hier immer die Frage: Schadet der Einzelne bei der Verwirklichung seiner Wünsche einem Anderen oder der Gesellschaft. Diese Frage stellt sich im Zusammenhang mit der Sexualmoral insbesondere bei der Homosexualität, zu der die christlichen Kirchen, aber auch der Islam, eine kritische, ja sogar feindselige Haltung einnehmen (Römer 1,27; 1 Kor 6,9; Lev 18,22). Sie stellt sich aber auch bei vorehelichem Geschlechtsverkehr, bei der Polygamie, dem Scheidungsrecht, bei den Bekleidungsvorschriften in der Öffentlichkeit und der Empfängnisverhütung. Die Empfängnisverhütung zum Beispiel hat zu einer Verringerung der Geburtenrate geführt. Dies hat Auswirkungen auf die Rente, schafft aber auf Dauer mehr Lebensraum und damit bessere Bedingungen für den Nachwuchs. Ein anderes Beispiel ist das Scheidungsrecht. Nach Mose gab es ein Scheidungsrecht. Aber nun heißt es. Was Gott zusammengefügt hat, darf der Mensch nicht scheiden. Folglich war die Scheidung nach Paulus nur bei konfessionsverschiedener Ehe (siehe Gottesbeweise Teil 4 ) oder nach Luther auch bei Impotenz des Mannes möglich.

Die Notwendigkeit des Wandels der Moral vom Alten Testament zum Neuen Testament (Polygamie im AT, Monogamie im NT) ist rational nicht nachvollziehbar. Hätte man sich an den Bedürfnissen des Einzelnen und der Gesellschaft orientiert, so hätte zu den Bedürfnissen der Frau die Gleichberechtigung gehört, etwa bei der polygamen Lebensweise. Aber von Gleichberechtigung ist nirgends die Rede.

 

Gibt es den idealen Partner?

Wir sind von Natur aus verschieden und wachsen in einem unterschiedlichen Umfeld auf, das uns prägt. Wir machen unterschiedliche Erfahrungen. Haben daher unterschiedlichen Ansichten. Unterschiedliche Gewohnheiten. Haben im Idealfall ein paar gemeinsame Interessen und den Wunsch nach einer harmonischen Partnerschaft. Die Wirklichkeit sieht dann so aus, dass eine gelungene Partnerschaft aus der Summe gelungener Kompromisse besteht. Nicht immer ist es ein fairer Kompromiss. Der Ärger staut sich auf und irgendwann kommt es zum Krach. Eine Versöhnung im Bett und die Einsicht beider Partner, dass die Verluste bei einer Trennung sehr hoch sind, hilft die Misere ein wenig zu überdecken.

Muss man Kompromisse schließen oder lag es an diesem Lebensentwurf? Lag es daran, dass man den anderen als sein Eigentum betrachtet hat und sich selbst im Gegenzug zum Sklaven gemacht hat?

 

Wann entscheidet man sich für eine dauerhafte Beziehung?

Eigenartig war in diesem Zusammenhang, dass ich im gleichen Alter wie mein Vater geheiratet habe (mit 35), während meine Schwester etwa in dem gleichen Alter wie meine Mutter geheiratet hat, Meine Mutter etwa 13 Jahre früher (mit 22), sie etwa 10 Jahre früher, bedingt durch Abitur und Studium. Ich musste offenbar gewisse Entwicklungsstufen durchlaufen, die soziale Kompetenz erwerben, bevor mich eine Frau als geistig gereiften Partner akzeptiert hat.  Es ist eben ein Unterschied. ob man ein Mitglied in einer Familie ist oder ob man sich mit einem Ehepartner zusammenraufen muss. Männer stellen da andere Ansprüche. Da ist die geistige Reife mit einem gewissen schulischen Bildungsniveau erreicht, aber wird nicht gemessen am Verhalten gegenüber dem Sexualpartner.

Für eine dauerhafte Beziehung reicht die sexuelle Anziehungskraft nicht aus. Bei der Suche nach einem Partner / einer Partnerin geht es eben darum herauszufinden, wen man liebt oder negativ ausgedrückt mit welchen Macken man leben kann, entweder weil man sie selber hat oder weil man sie tolerieren kann. Will man eine dauerhafte Beziehung eingehen, stellen  sich u. a. folgende Fragen: Finde ich noch einen besseren Partner / eine bessere Partnerin oder verzichte ich da leichtfertig auf ein Angebot, für eine tragfähige Beziehung. Läuft mir die Zeit davon, werde ich langsam zu alt? Wie weit deckt sich das, was ich will, mit dem, was mich erwartet. Kann ich dem Partner / der Partnerin vertrauen? Kann ich mich mit dem Partner / der Partnerin im Konfliktfall einigen? Reicht das Geld für eine eigene Wohnung? Was ist mir wichtiger der Beruf / die abgeschlossene Berufsausbildung oder eine Partnerschaft? Hält der Partner / die Partnerin jenen hygienischen Standard ein, bei dem ich mich wohl fühle. (In diesem Punkt wird als Folge der Waschmittel-Werbung gelegentlich übertrieben. Warmes Wasser ist nämlich auch ein gutes Lösungsmittel, das die Haut nicht so stark auslaugt, wie Seife. Die Folgen übertriebener Körperpflege machen sich im Alter im Gesicht und an den Händen durch einen beschleunigten Alterungsprozess bemerkbar. Aber das nur nebenbei.)

 

Wie notwendig ist Treue?

Nach christlicher Prägung ist Treue wichtig. Was bringt bedingungslose Treue. Sie gibt insbesondere dem weiblichen Partner finanzielle Sicherheit, wenn er wegen der Kinder seinen Beruf nicht voll ausüben kann und damit der finanziell Schwächere ist.  Die Gesetzgebung gleicht diesen Mangel bei einer Trennung zum Teil aus. Fazit: Wer Kinder in die Welt setzt muss auch bereit sein Verantwortung zu übernehmen.

Aber - was bringt bedingungslose Treue, mit der Betonung auf bedingungslos, wenn der Andere gar keinen Wert darauf legt, wenn der andere aus beruflichen Gründen längere Zeit nicht da ist, wenn der Andere sich auch mal  mit einer anderen Partnerin einem anderen Partner austauschen will. Probleme besprechen will, wo es die emotionale Nähe zum Partner oder das mangelnde Verständnis unmöglich machen oder wo man nur den Rausch der Gefühle genießen wollte, in einer Beziehung, wo der Andere gerade mal keine Lust hatte? Hat man dann den Anderen betrogen? Wieso? Ich meine: Niemand sollte dem Glück des Anderen im Wege stehen. Aber man kann dazu beitragen dem Anderen zu seinem Glück zu verhelfen und kommt dabei vielleicht auch selbst auf seine "Kosten". Muss man sich selbst die Daumenschrauben anlegen? Mehrere Beziehungen können die Mängel einer Einzelbeziehung ausgleichen. Aber das setzt voraus, dass man den Partner / die Partnerin nicht als sein Eigentum betrachtet.

 

Anstand

Mangel an Anstand und Sittenwidrigkeit wird den Atheisten häufig vorgeworfen.  Anstand ist für mich der faire Umgang mit der Partnerin. Anstand setzt Rücksichtnahme auf die Gefühle der Anderen voraus. Annstand gebietet dem anderen keine Schmerzen zuzufügen. Anständig verhält sich derjenige, der in einer Auseinandersetzung versucht sachlich zu bleiben.

Nicht alle haben die gleichen Moralvorstellungen. Daher ist es ratsam Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit auf das jeweils übliche Maß zu beschränken.

 

Die Anbahnung einer intimen Beziehung

Bei Frauen hängt das Bedürfnis nach Sex sehr viel stärker als beim Mann von ihrem Zyklus ab.

Das alte Rollenbild der Frau verlangt es, dass der Mann sich um die Frau bewirbt, aber im Zeitalter der Emanzipation verschwinden langsam solche Rituale. Aber andere bleiben. So meinen immer noch sehr viele Frauen, dass sie als anständig gelten, wenn sie erst mal keine intimen Beziehungen zulassen, oder zumindest nur teilweise zulassen, obwohl sie das vielleicht selbst wollen. Viele wollen damit auch testen, ob die Beziehung auf Dauer hält oder ob der Mann nur ein Abenteuer sucht. Also lassen sie den Mann erst mal zappeln, aber er soll natürlich am Haken bleiben und so setzen Frauen ihre rednerische Begabung ein und darin sind Frauen den Männern von Natur aus überlegen. Aber es gibt auch Frauen, die nur ein Abenteuer suchen. Die Menschen sind eben verschieden.

In der Privatsphäre wird ausgelotet wie weit der Andere den eigenen Wünschen folgen will. Sucht er / sie körperliche Nähe oder geht er / sie auf Distanz. Ist die Unterhaltung nur ein Streitgespräch oder gibt es eine gemeinsame Basis. Ist die Atmosphäre angespannt oder harmonisch. Das Problem: Die allerwenigsten wollen über ihre Gefühle reden. Das fragt man nicht, das tut man, hat mir mal in meiner Jugend eine erfahrene Frau gesagt. Der / Die Andere wird sich schon äußern. Man bewegt sich sozusagen im Blindflug und weiß erst, wenn man aneckt, dass man zu weit gegangen ist. Aber wer darüber redet, der zerredet die Gefühle.

 

Wen oder was begehren Frauen?

Ich habe in meinem ganzen Leben die Frauen, die ich kennen gelernt habe, nie wirklich verstanden, obwohl ich mich sehr darum bemüht habe. Und so manchen andren habe ich seufzen hören: "Weibliche Logik"! Ein Mann muss nicht schön sein, aber er muss interessant sein, sagte mir mal eine Frau. Frauen wollen begehrt werden, sagte eine Andere. Wenn Du zum Weibe gehst, vergiss die Peitsche nicht. Dies sagte zu Nietzsche eine alte Frau. Und tatsächlich gibt es viele Frauen, die den Sieger verehren. Siegertypen haben jene starke Schulter, an die sich manche Frauen gerne anlehnen. Sie wollen nicht den Macho. Aber wenn es um die Frage geht, wo es nun lang geht, dann will die Mehrheit des so genannten schwachen Geschlechts denjenigen, der entscheidet und auch das Rückgrat hat dazu zu stehen. Aber Siegertypen sind eben auch häufig Machos.  Frauen wollen einen Partner, der sie liebt, der seine Liebe durch seine Zärtlichkeit und Aufmerksamkeit ihr gegenüber dokumentiert. Aus der Evolution erklärbar! Sie kann damit davon ausgehen, dass er diese Zärtlichkeit auch ihren Kindern erweist. Aber trotz allem weiblichem Bedürfnis nach zärtlichem Umgang meine ich immer noch, dass man an Achtung verliert, wenn die Frau merkt, dass man zu sensibel ist, also  nicht mal gelegentlich einen rüden Umgangston verkraften kann. Ein sensibler Kollege, künstlerisch begabt, hat wohl auch aus diesem Grund nie geheiratet. Frauen bevorzugen meist eine monogame Beziehung. Sie suchen i. a. den Mann für's Leben, den sie dann für sich haben wollen. Männer sind dagegen eher polygam veranlagt. Diese Veranlagung begünstigt die Prostution. Eine Frau wird kaum für Sex bezahlen. Ihr Geld wird sie nur dann einsetzen, wenn dies zu einer dauerhaften Beziehung beiträgt. Wenn ein verheirateter Mann in Abwesenheit seiner Frau diskret ein Angebot zum Sex von einer anderen attraktiven Frau erhält, wird er nur selten ablehnen. Ein anderer Mann wird ihn kaum verpetzen. Eine andere Frau schon. Wenn eine verheiratete Frau erfährt, dass ihr Mann zweigleisig fährt, wird sie i. a. ihn bestrafen und die Nebenbuhlerin beschimpfen. Wenn ein Mann in die gleiche Situation gerät, ist die Reaktion nicht immer kalkulierbar. Oft nimmt er es hin und sucht sich eine neue Partnerin. Es kann aber auch ein Drama daraus werden.

Völlig diffus wird das Bild, wenn man versucht herauszufinden, was eine Frau rein sinnlich an einem Mann begehrt. In jungen Jahren wurde meine bosnische Freundin einmal von Ihrer Freundin leicht grinsend gefragt, hat er einen schönen Knüppel. Da ich serbokroatisch nur sehr lückenhaft beherrschte, habe ich erst hinterher erfahren, was sie gefragt hatte. Aber ansonsten ist das beste Stück des Mannes nur dann interessant, wenn sie sich selbst damit stimulieren kann. Eine Stimulierung mit der Hand ist da kein vollwertiger Ersatz. Wenn Frauen einen Mann lieben, dann begehren sie den ganzen Körper des Mannes und am besten natürlich nackt. Aber mit dem Sex soll man sich Zeit lassen Erotische Gefühle müssen durch ein Liebesspiel langsam aufgebaut werden. Für viele ist ein Zungenkuss ein erotisches Erlebnis. Na ja, wie ich jung war, habe ich das auch mitgemacht. Aber die Spucke der Partnerin . . . hygienisch ist das nicht. Nichts gegen einen Kuss auf die Wange oder sonst wohin, wenn's der Frau Spaß macht. Eine andere Freundin, die merkte, dass ich eine intime Beziehung aufnehmen wollte, sah sich erst mal meine Hände genau an. Klar - rauhe Hände und vielleicht auch schweißgebadete kalte Hände sind nicht angenehm auf der nackten Haut. Aber vielleicht hat sie auch nur nach Spuren für einen zur Zeit in der Schublade liegenden Ehering gesucht.

Für Frauen zählt der Gesamteindruck / die Ausstrahlung mehr als irgend ein Körperteil des Mannes. Ein gepflegtes Aussehen vermittelt Solidität. Ein wildes Aussehen Temperament, Abenteuerlust. Eine aufgeräumte Wohnung wirkt auf die eine Frau tot, auf eine andere ordentlich. Frauen erkennen an der Mimik des Mannes, ob er sie begehrt. Auch der Geruch übt eine Wirkung aus. In diesem Zusammenhang gilt insbesondere das Oxytocin als Botenstoff der Liebe. Liebe auf den "ersten Blick" . . . Um diesen Gesamteindruck zu vervollständigen suchen Frauen die zwanglose Unterhaltung. So erfahren sie dann seine Interessen, seine Wünsche gewinnen einen Eindruck über seinen Alltag, seine Freizeitgestaltung, seinen Lebensweg, sein Umfeld. Und sie können so ausloten, ob sie sich in diesem Umfeld wohl fühlen. Das gilt natürlich dann umgekehrt auch für Männer. Männer wollen mit ihrem Schmuckstück repräsentieren. Frauen wollen sich wohl fühlen.

 

Die unterschiedliche Wirkung von Sexfilmen

Auf Männer wirken Sexfilme erregend. Beim Striptease einer Frau wird die Spannung langsam aufgebaut. Er sieht das, was er machen möchte. Er will die Frau ausziehen. Er will sie an den intimen Stellen berühren. Gut - nicht alle sexuellen Praktiken, die da gezeigt werden würde ich wollen. Oralsex z. B. finde ich unappetitlich. Aber viele der Szenen lassen uns mitfühlen. Filme entführen uns in ihre Welt und wir fühlen uns einerseits als stille Beobachter, aber durch unsere Empathie (unser Mitgefühl) wird die Erregung langsam gesteigert. Würde einem nur die nackte Frau auf die Leinwand / den Bildschirm geklatscht, könnte sich der Erregungszustand nicht aufbauen.

Auf Frauen wirken Sexfilme eher abstoßend, langweilig. Der Kommentar einer bayerischen Kollegin: "An Appetit derf a si ja hoin, aber gessn werd dahoam". (Einen Appetit darf er sich ja holen, aber gegessen wird daheim).

Filme können auch gesellschaftliche Maßstäbe setzen. Und es gibt sicherlich auch Frauen / Männer, die meinen, sie müssten so sein und dann diese Rolle annehmen. Bloß nicht sich selbst zurechtbiegen, kann ich dazu nur sagen! Wer sich selbst verbiegt, wirkt genauso unnatürlich wie jene Priester, die sich mit dem Zölibat ihre Gefühle amputiert haben.

 

Was wollen Männer?

Nun habe ich viel über Frauen geredet und vielleicht auch viel Unsinn. Aber was erwarten die so genannten Herren der Schöpfung. Nun auch hier gilt: Die Menschen sind verschieden. Für Männer zählen in jungen Jahren vor allem Äußerlichkeiten in der Rangfolge Busen, Gesicht, Figur, Geschlechtsteil, geistige Fähigkeiten, gemeinsame Interessen, wobei manche Eigenschaften, die nicht ganz passen, durch andere Eigenschaften kompensiert werden können. Auch die Rangfolge kann sich ändern. Ältere Männer bevorzugen eher eine intelligente Gesprächspartnerin.

Ich hatte einen Kollegen, der hat, wenn wieder einmal die Sprache auf Frauen kam, seine männlichen Kollegen befragt, was diese nun mehr schätzen, den Busen der Frau oder das, was unter dem Höschen ist. Er war zu dem Ergebnis gekommen, dass es so genannte Busenfetischisten gibt und andere, die ihre Hände lieber nach unten gleiten lassen. Aber das lässt sich eben nicht verallgemeinern. Es gibt auch Männer, die nicht so begeistert sind, wenn eine Frau sie begehrt. Da gab einen Fall, wo ein Priester eine Frau wegen Vergewaltigung anklagte. Wie das gehen soll? Für Gesprächsstoff in einer Männerrunde sorgte auch jene Zeitungsmeldung, wo sich eine Frau scheiden ließ, weil ihr Mann nur dann zum Sex bereit war, wenn seine Frau sich am nahen Fluss badete und dann mit nassen Haaren nackt auf ihn zukam. Der Kommentar eines Kollegen: "Ein normaler Mann braucht das nicht. Der greift ein paar Mal in die Vollen und dann ist er da."

In einer dauerhaften Beziehung sehnen sich auch Männer nach Harmonie. Sie wollen nicht ständig angekeift werden oder wegen eines Fehlers stundenlang kritisiert werden. Das Gefühl einer Frau geistig unterlegen zu sein, verkraften nur wenige Männer. Auch ein männliches Aussehen oder ein männliches Auftreten wirkt bei heterosexuell veranlagten Männern als Gefühlsbremse. Sie suchen nach Verständnis für ihr Hobby auch wenn die Frau da meist überfordert ist. Auch Männer brauchen in einer intimen Beziehung positive Rückmeldungen. Männer werden unsicher, wenn sie beim Sex nur kritisiert werden. Wie soll man z. B. folgende Kritik deuten? "Fummel doch nicht dauernd an meinem Busen herum!" Oh - will sie da nicht berührt werden? Oder war dies nur eine Augenblickslaune? Habe ich es da übertrieben? Manchmal nehmen Frauen intime Berührungen mit scheinbar duldender Miene hin und lassen alles über sich ergehen und unterhalten sich währenddessen über den Dorftratsch, die Politik  oder das nächste Urlaubsziel. Da stellt sich dann die Frage, will sie mich überhaupt noch oder braucht sie nur den Zuhörer für ihre Monologe und "bezahlt" dafür mit Sex.

 

Der Orgasnus

Lizzy Aumeier in der Sendung von Markus Lanz am 5.6.2012:

Sie:"Was soll ich denn in der Hochzeitsnacht anziehen."

Er. "Am besten die Knie."

Auch Männer sind unsicher, wenn sie zum ersten Mal eine intime Beziehung zu einer Frau aufnehmen.

Ich hatte ja durch mein Rheuma ein Handicap und war schon dadurch völlig unsicher gegenüber Frauen, obwohl ich ja eine Schwester hatte, bzw. noch habe und in der Schule in einer Religionsstunde ein Aufklärungsfilm lief.  Aber ein Film ersetzt nicht die eigene Erfahrung und die Betrachtung einer Frau aus der Nähe.

Als ich nun berufstätig war (Operator in einem Rechenzentrum mit ca. 23 Jahren) und ich meine erste Gehaltserhöhung hinter mir hatte  (ca. mit 24) beschloss ich eines Tages mich  einer Expertin in Sachen Sex anzuvertrauen. Ein Arbeitskollege hatte da in einer Männerrunde von einer Massagepraxis berichtet, die aber ein gepflegtes Etablissement war. Beim ersten Besuch hatte ich zu wenig Geld dabei und so bekam ich nicht das volle Programm. Beim zweiten Besuch war es eine andere hübsche junge Frau mit bayerischem Dialekt, Ich erzählte ihr, dass sie für mich die erste Frau in meinem Leben ist. Sie wollte das kaum glauben und hielt das zuerst für eine Masche. Ließ sich aber schon nach wenigen Handgriffen  davon überzeugen. Auch für sie war der zärtliche Umgang sehr wichtig. Ich hatte mir auch vorher extra meine Nägel kurz geschnitten und mich sogar etwas einparfümiert. Sie führte nun meine Hände während ich stark sexuell erregt hinter ihr stand. Langsam glitt einer meiner Finger in ihre feuchte  Vagina. Hinein und halb heraus. "Ganz zärtlich muast des macha". (Ganz zärtlich musst Du das machen). Die Tatsache, dass sie für mich die erste Frau war, beflügelte ihre Gefühle, die Atmung beschleunigte sich, vermutlich auch der Herzschlag. So erlebte ich den ersten intensiven Orgasmus einer Frau. Ich erlebte die rhythmischen Zuckungen der Vagina. Fast explosionsartig floss nun der Saft. Die Brustwarzen verhärteten sich und schwollen an. Bei mir ging es nun auch los. Mit rhythmischem Zucken des stark angeschwollenen Penis spritzte nun ein  Saft in ein bereitgehaltenes Papier-Taschentuch. Ich bekam fast gleichzeitig auch einen Orgasmus, jenen Rausch der Gefühle. Für mich jedes Mal wie ein stetig anschwellender Akkord, der sich dann wie ein Gewitter entlädt, ein Feuerwerk der Gefühle.  Bei der Vereinigung zweier Menschen berühren sich zwei Welten, die zueinander gefunden haben und nun im Gleichklang der Gefühle vereinigt sind. Und sie werden ein Fleisch sein, heißt es treffend in Genesis 2, 24.

Das auch mal zu den Vorurteilen gegenüber Prostituierten. Auch sie haben durchaus Gefühle für einen Mann, vorausgesetzt er betrachtet sie nicht als gekauftes Objekt seiner Begierde. Wenn Prostitution unter Zwang ausgeübt wird, dann ist dies natürlich genauso zu verurteilen, wie jedes andere sklavenähnliche Arbeitsverhältnis. Wenn jedoch jemand polygam veranlagt ist und gleichgesinnte Partner findet - wem schadet dies?

Lizzy Aumeier in der Sendung von Markus Lanz am 5.6.2012: Männer sind wie der Euro. Begeisterung bei der Einführung und wenn er dann gekommen ist, wird er instabil.

Rein äußerlich passiert beim Orgasmus bei beiden Geschlechtern fast das Gleiche. Aber sind auch die Gefühle die Gleichen. Das kann man nicht nachvollziehen, sondern nur vermuten. Es gibt Genetiker die meinen die Klitoris der Frau entspricht dem Penis des Mannes. Beides hat sich vielleicht ursprünglich aus der gleichen Gensequenz entwickelt. Beim Mann sind die Brüste unterentwickelt. Die Frau verfügt zusätzlich über die Gebärmutter. Es gibt Tierarten, die als Zwitter zur Welt kommen.

Es wird immer behauptet, dass eine Frau länger braucht, um zu einem Orgasmus zu gelangen. Das stimmt auch für jene Frauen, die es sich bequem machen und meinen, der Mann sei für ihren Orgasmus zuständig. Bei Frauen, die selbst aktiv werden, stimmt das meiner Erfahrung nach nicht. Es stimmt aber für Männer, die noch nicht an den Anblick einer nackten Frau gewöhnt sind. Für Männer, die an den Anblick gewöhnt sind, liegt die Reizschwelle höher.

Das Sexualorgan ist ein Organ wie jedes andere, wenn es in angenehmer Weise stimuliert wird, dann werden die Nervenverbindungen verstärkt. Bei Menschen, die sich aus religiösen Überzeugungen, Arbeitsüberlastung oder mangels Partner / Partnerin nie selbst befriedigen, droht dann auch die Flamme zu erlöschen. Dies meinte jedenfalls sinngemäß eine erfahrene Animierdame. Die Drüsen, wie etwa die Prostata beim Mann arbeiten weiter, auch wenn der Saft nicht abgerufen wird. Problematisch wird es wenn durch eine längere Sexpause Kanäle eintrocknen, verstopfen. Dann schwillt die Prostata an. Man hat Probleme beim Wasser lassen. Verdacht auf Krebs diagnostiziert vielleicht der Arzt. Bei der Frau diagnostiziert der Arzt vielleicht aus dem selben Grund eine Eierstock-Zyste.

Wer allerdings den Geschlechtsakt nur unter dieser technischen Perspektive betrachtet und analysiert, sollte erst mal vier Wochen Urlaub machen und die Freuden genießen, die uns die Natur bietet. Auch wenn jemand glaubt mit dieser Darstellung einen Weg gefunden zu haben, um eine Frau für sein Bett zu ergattern, wird er enttäuscht werden. Eine Frau ist kein Automat, den man mit ein paar Handgriffen bedienen kann. Natürlich gibt es so genannte erogene Zonen, deren Berührung jenen Reiz erzeugt. Aber zu einem erfüllten Sexualleben gehören Sympathie und Empathie. Der Andere muss die Gefühle nachvollziehen können und sich von diesem Sturm der Liebe mitreißen lassen.

Ein kleines Mädchen protestiert gegen die langen Gebete, die es aufsagen muss, und fragt, warum sie sich nicht der kürzeren bedienen dürfe, die sie ihre Eltern hat aufsagen hören. "Was für Gebete meinst du denn?" fragt die Mutter. "Gestern nacht habe ich dich ganz deutlich gehört. Du hast gesagt: "O Gott, ich komme." Und Papa hat gesagt: "Herr Jesus, wart auf mich!"

Eine der ältesten Schilderungen eines weiblichen Orgasmus aus weibkicher Sicht findet sich übrigens im Buch Scivias der katholischen Äbtissin Hildegard von Bingen (geboren um den Sommer 1098 in Bermersheim vor der Höhe (dort befindet sich die Taufkirche) oder in Niederhosenbach (dort befand sich der Wohnsitz des Vaters Hildebrecht von Hosenbach zur Zeit ihrer Geburt); † 17. September 1179 im Kloster Rupertsberg bei Bingen).

Die Leistung Hildegards liegt unter anderem darin, dass sie das damalige Wissen über Krankheiten und Pflanzen aus der griechisch-lateinischen Tradition mit dem der Volksmedizin zusammenbrachte und erstmals die volkstümlichen Pflanzennamen nutzte. Sie entwickelte vor allem aber eigene Ansichten über die Entstehung von Krankheiten, Körperlichkeit und Sexualität. Ganz in der Tradition der katholischen Kirche verurteilt sie jegliche sexuellen Handlungen, die nach damaligem theologischen Verständnis gegen die göttliche Schöpfungsordnung verstoßen. Dazu gehören männliche und weibliche Homosexualität, heterosexueller Analverkehr, Selbstbefriedigung und Sex mit Tieren etc. Eigene medizinische Verfahren entwickelte sie nicht, sondern trug lediglich bereits bekannte Behandlungsmethoden aus verschiedenen Quellen zusammen. Auch Edelsteine und Metalle bezog sie in ihre Behandlungsempfehlungen ein.

Der Gedanke der Einheit und Ganzheit ist auch ein Schlüssel zu Hildegards natur- und heilkundlichen Schriften. Diese sind ganz davon geprägt, dass Heil und Heilung des kranken Menschen allein von der Hinwendung zum Glauben, der allein gute Werke und eine maßvolle Lebens-Ordnung hervorbringt, ausgehen kann (Quelle Wikipedia).

 

Intime Beziehungen im Alter

So ca ab 65 haben Männer Schwierigkeiten zu einer Erektion zu kommen und diese über einen längeren Zeitraum aufrecht zu erhalten. Frauen im selben Alter haben Probleme mit der Scheidenfeuchtigkeit, die Voraussetzung ist für schmerzfreien Sex. Aber da gibt es Hilfsmittel wie Viagra für den Mann oder Gleitcreme für die Frau. Oder man begnügt sich mit intimem Körperkontakt. Ob und wann die Lust auf intime Berührungen durch die Partnerin verschwindet, weiß ich nicht, ist wohl auch individuell verschieden.

 

Das Schamgefühl

Schämen Sie sich denn nicht hier im Internet ihre intimsten Gefühle auszubreiten?

 Nun - wer mit einer Homepage an die Öffentlichkeit geht, verhält sich exhibitionistisch. Wie wurde ich dazu? Durch meine rheumatische Erkrankung war ich seit meinem siebenten Lebensjahr ein Außenseiter. Vor allem je länger die Krankheit dauerte. Eine Freundin suchen - wer nimmt denn so ein Wrack? Natürlich war ich nicht dumm. Ich hatte auch meine Stärken. War zum Beispiel gut in Mathematik. Aber bis weit über das zwanzigste Lebensjahr trieb es mir das Wasser in die Augen, wenn ich zugeben musste, was man ohnehin sehen konnte, dass ich an einer unheilbaren Krankheit litt. Ich war eben nicht normal. Im Studium fragte mich einmal ein kleinwüchsiger Student, wie ich damit fertig werde. Er lief oft von einem Hörsaal zum nächsten um dort einen Platz in einer der vorderen Reihen zu belegen und belegte auch gleich für weitere Kommilitonen Plätze. Er war fast verzweifelt bemüht dazu zu gehören zu jener Herde der Normal-Sterblichen. Nicht ausgestoßen zu sein.  Ich weiß nicht mehr, was ich ihm geantwortet habe. Eine Lösung hatte ich damals auch nicht. Aber er bedankte sich für das Gespräch. Mit der Zeit sah ich, dass auch Frauen unter diesem oder jenem Problem litten. Viele, die mir meine Krankheit ansahen, klagten mir ihr Leid. Die eine war herzkrank, die andere hatte Zucker, die nächste meinte sie sei zu dick. Und so füllte sich jene kleine Welt, die nur in unserer Vorstellung existiert mit lauter Menschen, die nicht der Norm entsprachen.

Ich begann die Norm zu hinterfragen. Ist es normal, wenn jemand sich 90 Minuten wie ein dressiertes Äffchen als Ballkünstler präsentiert. Da hüpft er nun mit seiner Mannschaft auf dem Kunstrasen herum. Mit Brutalität und Geschick platziert er dann den Ball in das gegnerische Tor, wenn er ihm vorher nicht abgenommen wird. Verbissen kämpft die Mannschaft um den Sieg. Verletzungen kommen fast bei jedem Spiel vor. Was hat er davon? Ist dieser Mensch normal? Gehört er zu jener Gruppe der Normal-Sterblichen? Offenbar existiert jene Herde, die Geborgenheit verspricht nur in unserer Vorstellung. Der Wunsch ist ein Relikt der Evolution. Die moderne Industriegesellschaft kennt nur Interessengemeinschaften. Wie vielen Interessengemeinschaften man nun beitritt ist einem selbst überlassen. Auch wie eng Kontakte geknüpft werden, ist jedem selbst überlassen. Ich hörte auf mich zu verkriechen.

Nun begann ich die Vorteile dieser Gesellschaftsordnung zu erkennen und zu nutzen. Ein Weg ein Problem zu lösen, ist die Verteilung des Problems in der Öffentlichkeit. Es gibt oft jemand, der das gleiche Problem auch hatte und eine Lösung für sich gefunden hat. Wer Offenheit will, muss sie nur selbst vorleben. Durch die sachlichen Kommentare anderer gewinnt man an Lebenserfahrung und von dieser Lebenserfahrung profitieren dann auch wiederum andere. Ein Geben und Nehmen zum beiderseitigen Vorteil. Auch dieser Artikel ist langsam gewachsen. Die unsachlichen oder beleidigenden Äußerungen kommentiert man dann mit Schopenhauer: "Sitze gerade auf dem stillen Örtchen. Lese ihre Kritik. Gleich hab ich es hinter mir." Oder: "Ist der Ruf erst ruiniert, kann man leben ungeniert."

Ist das Schamgefühl das Ergebnis eines Erkenntnisprozesses in der Kindheit?

In einer Unterhaltung am Mittagstisch meinte eine Arbeitskollegin, dass dieses Gefühl bei Ihrer Tochter ab einem gewissen Alter eingesetzt hat. Das erinnert an die Bibelstelle aus der Schöpfungsgeschichte "Da gingen beiden die Augen auf, und sie erkannten, daß sie nackt waren (Genesis 3,7). Ich erinnerte mich an meine Kindheit mit sieben / acht Jahren machte mir meine Mutter in der großen Waschküche ein Bad zurecht. In der Nachkriegszeit war dies eine verzinkte Wanne, in die zuerst kochend heißes Wasser gegossen wurde und dann kaltes Wasser, bis die Mischung stimmte.  Zwei Frauen kamen nach und nach zum Dorftratsch dazu. Und natürlich standen nun alle um die Wanne herum und schauten das kleine Buberl an. Alle angezogen, ich nackt. Mich störte das und ich protestierte und verlangte, sie sollten sich doch auch ausziehen. Gelächter - und außer meiner Mutter verließen sie die Waschküche. Aus meiner Sicht war es der Druck der Gesellschaft. Das Gefühl sich außerhalb der Norm zu bewegen. Ich nackt, alle anderen angezogen. Dieses Gefühl, dass es uns peinlich ist, entsteht überall dort, wo einem etwas passiert ist, das nicht hätte passieren dürfen, wenn zum Beispiel Geheimnisse aufgedeckt werden, verbunden mit der Gefahr dafür kritisiert, ausgelacht zu werden, als Dummkopf dazustehen, sich kindlich naiv verhalten zu haben. Nackt ist man angreifbar. Die Offenlegung der eigenen Gedankenwelt kann ausgenützt werden. Der Andere erfährt die Wünsche. Dies wird von Geschäftsleuten ausgenützt. Aber auch Unternehmer sind nur Menschen und zahlen bei Versteigerungen oft gigantische Summen für ein Stück bemalter Leinwand. In einer Liebesbeziehung dagegen, wo man sich gegenseitig vertrauen kann, kann diese Nacktheit von Vorteil sein und zum gegenseitigen Verständnis beitragen.

Nun - unsere Gesellschaft ist freier geworden. Auf einem FKK-Gelände kann man sich nackt bewegen. Auch in einer Gemeinschaftssauna ist dies möglich. Aber haben Sie jemals dort einen Jugendlichen gesehen, bei dem die Rute knallhart waagrecht stand? Gefühle zu zeigen gilt immer noch als Schwäche, als Unerfahrenheit und das will man sich nicht anmerken lassen.

 

Schönheitsoperationen, Beschneidungen

Frauen versuchen manchmal ihr Aussehen dadurch aufzuwerten, dass sie ihren Busen vergrößern lassen. Ich kann davor nur warnen. Ein kleiner natürlicher Busen wirkt immer noch attraktiver als ein großer Busen, der sich durch das Silikon hart anfühlt und wo man hinterher das Gefühl hat, sich an einer Schaufensterpuppe befriedigt zu haben. Anders ist das bei einer Korrektur einer überdimensionalen Nase oder bei beim Gebiss.

Rituelle Beschneidungen an den Geschlechtsteilen sind aus meiner Sicht eine schwerwiegende Körperverletzung. Die Lust am Sex wird dadurch sowohl beim Mann, als auch bei der Frau schwer beeinträchtigt. Entstanden ist die rituelle Beschneidung einerseits aus dem Glauben, dass Opfer die Gottheit gnädig stimmen können (2. Mose 4:24-26), andererseits. vielleicht aber auch aus der Erkenntnis, dass andere Genüsse, wie etwa die Drogensucht einen Menschen zerstören können. Der Sex ist jedoch keine Droge, sondern ähnlich wie der Schlaf oder eine gute Mahlzeit ein natürliches Bedürfnis. Aber aus religiöser Sicht darf dieser Unsinn, den Priester verkünden, auf keinen Fall hinterfragt werden. Tut dies doch jemand, so wird auf die höhere Weisheit der angeblich von einer Gottheit inspirierten Schrift hingewiesen. Auf die Idee, dass es auch den religiösen Betrug gibt, kommen Gläubige nur im Zusammenhang mit anderen Religionen. An der eigenen darf nicht gezweifelt werden.

 

Die unterschiedlichen Gefühle nach der Geburt des ersten Kindes

Viele Frauen durchleben die ersten Tage nach einer Geburt durch die hormonelle Umstellung in einer depressiven Phase. Während Männer stolz sind nun die Beziehung mit einem Kind besiegelt zu haben. Auch wenn Kinder durch einen Zeugungsakt entstanden sind. Ohne dieses Wissen sind es erst mal die Kinder der Mutter. Emotional muss der Mann erst mal eine Beziehung zu seinem Kind gewinnen. Er muss die intime Nähe nun teilen mit einem kleinen Wesen, das herzzerreißend, aber manchmal auch recht unangenehm schreien kann und das beim Trockenlegen stinkt. Für Frauen gehört dies zur mütterlichen Fürsorge.


Nur wer im Einklang mit seiner Natur und der Gesellschaft leben kann, wird jene Glücksmomente erleben und genießen können, die die Sexualität uns bietet.

Weiterführende Literatur:

1. Das Buch "Eunuchen für das Himmelreich" von der vom Dienst suspendierten katholischen Theologieprofessorin Uta Ranke Heinemann.

2. Der Link www.pfarrerblatt.de/text224.htm zu Luthers Eheverständnis von Dr. Dirk Kutting mit markanten Aussprüchen Luthers.

3. www.basisreligion.de Sexualmoral aus der Sicht eines vom Dienst suspendierten katholischen Religionslehrers.


Inhalt

Index

weiter