Glaubenserfahrungen und ihre Deutung


Textmarken: Selbst erlebt!    Erfahrungen mit autogenem Training    Der Sekundenfilm über das Leben    Lichterscheinungen    Besuch aus dem Jenseits    Das Wunder der blutroten Hostie    Pater Bernhard zum Thema Nah-Tod-Erfahrungen    Der Traum    Visionen    Von Dämonen besessen    Wunderheilungen    Gebetswunder    Die drei Welten von Popper und John C. Eccles


Never argue with a fundmentalist: they first take you down to their level and then beat you with experience!

Selbst erlebt!

Als ich etwa 8 oder 9 Jahre alt war, wohnten wir zu viert in einem Raum, meine Schwester, meine beiden Eltern und ich. Der Raum gehörte zu einer kleinen Hotel-Pension, die zu dieser Zeit meiner Großmutter gehörte. Es war Nachkriegszeit und es herrschte Wohnungszwangswirtschaft. Nur mit Mühe hatte mein Vater einen Arbeitsplatz weit weg im Ruhrgebiet gefunden. Und in seinem Urlaub war er gerade mal wieder zu Hause.

In dieser Zeit hatte ich ein Erlebnis, das mich lange beschäftigt hat. Wie jeden Abend ging ich um etwa 9 Uhr schön brav in mein Bett. Meine Eltern blieben gewöhnlich noch etwas auf. So döste ich vor mich hin, als meine Eltern das Licht ausmachten. Das geschah jeden Abend und oft schliefen wir Kinder um diese Zeit schon. An diesem Abend war ich jedoch noch wach, aber die Dunkelheit überraschte mich irgendwie. Einen Moment war es schwarz vor meinen Augen, aber dann sah ich auf einmal einen Raum. Es war nicht der gleiche Raum. Der Raum schien etwas größer und war anders möbliert. In der Ecke stand ein Schrank in der Mitte ein Tisch ein paar Stühle. Und der Raum war voller Leute. Einige saßen da, einige gingen gelangweilt umher. Man unterhielt sich, aber irgendwie schien der Ton abgeschaltet. Es war ein friedliches Bild einfach gekleideter Leute, wie man sie damals wohl am Bahnhof hätte treffen können. Kein einziges bekanntes Gesicht war dabei. Erwachsene, vom Alter her so zwischen 50 und 60. Niemand bemerkte mich. Etwa eine Minute sah ich dieses Bild, dann hatten sich meine Augen offenbar an die Dunkelheit gewöhnt und ich sah wieder schemenhaft den Raum, in dem wir damals untergebracht waren.

Vermutlich aufgrund meiner christlichen Erziehung und auch aufgrund der Bücher, die ich damals gelesen habe (Märchen und Heldensagen), habe ich die Erscheinung erst mal als einen Blick in die Geisterwelt gedeutet. Aber sehr bald kamen mir die ersten Zweifel. Es konnte auch eine Halluzination sein. Ich war damals jung. Meine Phantasie hatte mir vielleicht einen Streich gespielt. Eine befriedigende Erklärung habe ich erst viel später gefunden. Heute bin ich der Ansicht, dass das Unterbewusstsein ein Bild substituiert hat, nachdem plötzlich kein Bild mehr gemeldet wurde. Aber dieses substituierte Bild hatte einen Schönheitsfehler, es fehlte der zugehörige Ton.

 

Erfahrungen mit autogenemTraining

Ähnliches passiert auch bei dem von J. H. Schulz beschriebenen autogenen Training. Wenn man sich in einem ruhigen Raum hinsetzt, die Augen schließt und über einen längeren Zeitraum völlig bewegungslos da sitzt, dann spürt man nach einiger Zeit die eignen Glieder nicht mehr und man weiß auch nicht mehr exakt, wo sie sich befinden. Man hat plötzlich den Eindruck als ob die Glieder schwerelos geworden sind. Man hat den Eindruck die Position der Gliedmaßen im Geist ändern zu können. Rein äußerlich bleibt man bewegungslos. Das Gehirn braucht offenbar eine Rückmeldung, um die Position der Gliedmaßen bestimmen zu können. Wenn diese Rückmeldung ausbleibt, werden Phantomglieder generiert. Diese Phantomglieder haben nur den Schönheitsfehler absolut gefühllos zu sein. So kommt der Eindruck der Schwerelosigkeit zustande. Ich meine, dass auch das Gehirn vom Auge im bewussten Zustand eine Rückmeldung fordert. Wenn diese Rückmeldung ausbleibt, aber das Bewusstsein gleichzeitig signalisiert, dass dies nicht sein kann, wird ein Bild ein Phantombild generiert.

 

Der Sekundenfilm über das Leben

Dazu eine Geschichte: Es ist schon einige Jahre her, da habe ich mich mit einem Onkel über den christlichen Glauben unterhalten und er erzählte mir von einem Erlebnis, das er als Jugendlicher hatte. Er war mit dem Fahrrad unterwegs und fuhr auf einem Feldweg einen Abhang hinunter. Erst viel zu spät bemerkte er einen querliegenden Ast. Es hob ihn aus dem Sattel. Die Situation war plötzlich lebensgefährlich. In den Sekunden, die er nun durch die Luft flog, raste sein ganzes Leben wie in einem rasend schnell ablaufenden Film vor seinem inneren Auge vorbei. Mein Onkel hatte Glück, außer einem Schlüsselbeinbruch, ein paar Prellungen und Schürfwunden passierte im nichts. Dieses Sekunden Erlebnis wird auch von anderen in der esoterischen Literatur beschrieben. Es tritt häufig auf in lebensgefährlichen Situationen. Bekannt ist, dass in solchen Situationen Stresshormone ausgeschüttet werden. Offenbar verfügt das Gehirn über Notfallprogramme. Dazu gehört wohl auch die Suche nach einer Lösung. Nur wählt das Unterbewusstsein dabei nicht den analytischen Weg, sondern es sucht in der Vergangenheit nach vergleichbaren Situationen. Da man diese Situationen damals überlebt hat (sonst wäre man nicht mehr am Leben) ist in dieser Richtung eine brauchbare Lösung zu finden. - Vielleicht die ursprüngliche Form der Lösungssuche. Bei Babys, die in eine Zwangslage geraten, indem man z. B. eine Hand für längere Zeit festhält, kann man beobachten, dass sie alles bis dahin gelernte erst einmal abspulen, einschließlich der Laute, die sie bis dahin gelernt haben.

 

Lichterscheinungen

Hierzu Erlebnis-Bericht: Eine Tante von mir erzählte mir von einer schweren Herzattacke, bei der sie dem Tod sehr nahe war und in dieser Situation hat sie ein Licht gesehen. Das Gefühl, das sie dabei hatte, war nicht unangenehm, aber Ihre Zeit war eben noch nicht gekommen. Auch dieses Phänomen wird u. a. in dem sehr empfehlenswerten Buch von Raymond A. Moody mit dem Titel "Leben nach dem Tod" beschrieben. Das Buch ist vor allem deshalb sehr empfehlenswert, weil der Autor, neben den übernatürlichen Erklärungen auch naturwissenschaftliche und psychologische Erklärungen anbietet.

Viele meinen, dass sie Licht nur sehen, wenn Licht da ist. Aber wir sehen auch Licht, wenn die Nervenzellen des Auges erregt werden. Ein leichter Fingerdruck auf das Auge erzeugt ebenfalls den Eindruck eines Lichtblitzes. 

Bei einer schweren Augenentzündung sieht man auch bei völliger Dunkelheit ein rötliches Licht mit einem Bild, das ähnlich aussieht wie in das in Aufklärungsfilmen gezeigte männliche Sperma. Nur sind es weniger Zellen und die Zellen erscheinen riesig. Ich habe dies selbst schon bei einer schweren Iritis (Regenbogenhautentzündung) erlebt. Vermutlich sieht man hier die im Auge schwimmenden Makrophagen. Das Licht könnte von photochemischen Reaktionen stammen. Mit einer religiösen Einstellung kann man diese herumschwirrenden Gestalten als Engel interpretieren. 

Bei schweren Verletzungen / Entzündungen gelangen aus den verletzten Zellen zahlreiche aggressive Substanzen in die Blutbahn. Treffen diese Substanzen auf eine Nervenzelle, die Schmerz signalisiert, empfinden wir Schmerzen. Über die Blutbahn gelangen sie unter bestimmten Umständen auch in das Auge und führen dort zu einem Brennen der Augen und / oder zu Lichtempfindungen. 

Die Lichtempfindung wird bekanntlich im Sehzentrum des Gehirns erzeugt. Aber das Sehzentrum ist nicht isoliert. Es ist mit anderen Nervenzentren des Gehirns verbunden. Eine Übererregung anderer Zentren des Gehirns kann somit auch auf das Sehzentrum durchschlagen. Auch dies eine mögliche Erklärung für die Lichterscheinung.

 

Besuch aus dem Jenseits

Die selbe Tante berichtete auch von einem weiteren Erlebnis. Sie hatte die Pflege ihres Großvaters übernommen, der bereits in jungen Jahren erblindet war. Einige Wochen vor seinem Tod, brachte sie ihm das Essen und bemerkte, wie er sich mit jemand unterhielt. Es war jedoch niemand außer den Beiden im Raum. Er unterbrach nun dieses Gespräch und verabschiedete sich von seinem imaginären Gast. Zu meiner Tante sagte er: Geh' Erika, sei so lieb, begleit meinen Freund ... (den Namen habe ich vergessen) hinaus. Sie musste nun die Türe öffnen und wieder schließen. Dieses Erlebnis bestärkte meine Tante in dem Glauben, dass wir von einem guten, bereits verstorbenen Freund in die Ewigkeit geleitet werden. 

Eine weitere Geschichte dieser Art ist in dem Buch des Pfarrers Willibald Glas "Der Pfarrer von Arget" nachzulesen. Die Geschichte handelt von seinem Großvater und ist so von der Familie Willibald Glas erzählt worden. Ursprünglich besaß die Familie einen eigenen Bauernhof. Aber durch eine Serie von Todesfällen beim Vieh geriet die Familie in die Schuldenfalle. Es kam trotz eines Bürgen zur Versteigerung. Dabei soll auch der Pfarrer mitgemischt haben und bei einem Gerichtsverfahren einen Meineid geschworen haben. Der Großvater arbeitete nun auf anderen Bauernhöfen bis er pflegebedürftig wurde. Seine Frau pflegte ihn mit viel Liebe und Geduld.

Eines Tages sagte dann der Großvater: „Mutter, bring mir den Wandkalender." Großmutter wunderte sich und war gespannt, was er zu sagen hatte. Er drehte den Kalender hin und her und studierte ihn genau. Dann suchte er den Spalt für den Monat Juni. Dabei hielt er den Kalender weit von sich und deutete mit dem Finger auf das Herz-Jesu-Fest. „An diesem Tag werd' ich erlöst", sagte er zur Großmutter. „Der Heiland war heute Nacht bei mir. Er hat mir einen Brief gebracht. Ich habe ihn gelesen und unterschrieben."

Die Großmutter sagte dies den Kindern und durch die Kinder erfuhren davon auch die Nachbarn. Bald darauf wußte es auch der Pfarrer. Die Neugierde war groß. Der Großvater aber starb, wie er es vorhergesagt hatte, am Herz-Jesu-Fest des Jahres 1925.

Vorher wurde der Großvater vom Kaplan versehen. Hernach kam er wieder und fragte, ob der Pfarrer selber noch kommen dürfte. Er würde beim Großvater um Verzeihung bitten. Der Großvater aber sagte: „Was Ehrabschneidung und Beleidigung angehe, ist ihm verziehen. Was aber das Anwesen betrifft, so ist das nicht mehr meine Sache. Es ist jetzt die Sache meiner Frau und ihrer zehn Kinder."

Es war eine große Beerdigung. Seinem Wunsch gemäß läuteten alle Glocken während des Leichenzuges vom Gemeindehäuschen bis zum Friedhof.

Was ich abschließend noch berichten möchte, klingt wie ein Märchen. Ich habe es oft und oft gehört, immer, wenn über den Großvater gesprochen wurde im Kreise unserer Familie. Danach kam eines Tages ein fürchterliches Unwetter, und zu allem Unglück von der ganz verkehrten Seite. Es blitzte und donnerte und alle hatten Angst und fragten sich, was das wohl zu bedeuten hätte. Dabei war der Pfarrer verstorben. Daraufhin soll die Kunde durch das Dorf gegangen sein: „Den alten Pfarrer hat der Teufel geholt."

Ich selber (Willibald Glas) möchte aber gleich hinzufügen: „Herr, laß ihn ruhen in Frieden."

Mehr dazu unter dem Link Querdenker, wo diese Geschichte aus dem  Buch "Der Pfarrer von Arget" ungekürzt nachzulesen ist. Die hier zitierte Geschichte steht unter dem Link Vorgeschichte, Kindheit, Schulzeit .

Manches bleibt hier mysteriös, wie etwa die Tatsache, dass jener Großvater von Willibald Glas genau an jenem Tag gestorben ist, ohne dass es Anzeichen für einen Selbstmord gab. Fast klingt das nach Voodoo-Zauber, wo ja auch Menschen in ihrer Religion so stark verwurzelt sind, dass ein Fluch des Voodoo-Zauberers sie angeblich auch töten kann. Nach Unfällen sterben ja gelegentlich auch Menschen an einem Schock. Der Einfluss der Psyche auf den Organismus ist nicht zu unterschätzen. Dass alte Menschen bei dem Gewitter sterben, kann daher rühren, dass bei einem Gewitter die Schallwellen (Infraschall) auf den Körper einwirken. Blutgerinsel, die bei alten Menschen vorhanden sind, können sich dabei lösen. Wenn sie gehäuft ins Herz oder das Gehirn gelangen kommt es zu einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall. Ich selbst hatte einmal vor einigen Jahren eine Herzattacke als bei einem Spaziergang - es ging bergauf - vom nahen Kirchturm die Glocken läuteten. Als ich in meiner Schulzeit in London war, war ich bei einem Pfarrer als Ausstauschschüler. Da war natürlich der Gottesdienst-Besuch Pflicht. Bei einem dieser Gottesdienste starb eine alte Frau. Überliefert ist auch, dass Pater Ruppert Mayer, nach dem in München eine Straße benannt ist, an einem Schlaganfall starb, den er während eines Gottesdienstes erlitten hat. Bei einem Gewitter können zudem elektromagnetische Felder zu biochemischen Veränderungen führen. So ist bekannt, dass Milch verklumpen kann, so als wäre sie sauer geworden.

Bei jenen Besuchen aus dem Jenseits würde ein Arzt wahrscheinlich die Diagnose "altersbedingte Schizophrenie" stellen. Die Schizophrenie ist heute eine der gut erforschten Geisteskrankheiten. Möglich gemacht hat dies u. a. die Kernspintomographie. Mit der Kernspintomographie kann man heute jene Areale im Gehirn abbilden, die bei einem Denkprozess aktiviert werden. Dabei hat man herausgefunden, dass es im Gehirn Bereiche gibt, die für das reale Hören zuständig sind, d. h. Bereiche, die normalerweise von den Sinneszellen des Ohrs aktiviert werden. Und es gibt andere Bereiche, die das gedankliche Hören verarbeiten. Bei schizophrenen Patienten passiert es nun häufig, dass das reale Hören beim gedanklichen Hören aktiviert wird. Ähnliches gilt für andere Sinneszentren. So erleben diese Patienten nun einen Tagtraum als Realität und handeln danach.

Aber man muss nicht geisteskrank sein, um zu der Überzeugung zu gelangen, dass es in unserer Welt Geister gibt. Gegen Ende des Jahres 2004 habe ich im leer stehenden Haus meiner Großmutter übernachtet. Nachts um 3 Uhr suchte ich die Toilette auf und legte mich wieder in mein Bett. Plötzlich hörte ich Schritte in der Wohnung im Erdgeschoß. Ich bekam Angst und mit einem Messer bewaffnet blickte ich durch einen Spalt der Schlafzimmertür ins Wohnzimmer. Wieder hörte ich Schritte, ganz nah und doch war niemand zu sehen. Nach einiger Zeit war es ruhig. Vorsichtig ging ich im Dunklen durch die Wohnung. Die Fenster waren zu, alle Türen ins Freie waren abgeschlossen. Am nächsten Tag machte ich mich auf die Suche, was dieses Geräusch verursacht haben könnte. Ich kam zu dem Ergebnis, dass eine der Wohnungstüren bei einer leichten Bewegung exakt das Geräusch eines Schrittes verursacht hatte. Die leichte Bewegung kam daher, dass eine der Außentüren nicht ganz dicht war. In dieser Nacht war es windig und so kam es zu kleinen Druckunterschieden in der Wohnung, mal wurde ein leichter Sog, mal ein Druck auf die Tür ausgeübt. Aber wer macht sich schon die Mühe nach der Ursache zu forschen?

Ein ähnliches Erlebnis hatte ich vor einigen Jahren mit einer Schranktür. Diese Tür begann wenn man sie nicht ganz geschlossen hat, zu vibrieren. Ursache waren Bauarbeiten an der ca einen halben Kilometer entfernten Bahnlinie. Die Gleisbaumaschinen erzeugten wohl eine Bodenwelle oder Infraschall.

 

Das Wunder der blutroten Hostie

Bekannt für seine "blutigen" Hostie wurde das Kloster St. Johann im Münstertal. Im 13. Jahrhundert aß Schwester Agnes ihre Hostie nicht, sondern hat sie aufbewahrt. Nach einigen Tagen färbte sie sich blutrot. Heute gibt es eine Erklärung für dieses Blutwunder, das wohl jene Nonne in dem Glauben bestärkt hat, dass sich hier die Hostie in einen Teil des Leibes Jesu verwandelt hat. Wenn Hostien zu "bluten" beginnen, dann ist daran das Bakterium Serratia marcescens schuld: Auf Kohlenhydrat-haltigem Untergrund bildet es blutrote Kolonien. Dabei ist das Bakterium keineswegs harmlos,  sondern für eitrige Entzündungen, sowie Infektionen der Harn- und Atemwege verantwortlich. Zudem sind zunehmend Stämme bekannt, die gegen mehrere Antibiotika resistent sind.

Quelle: 3Sat Serie nano am 23.12.2004

 

Pater Bernhard zum Thema Nah-Tod-Erfahrungen

(Kloster Marienstein in der Nähe des Chiemsees)

Eine ehemalige Schulkollegin, die Dolmetscherin und Autorin Gabriele Kuby, fragte einmal Pater Bernhard vom Kloster Marienstein:

»Wie ist das mit der Auferstehung? Liegen wir in den Gräbern und warten auf den Jüngsten Tag, oder findet das Gericht gleich statt im Tod? Die katholische Kirche lehrt, dass nach Christus Maria der einzige Mensch ist, der mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurde. Wie ist das für uns gewöhnliche Sterbliche? Gibt es einen Unterschied zu den Heiligen, die ja doch »leben«, denn sie sind anrufbare Quellen des Heils?«

Der Pater ist kein Freund von schwergewichtiger Theologie. »Ich verkünde die Armut des Herrn«, hat er bei anderer Gelegenheit gesagt. So antwortet er einfach:

»Wir wissen es nicht. Wir brauchen es auch nicht zu wissen. Wir wissen nur, dass es ein Weltgericht geben wird und dass es ein barmherziges Gericht sein wird.«

»Aber«, wendet Gabriele Kuby ein, »es gibt doch so viele Berichte über Menschen, die gestorben und wieder ins Leben zurückgekommen sind. Sie alle sprechen von wunderbaren Lichterfahrungen.«

»Sie sind nicht gestorben. Sie waren nur klinisch tot.«

Gabriele Kuby denkt an jene Doppeltüren, die es im Kloster gibt.

 »Wahrscheinlich sind sie nur durch die erste Tür gegangen und beschreiben daher lediglich das Niemandsland zwischen Zeit und Ewigkeit.«

Darauf Pater Bernhard: »Was nach der zweiten Tür ist, weiß niemand.«

Quellenangabe:"Mein Weg zu Maria" von Gabriele Kuby ( http://www.gabriele-kuby.de )

 

Der Traum

Als Jugendlicher hat mich die Frage sehr stark beschäftigt, ob wir unser ganzes Leben vielleicht nur träumen und am Ende des Lebens aufwachen in einer anderen Realität. Diese Frage hat mich so stark beschäftigt, dass ich eines Tages einen Traum hatte, in dem ich meinen Freund bat, mir doch eine Watsch'n (Ohrfeige) zu geben, um festzustellen, ob diese Welt real ist. Er kam der Bitte nach und ich wachte in diesem Moment auf.  Die Watsch'n war schmerzlos. Ich weiß nicht, was dazu geführt hat, dass ich aufgewacht bin. Vielleicht hat irgend eine Instanz im Gehirn hier festgestellt, dass es da nicht ganz mit rechten Dingen zuging und hat andere Nervenzentren aktiviert. 

In dem Buch "Fragen, die immer wieder gestellt werden" von Prof. Werner Gitt (christlicher Fundamentalist) ist auch eine Biographie des Autors enthalten darin berichtet er u. a. von einem seltsamen Traum, den sein Vater nach dem zweiten Weltkrieg hatte. Sein Vater war nach dem Krieg in französischer Gefangenschaft. Eines Nachts hat er im Lager einen Traum, in dem er einen weit entfernten Verwandten trifft, der schon vor dem Krieg im Rheinland wohnte: Als sie sich nach einem Gespräch nach jahrelangem Wiedersehen verabschieden, sagt dieser: „Hermann, besuch mich doch mal!" Mein Vater sagt im Traum zu: „Aber wo wohnst Du denn? Ich kenne doch Deine Anschrift nicht." Der Verwandte erklärt ihm deutlich: „Bochum, Dorstener Str. 134 a." Danach wacht mein Vater auf, zündet in der Nacht ein Licht an und schreibt die soeben im Traum erfahrene Adresse auf. Den wachgewordenen Kameraden im Schlafsaal erzählt er die sonderbare Traumgeschichte. Sie verlachen ihn, weil er es ernst nimmt und sogar beteuert, dass er gleich am folgenden Tage dorthin schreiben wolle. Der Antwortbrief bestätigt die Adresse als exakt richtig.

Nun kann man sich fragen, wie kam er zu dieser Adresse. Der Verwandte hatte schon vor dem Krieg im Rheinland gewohnt. Vielleicht hatte der Vater die Adresse doch noch unbewusst im Gedächtnis. Eine andere Erklärung wäre Gedankenübertragung. Vielleicht kommt es in Gehirnen von Verwandten gelegentlich zu Resonanzerscheinungen, die dann eine wechselseitige Kommunikation ermöglichen. Das Gehirn gibt ja nach außen elektromagnetische Wellen ab, die mit dem EEG auch gemessen werden können. Elektromagnetische Wellen breiten sich mit Lichtgeschwindigkeit aus. Ihre Intensität nimmt aber dabei ab. Aber das Gehirn arbeitet gerade in der Traumphase fernab vom Gleichgewicht und ist so extrem sensibel.

 

Visionen

Von Epileptikern weiß man, dass manche vor einem Anfall Visionen haben. An den Anfall können sich Epleptiker nicht erinnern, deshalb glaubte man noch im 19. Jahrhundert Epileptiker seien von Dämonen besessen. Ein Glaube, der durch die Bibel bestätigt wird. Die Apostelgeschichte berichtet u. a. von einem Dienstmädchen, das einen Wahrsagerdämon hatte. 

Apostelgeschichte 16:16

Und als wir zur Gebetsstätte gingen, geschah es, dass uns ein gewisses Dienstmädchen begegnete, das einen Geist, einen Wahrsagerdämon hatte. Sie pflegte ihren Herren viel Gewinn einzubringen, indem sie die Kunst der Voraussage betrieb.

Die zusammenhanglosen Sätze bei Jeremia sind ein Hinweis auf seinen Geisteszustand. Vielleicht haben Chronisten das aufgeschrieben, was Jeremia phantasierte. 

An einer Stelle wird von einem Zusammenbruch Jeremias berichtet.

Jeremia 10:19

"Wehe mir wegen meines Zusammenbruchs! Mein Schlag ist chronisch geworden. Und ich selbst habe gesagt: ‘Sicherlich ist dies meine Krankheit, und ich werde sie tragen . . .’"

Als ich diese Bibelstelle dem jüdischen Religionswissenschaftler Pinchas Lapide vorhielt, meinte er, dass im alten Israel nur derjenige sich Prophet nennen durfte, der einmal Schaum vor der Mund hatte, eines der Kennzeichen bei einem epileptischen Anfall. An heutigen Maßstäben gemessen, waren diese Menschen geisteskrank. 

 

Von Dämonen besessen

Die geisteskranken Angehörigen wurden von gläubigen Christen bis in unsere Zeit (20. Jahrhundert) zu Teufelsaustreibern, so genannten Exorzisten geschickt. Schon Jesus betätigte sich als Teufelsaustreiber (Lukas 8:2, Matthäus 8:28-34, 9:1). Da diese Krankheit nicht heilbar war, hatte er dafür auch eine "Erklärung" parat.. 

Matthäus 12:43-45

Wenn ein unreiner (krankmachender) Geist von einem Menschen ausfährt, durchwandert er dürre Orte, um eine Ruhestätte zu suchen, und findet keine. Dann sagt er: ‘Ich will in mein Haus zurückkehren, aus dem ich ausgezogen bin’; und bei seiner Ankunft findet er es unbewohnt, doch sauber gefegt und geschmückt. Dann geht er hin und nimmt sieben andere Geister mit sich, die bösartiger sind als er selbst, und nachdem sie eingezogen sind, wohnen sie dort; und die letzten Umstände jenes Menschen werden schlimmer als die ersten.

Heute ist die Epilepsie in manchen Fällen heilbar.

 

Für die einen ein Wunder, für die anderen ein erklärbarer natürlicher Vorgang

 

Wunderheilungen

Es gibt viele, die ihren Glauben mit einer Wunderheilung begründen, die ihnen entweder selbst oder einem Ihrer Bekannten widerfahren ist. Nun mag es durchaus Heilungen geben, für die es einem schwer fällt eine natürliche Erklärung zu finden. 

Als meine Schwester etwa 3 oder 4 Jahre alt war, hat ihr mein Vater eines Tages alle Warzen abgekauft. Nicht mit mit christlichen Gebeten, sondern mit Geld! Einen Dinar hat er für jede Warze bezahlt (Wir lebten damals am Stadtrand von Belgrad, wo mein Vater nach dem zweiten Weltkrieg als technischer Direktor in einer Kugellagerfabrik gearbeitet hat). Es funktionierte! Am nächsten Morgen waren die Warzen abgefallen. Es funktionierte allerdings nur dieses eine Mal. Als später meine Schwester wieder Warzen hatte, funktionierte das Abkaufen nicht mehr.

Die Ursache für Warzen sind Retroviren. Hautzellen, die von solchen Retroviren befallen werden, sind nicht so temperaturstabil, wie normale Zellen. Bei Temperaturen von über 40 Grad sterben diese Zellen ab. Die Hyperthermiebehandlung ist übrigens auch bei bestimmten Krebsarten, wo Retroviren als Auslöser vermutet werden, eine anerkannte Therapie.  

Vielleicht hatte die psychische Erregung diese Temperaturerhöhung bewirkt. Immerhin hatte sie ein winziges Teil ihres Körpers verkauft und sie wusste nicht genau, was nun nachts mit ihr geschehen würde. Hinzu kamen vielleicht hohe Außentemperaturen, leichtes Fieber. Wir waren damals häufig krank.

Manche amerikanische Sekten, wie etwa die Mormonen (die Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage), schreiben ihren Priestern heilende Kräfte zu. Das Hand auflegen funktioniert natürlich besonders bei Patienten deren Krankheit in gewissen Grenzen psychisch beeinflussbar ist. Rheuma-Patienten, aber auch Patienten mit Kreislaufstörungen sind da dankbare Opfer. Und hat der Patient unter der in Gebetsstellung verharrenden, erwartungsvollen Gemeinde erst einmal bekannt, dass es ihm nun besser geht, ist das Wunder perfekt. 

Der Wissenschaftsjournalist Hoimar von Ditfurth ist einmal einigen der in Lourdes verzeichneten Wunderheilungen nachgegangen. Speziell Heilungen von Krebs. Er hat sie alle wiedergefunden - auf dem Friedhof. Gestorben einige Monate nach ihrer "Wunderheilung" in Lourdes.

 

Gebetswunder

In verschieden christlichen Gruppen versucht man die Gläubigen mit kleinen Gebetswundern zu ködern. 

Mitte der siebziger Jahre (1975-1976) waren Mormonen bei mir zu Besuch, zwei junge Amerikanerinnen. Der Kontakt war über eine Arbeitskollegin vermittelt worden. Wie bei amerikanischen Sekten üblich kamen die beiden ca ein halbes Jahr lang alle 14 Tage und blieben dann 2 Stunden. Es wurden Lichtbildervorträge gehalten und man unterhielt sich anschließend darüber. Bei einem dieser Besuche meinten die beiden ich sollte doch einmal versuchen zu beten, und zwar so wie es sie ihr Prophet Joseph Smith gelehrt hatte. Sie waren sich sicher, ich würde dann ein Brennen in meinem Herzen verspüren. Wir knieten uns also zu dritt auf den Boden. Wie eine Geister-Beschwörungsformel sprachen sie das Gebet vor und ich wiederholte es, wobei ich Mühe hatte ernst zu bleiben. Mir kam das Ganze ziemlich lächerlich vor. Nach dem Gebet waren die beiden enttäuscht, dass ich nichts gespürt hatte. Für die Mädchen hätte ich mich schon begeistern können, aber nicht für einen Geisterglauben. Aber bei manchen anderen hatten sie wohl damit Erfolg. 

Einen anderen jungen Mann hatte eine evangelikale Sekte damit geködert, indem man ihn aufgefordert hatte, doch einmal in der Münchner Fußgängerzone zu beten, Gott möge als ein Zeichen einen Mann mit einem roten Sakko schicken. Ein rotes Sakko tragen sicherlich nicht sehr viele Männer, aber in der Münchner Fußgängerzone bewegen sich innerhalb kurzer Zeit einige Hundert Leute an einem vorbei. Wer diesen Versuch macht, braucht nicht lange auf ein rotes Sakko zu warten. Dieser junge Mann hat es versäumt bei dem Versuch die Gegenprobe zu machen, nämlich Gott zu bitten, keinen Mann mit einem roten Sakko zu schicken. Für ihn war dies ein Beweis, dass ihn Gott gehört hatte und dies hatte er dieser kirchlichen Gemeinschaft zu verdanken.

Um nicht ein Opfer solcher Gruppen zu werden, darf einem nichts so heilig sein, dass man es nicht einer kleinen Plausibilitätskontrolle unterzieht.

Bei der Olympiade in Athen fiel auf, dass so mancher Athlet Gott um einen sportlichen Erfolg anflehte. Tun dies aber mehrere Bewerber, dann kann Gott unmöglich allen den Sieg schenken. Bleibt aber der Erfolg aus, haben dieselben Gläubigen gleich eine Erklärung für das Scheitern parat. Erfüllt sich die Siegeshoffnung, dann deshalb, weil man Gott darum angefleht habe; stellt sich aber der Misserfolg ein, dann deshalb, weil man noch nicht genug gebetet habe oder weil Gott einem eine Prüfung auferlegt hat. Gerade die Erklärung mit der Glaubensprüfung durch Gott (siehe die Beinahe-Opferung von Isaak) ist insbesondere bei schweren Erkrankungen oder lebenslangen Folgen durch einen Unfall eine gängige Erklärung. Bei einem solchen Erklärungsmuster steht man immer auf der sicheren Seite, zumindest auf den ersten Blick. Auf den zweiten stellt sich aber die Frage, ob eine solche Vorstellung nicht auf purer Einbildung beruht, die quasi ein geschlossenes Denksystem darstellt, das den Menschen in Abhängigkeit von einer fixen Idee bringt. Gott wird ja nicht nur um sportlichen Erfolg angerufen, sondern auch um militärischen. Die USA haben im Vertrauen auf Gott den Irak-Krieg begonnen und einen nicht enden wollenden Bürgerkrieg ausgelöst, während sich die meisten europäischen Kirchenführer im Vertrauen auf den gleichen Gott wenigstens diesmal von einer militärischen Intervention distanziert haben. (Zum letzten Absatz vgl. die Rundfunkrede von Gerhard Rampp am 22.8.2004 zum Thema Glaube und Verstand unter http://www.bfg-bayern.de)

 

Die drei Welten von Popper und John C. Eccles

Trotz der neurologischen Forschung gibt es auch heute noch jenen Glauben an eine Seele, die sich nach dem Tod vom Körper trennt und dann frei schwebend irgendwo existiert. 

Christen berufen sich hier immer gerne auf John C. Eccles, einem Verfechter der seiner Meinung nach unsterblichen Seele. John C. Eccles vertritt einen Dualismus zwischen dem Gehirn und einem immateriellen Ich-Bewusstsein. John C. Eccles schreibt dazu in seinem Buch "Wie das Selbst sein Gehirn steuert": 

Erläuterung: Dort wo eine Nervenfaser (Dendron) mit einer Nervenzelle verbunden ist, ist ein mikrospisch kleiner Spalt, der so genannte synaptische Spalt. Wenn eine Nervenzelle einer anderen Nervenzelle ein Signal sendet, dann werden hier Substanzen freigesetzt, sogenannte Neurotransmitter. Diese Freisetzung der Neurotransmitter bezeichnet Eccles als vesikuläre Emission aus einem aktivierten Bouton. 

"Wir sollten bedenken, dass wir unser Wissen von der Welt 1 (Poppers 3 Welten Philosophie) nur unseren Sinnesorganen verdanken. Sie versorgen uns mit den Daten, aufgrund derer wir wahrnehmen und handeln, denken und uns erinnern - sie sind die Grundlage aller menschlichen Aktivität einschließlich der Wissenschaft und Technik. Die gegenwärtige interaktionistische Hypothese befasst sich nicht mit diesen ontologischen Problemen, sondern nur mit der Art und Weise, wie mentale Ereignisse auf neuronale Ereignisse einwirken. Die Hypothese lautet, dass der mentale Einfluss die Wahrscheinlichkeit der vesikulären Emission aus einem aktivierten Bouton auf eine Weise modifiziert, die den Wahrscheinlichkeitsfeldern der Quantenmechanik analog ist.

Nach John C. Eccles ist das Selbst aufgebaut aus sogenannten Psychonen. Zu Psychonen gibt Eccles in seinem Buch "Wie das Selbst sein Gehirn steuert" folgende Erklärung: 

"Die neue Hypothese lautet, dass alle mentalen Ereignisse und Erfahrungen - tatsächlich die Gesamtheit der äußeren und inneren Sinnesempfindungen von Welt 2 eine Komposition elementarer oder einheitlicher mentaler Ereignisse darstellen, die wir Psychonen nennen könnten. Wir glauben weiterhin, dass jedes dieser Psychone auf eine einzigartige Weise reziprok (wechselseitig) mit seinem Dendron  verbunden ist. Die Dendronen sind anatomisch »vorgefertigt«, mit Ausnahme ihrer synaptischen Plastizität der Lernbereitschaft, weisen jedoch funktionell große Unterschiede in der Intensität ihrer Reaktionen auf neuronale Inputs auf. Sie ähneln funktionell den Psychonen, mit denen sie verbunden sind und die alle Grade der mentalen Intensität aufweisen können, von einer gar nicht vorhandenen bis zu einer maximalen funktionellen Verbindung mit ihren Dendronen. Die Psychonen stellen keine Wahrnehmungswege zu den Erfahrungen von Welt 2 dar. Sie sind die Erfahrungen in ihrer ganzen Verschiedenheit und Einzigartigkeit."

Da die Sinnesorgane der Welt1 beim Tod zerfallen, sind Eccles Psychonen nach dem Tod blind, taub und ohne Tastsinn. Unklar bleibt bei Eccles Konzept wie aus Signalen Erfahrungen werden. Siehe hierzu das Kapitel Dimensionen des Geistes Teil 1.

Man muss in Betracht ziehen, dass der Körper nicht ein Gefängnis der Seele ist, sondern den Zusammenhalt dieses Energiestroms gewährleistet, der sonst wie ein glühender Funke aufgehen würde im unendlichen Raum. 


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