Liebe Gläubiginnen und Gläubiger,

sicher kennt ihr auch einige, die wissen, dass sie alles besser wissen, auch wenn sie die einzigen sind, die das wissen. Von solchen Leuten habe ich mir sagen lassen: Es gibt nur zwei universelle Quellen des Wissen, die Bibel und das Internet.

5 Millionen Bild-Leser mögen das vielleicht anders sehen. Also - was weiß die Bibel von der Sonne:

Das Buch Genesis (Genesis 37,9) belehrt uns, dass sich die Sonne und der Mond und 11 der Sterne verneigen können. Joseph hat das geträumt. Das ist belegt, so sicher wie ein belegtes Brötchen, bevor es gegessen wird!

Was mag der Joseph da wohl gesehen haben. Klar - ein sich neigender Kreis wird zur Ellipse, aber was wird aus einer sich neigenden Kugel und aus einem sich neigenden Sternenpünktchen? - Ganz einfach  - ein Geheimnis Gottes!

Das Deuteronomium (Deuteronomium 4,19) mahnt die Israeliten sich nicht von Sonne Mond und Sterne verführen zu lassen.

Das müssen ja schlimme Finger sein, deshalb gönnt sie der Gott der Israeliten allen anderen Völkern. Die Sonnenanbeter von Sylt bis Mallorca liegen also völlig richtig. Aber man soll ja das Beten bekanntlich nicht übertreiben. Also ab und zu mal ein Lied. Es muss ja nicht immer „Brüder zur Sonne zur Freiheit“ sein.

Allerdings braucht der Gott der Israeliten die Sonne und den Mond doch noch mal als Josua die Amoriter erschlagen will. Da war der Tag zu kurz und die Nacht scheinbar auch. Damals redete Josua mit dem Herrn; dann sagte er in Gegenwart der Israeliten: „Sonne, bleib stehen über Gibeon und du, Mond, über dem Tal von Ajalon!“ (Josua 10,12) Und die beiden sind angeblich einen ganzen Tag wie die Ölgötzen stehen geblieben. Der Chronist zitiert das aus dem „Buch des Aufrechten“. Offenbar hat der Bibelschreiber da gerade einen Inspirations-Blackout gehabt, kurzzeitig unterbelichtet, also hat er bei anderen Inspirierten eine kleine Anleihe genommen. Kostet ja nichts. Allerdings meint der Kommentator, dass er da aus einem liederlichen Buch zitiert hat, kurz gesagt einem Liederbuch.

Bei Jesus haben ja auch einige geglaubt, dass er einen Sonnenstich hatte, als er für diejenigen beten lässt, die seine Jünger verfolgen. In Matthäus 5,45 heißt es wörtlich: . . . betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.

Wem übrigens die Evangelien der Bibel zu dünn und nichts sagend sind, der sei auf das Evangelium der Kirche „Universelles Leben“ verwiesen. Deren Prophetin Gabriele war fleißig und hat  ein Buch mit 1114 Seiten durch Inspiration empfangen. Jedenfalls bestreiten ihre Gläubiginnen und Gläubiger, dass sie es erfunden hat ( http://www.das-wort.com/de/dimw/dimw.html ).

Allerdings darf man sich nach Frau Gabriele sein Sonntagsschnitzel nicht mehr schmecken lassen, denn Frau Gabriele belehrt uns: Jesus war tierlieb. Dass Jesus einem Esel aufgesessen ist, als er in Jerusalem einzog, ist ein dummes Missverständnis. Kann doch jedem mal passieren.

Was weiß nun das Internet zum Thema Sonne?

Da steht natürlich etwas über das Gewicht und wie viel Masse sie abstrahlt. Über die Entfernung der Erde zur Sonne. Etwas über den Sonnenwind, über Sonnenflecken, über Sonnenfinsternis, über Nordlichter und über Unterbelichtete. Aber auch eine interessante Meldung für die Hausfrau. Die Sonne ist der größte Staubsauger in unserer näheren Umgebung. Allerdings für den Hausgebrauch etwas überdimensioniert. Sie kann kosmische Staubkörner bis zur Größe der Erde problemlos verschlucken.

Auf einer anderen Webseite berichtet der Rechtsanwalt Prof. Dr. Klaus Sakowski über Prozesse, in denen es um die Sonne ging. Da haben Mütter Standesbeamte verklagt, weil sie ihren Sprößling nicht Sonne, Omo oder Persil nennen durften. Das Gericht war allerdings der Meinung, dass die Mütter überbelichtet waren.

Um sich vor der Sonneneinstrahlung zu schützen, hat eine dänischen Tierärztin eine Sonnenschutzcreme für Schweine entwickelt. Die sind wegen ihrem rosigen Gesicht und ihrem rosigen Hintern besonders gefährdet. Die Polizei meint allerdings, dass sich dadurch die Schweine kaum noch fassen lassen.

Auch seiner Schmusekatze sollte man die Ohren eincremen.

Und was erzählt uns das Internet über Gestalten wie „Großer Hirsch“ und „Rote Sonne“, über jene Indianerwelt, wo sich ein kleiner Indianerjunge sich bei einem Gewitter in das Bett seiner Mutter schleicht. Und weil er nicht schlafen kann, hat er ihr die Fragen gestellt, die ihn schon lange bewegt haben: „Du Mama, warum heißt eigentlich Papa ‚Großer Hirsch’?“ Die Mutter darauf: „Er heißt Großer Hirsch, weil er in seiner Jugend einmal einen großen Hirsch erlegt hat.“ - „Und warum heißt mein Bruder ‚Rote Sonne’?“ - „Weil, als dein Bruder geboren wurde, die Sonne besonders rot am Himmel stand.“ - „Und meine Schwester, warum heißt die ‚Goldenes Maisfeld’?“ - „Weil dein Vater und ich in einem Maisfeld lagen, als wir uns einmal besonders lieb gehabt haben. So, und jetzt schlaf endlich, ‚Geplatzter Gummi’!“

Um einen Platz an der Sonne und einen Blick ins Gebirge geht es auch jenem verliebten Teeni, der seine Freundin zu einem Picknick am Waldrand überreden will. Aber sie durchschaut ihn: „Ich kenne dich doch, du Fernsehnarr! Ich weiß schon, was du willst: Erst suchst du den Platz an der Sonne - dann folgt ein Spiel ohne Grenzen - und dann kommt der goldene Schuss - und ich sitze da mit der Aktion Sorgenkind!“

Zum Schluss noch ein geistreiches Zitat von Pablo Picasso: Es gibt den Maler, der aus der Sonne einen gelben Fleck macht, aber es gibt auch den, der mit Überlegung und Geschick aus einem gelben Fleck eine Sonne macht.

Astronomisches zur Sonne unter http://www.astronews.com/


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