Kritische Fragen zum Koran


Textmarken: Wer darf wen schlagen?,   Die Sklaverei,    Was sagt der Koran zum Thema Toleranz,    Wir haben für die Ungerechten die Hölle bereitet,    Dialogverbote im Koran,    Die Abgrenzung gegen Juden und Christen,    Gibt es Bezüge zum antiken Weltbild im Koran?,    Die Ehrenbezeugung der Sonne,    Wo die Sonne untergeht,    Die beiden großen Wasser,    Der demütige Schatten,    Der Himmel  / Die Himmel,    Die Tore des Himmels,    Der Himmel am "Jüngsten Tag",    Wie die Nacht den Tag (einzuholen) sucht,    Die Stationen des Mondes,    Die Berge weigerten sich und hatten Angst,    Der Donner - eine himmlische Macht,    Damit die Erde nicht ins Schwanken kommt,    Allahs Licht brennt mit Öl,    Blind ist vielmehr das Herz in der Brust,    Wenn die Seele bis zur Kehle hoch kommt,    Was heißt unfruchtbar?    Das Kopftuch    Das Problem mit der Auslegung


Wer darf wen schlagen?

Im März 2007 fällte eine Frankfurter Familienrichterin ein Urteil, wonach sie eine sofortige Scheidung ablehnte und auf dem Trennungsjahr bestand. Die Frau hatte die sofortige Scheidung mit Hinweis auf die Koran-Sure 4,34 gefordert. Ihr Mann hatte sie mit Hinweis auf eben diesen Vers geschlagen und sah sich im Recht. Die Richterin begründete ihr Urteil damit, dass beide Partner aus einem Kulturkreis kommen, wo der Koran gilt. Das Urteil löste eine Welle der Empörung aus, auch bei dem deutschen Koranrat. Dessen Vorsitzender Ali Kizilkaya erklärte FOCUS Online: "Gewalt in der Familie sei auch im Islam ein Scheidungsgrund" (22.3.2007). Die umstrittene Koransure 4,34, die die Unterordnung oder Züchtigung der Frau beschreibt, werde aber seit jeher unterschiedlich interpretiert. „Es gibt verschiedene Lesarten“, räumte Kizilkaya ein. "Je nach Übersetzung sei daher von einem „Vertrauensbruch“ oder „Ehebruch“ der Frau die Rede, die in diesem Fall „geschlagen“, „gestraft“ oder „verlassen“ werden sollte". Im ZDF-Forum am Freitag vom 1. August 2008 äußerte sich Rabeya Müller in ähnlicher Weise zu der umstrittenen Koran-Sure 4,34. Sie meinte ebenfalls, dass das Wort, das für "schlagen" verwendet wird auch bedeuten kann "getrennte Wege zu gehen". Da drängt sich natürlich der Verdacht der interpretierenden Übersetzung auf. In meiner Übersetzung steht noch schlagt sie.

Sure 4,34 Die Männer stehen den Frauen in Verantwortung vor, weil Allah sie (von Natur vor diesen) ausgezeichnet hat und wegen der Ausgaben, die sie von ihrem Vermögen (als Morgengabe für die Frauen?) gemacht haben. Und die rechtschaffenen Frauen sind (Allah) demütig ergeben und geben acht mit Allahs Hilfe auf das, was (den Außenstehenden) verborgen ist. Und wenn ihr fürchtet, daß (irgendwelche) Frauen sich auflehnen, dann vermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie! Wenn sie euch (daraufhin wieder) gehorchen, dann unternehmt (weiter) nichts gegen sie! Allah ist erhaben und groß.

Der Koran sieht nämlich für gewisse ähnliche Vergehen durchaus die Prügelstrafe vor. Das wird damit erklärt, dass dies eben in der damaligen Zeit üblich war. Solche Verse werden heute gerne als zeitbedingt deklariert. Ist der Koran also kein Buch für die Ewigkeit?

Sure 24, 2 Wenn eine Frau und ein Mann Unzucht begehen, dann verabreicht jedem von ihnen hundert Peitschenhiebe Und laßt euch im Hinblick darauf, daß es (bei dieser Strafverordnung) um die Religion Allahs geht (fie dieni llaahi), nicht von Mitleid mit ihnen erfassen, wenn (anders) ihr an Allah und den jüngsten Tag glaubt Und bei ihrer Bestrafung soll eine Gruppe der Gläubigen (als Zeugen) anwesend sein.

Sure 24, 4 Und wenn welche (von euch) ehrbare Frauen (mit dem Vorwurf des Ehebruchs) in Verruf bringen und hierauf keine vier Zeugen (für die Wahrheit ihrer Aussage) beibringen, dann verabreicht ihnen achtzig Peitschenhiebe und nehmt nie (mehr) eine Zeugenaussage von ihnen an! Sie sind die (wahren) Frevler,

Mein Vorschlag wäre, die "Peitschenhiebe" als "juristische Streicheleinheiten" zu übersetzen. Das klingt nicht ganz so brutal.

 

Die Sklaverei

Zeitbedingt ist natürlich nach moderner Lesart die Sklaverei, obwohl Allah offenbar nichts gegen die Sklaverei einzuwenden hatte. Sie ist fest in der Gesetzgebung integriert. Allah, der ewige Geist, ist hier offenbar dem Zeitgeist gefolgt und das, obwohl doch der Koran für die Ewigkeit gedacht ist.

Sure 2, 221 Und heiratet nicht heidnische Frauen, solange sie nicht gläubig werden! Eine gläubige Sklavin ist besser als eine heidnische Frau, auch wenn diese euch gefallen sollte. Und gebt nicht (gläubige Frauen) an heidnische Männer in die Ehe, solange diese nicht gläubig werden! Ein gläubiger Sklave ist besser als ein heidnischer Mann, auch wenn dieser euch gefallen sollte. Jene (Heiden) rufen zum Höllenfeuer (indem sie zum Unglauben und zu sündigen Handlungen auffordern). Allah aber ruft zum Paradies und zur Vergebung durch seine Gnade. Und er macht den Menschen seine Verse klar. Vielleicht würden sie sich mahnen lassen.

Und gebt nicht gläubige Frauen . . . Gemäß dieser Sure ist auch die in manchen islamischen Ländern bis heute übliche Zwangsheirat gedeckt, zumindest gemäß dieser Übersetzung.

Sure 2, 178 Ihr Gläubigen! Bei Totschlag ist euch die Wiedervergeltung vorgeschrieben: ein Freier für einen Freien, ein Sklave für einen Sklaven und ein weibliches Wesen für ein weibliches Wesen. Und wenn einem (der einen Totschlag begangen hat) von seiten seines Bruders (dem die Ausübung der Wiedervergeltung obliegt) etwas nachgelassen wird, soll die Beitreibung (des Blutgeldes durch den Rächer) auf rechtliche und (umgekehrt) die Bezahlung an ihn auf ordentliche Weise vollzogen werden. Das ist (gegenüber der früheren Handhabung der Blutrache) eine Erleichterung und Barmherzigkeit von seiten eures Herrn. Wenn nun aber einer, nachdem diese Regelung getroffen ist, eine Übertretung begeht (indem er sich an die frühere Sitte der Blutfehde hält), hat er (im Jenseits) eine schmerzhafte Strafe zu erwarten.

Muhammad hat damit die Blutrache teilweise aufgehoben. Zugegeben eine der Leistungen Muhammads. Bei Totschlag kann man sich freikaufen, wenn die Gegenpartei zustimmt..

Sure 4, 92 Kein Gläubiger darf einen (anderen) Gläubigen töten, es sei denn (er tötet ihn) aus Versehen. In diesem Fall ist (als Sühne) ein gläubiger Sklave in Freiheit zu setzen und (außerdem) Wergeld (zu bezahlen), das seinen Angehörigen auszuhändigen ist - es sei denn, sie zeigen sich mildtätig. Und wenn er zu Leuten gehört, die euch feind sind, während er (seinerseits) gläubig ist, ist (als Sühne) ein gläubiger Sklave in Freiheit zu setzen (ohne daß auch noch Wergeld bezahlt wird). Und wenn er Leuten zugehört, mit denen ihr in einem Vertragsverhältnis steht (ohne daß sie ihrerseits den Islam angenommen haben), ist Wergeld (zu bezahlen), das seinen Angehörigen auszuhändigen ist, und (außerdem) ein gläubiger Sklave in Freiheit zu setzen. Und wenn einer keine Möglichkeit findet (einen Sklaven in Freiheit zu setzen), hat er (dafür) zwei aufeinanderfolgende Monate zu fasten. (Das ist) ein Gnadenakt(?) von seiten Allahs. Allah weiß Bescheid und ist weise.

Sure 58, 3 Wenn aber Männer, die sich von ihren Frauen scheiden mit der Formel, sie seien ihnen verwehrt wie der Rücken ihrer Mutter (wa-llaziena yuzaahiruuna min nisaa'ihim), und dann (sie) zurücknehmen möchten, wie sie gesagt haben, ist (als Sühne) ein Sklave in Freiheit zu setzen, (und zwar) ehe Mann und Frau den ehelichen Verkehr (wieder) aufnehmen. Das ist eine Ermahnung an euch. Allah ist wohl darüber unterrichtet, was ihr tut.

Ja - nur wo findet man heute einen Sklaven? Hier ist natürlich eine Alternative vorgesehen.

Sure 58, 4 Und wenn einer keine Möglichkeit findet (einen Sklaven in Freiheit zu setzen), hat er (dafür) zwei aufeinanderfolgende Monate zu fasten. (Auch dies) ehe Mann und Frau den ehelichen Verkehr (wieder) aufnehmen. Wenn einer (auch) dazu nicht in der Lage ist, hat er sechzig Arme zu beköstigen. Dies (ist euch verordnet), damit ihr an Allah und seinen Gesandten glaubt. Das sind die Gebote Allahs. Die Ungläubigen aber haben (dereinst) eine schmerzhafte Strafe zu erwarten.

56 Tage fasten? Ob man das überlebt? Oder gilt hier das Fasten nur zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, wie im Monat Ramadan? Ein reichliches Frühstück vor Sonnenaufgang und ein üppiges Abendessen nach Sonnenuntergang. Und dann gibt es noch die weitere Alternative 60 Kekse an 60 Arme zu verteilen und einen Eimer Wasser zum Nachspülen gibt es natürlich auch umsonst. Das ist mehr als die christlichen Kirchen beim Abendmahl servieren.

Allahs Gerechtigkeitssinn war da offenbar getrübt, als er die Sklaverei stillschweigend gestattete. Die Sklaverei und der käufliche Erwerb von Menschen ist generell ein Unrecht. Sklaverei bedeutet, dass Menschen ein gerechter Lohn verweigert wird. Dies unterscheidet die Sklaverei von einem geregelten Arbeitsverhältnis. Wenn Menschen wie ein Möbelstück verschachert werden, so verstößt dies gegen die Menschenwürde.

Sure 4, 3 (4) Und wenn ihr fürchtet, in Sachen der (eurer Obhut anvertrauten weiblichen) Waisen nicht recht zu tun, dann heiratet, was euch an Frauen gut ansteht(?), (ein jeder) zwei, drei oder vier. Und wenn ihr fürchtet, (so viele) nicht gerecht zu behandeln, dann (nur) eine, oder was ihr (an Sklavinnen) besizt! So könnt ihr am ehesten vermeiden, unrecht zu tun.

Unrecht an Sklavinnen wird hier nicht als Unrecht gewertet. An seinem Besitz kann man kein Unrecht begehen. Die logische Konsequenz aus den oben genannten Versen ist, dass die Sklaverei nicht verboten ist und Sklaven eben wie ein Einrichtungsgegenstand gewertet werden.

Die Sklaverei ist allerdings offiziell heute auch in islamischen Ländern verboten.

 

Was sagt der Koran zum Thema Toleranz

Die interpretierenden Übersetzungen - bei ehrlichen Übersetzungen sind die hinzugefügten Worte in Klammern gesetzt - und die Auswahl der Koranzitate bestimmen ähnlich wie bei christlichen Organisationen (hier bezogen auf die Bibel) das öffentliche Erscheinungsbild. Tatsächlich ist es immer nur die halbe Wahrheit. Dahinter steht momentan die Bemühung der muslimischen Verbände in Deutschlund um staatliche Anerkennung, denn staatliche Anerkennung bedeutet staatlich geförderten Religionsunterricht, staatliche finanzielle Unterstützung und ein paar islamische Feiertage. Vor diesem Hintergrund muss man die Kassler Erklärung vom 20. August 2008 sehen.

Die Muslime akzeptieren damit nach den Worten des hessen-nassauischen evangelischen Kirchenpräsidenten Peter Steinacker (Quelle Newsletter von www.Jesus.de) das Recht auf missionarische Aktivitäten. Außerdem machten sie ihre Bereitschaft deutlich, den Islam mit den Rechtsgrundlagen der deutschen Gesellschaft zu verbinden. Die Erklärung «Mission und Religionsfreiheit in einem säkularen Staat» ist von Vertretern der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion und der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen sowie vom kurhessischen Bischof Martin Hein und von Steinacker unterzeichnet worden.

Der Kirchenpräsident wies darauf hin, dass die islamischen Verbände im Zusammenhang mit der Erklärung ihre religiösen Quellen, besonders den Koran, neu interpretierten. Denn der Koran kenne, wie auch die Bibel, keine Religionsfreiheit im modernen Sinne. Das Eintreten für Religionsfreiheit setze ein historisch-kritisches Verständnis der eigenen Glaubenszeugnisse voraus. Auch Bischof Hein lobte das Dokument als einen «wesentlichen Schritt nach vorn».

«Jeder Mensch hat das Recht, die Religion seiner Wahl anzunehmen», lautet die erste von sechs «Grundüberzeugungen» der «Kasseler Erklärung». «Niemand darf zum Beitritt zu einer Religionsgemeinschaft genötigt oder am Verlassen seiner Religionsgemeinschaft gehindert werden», fährt die Erklärung fort. Die vier Unterzeichner verpflichteten sich, sich für die Achtung dieses Rechtes einzusetzen.

Der Zentralrat der Muslime hatte bereits 2002 in der «Islamischen Charta» erklärt, Muslime akzeptierten auch das Recht, «die Religion zu wechseln, eine andere oder gar keine Religion zu haben». Der Koran untersage Gewaltausübung und Zwang in Glaubensfragen.

Man muss halt nur die passenden Offenbarungen auswählen und nicht jene, die Muhammad bezüglich kriegerischer Auseinandersetzungen hatte. Jene Offenbarungen, wo er seine bedrängten Glaubensbrüder befreien musste. Mich erinnert dies immer an jene Befreiungskriege, die es sowohl mit kommunistischem als auch mit demokratisch westlichem Vorzeichen gab und zum Teil noch immer gibt. Die betroffenen Menschen haben solche Kriege vor allem von ihrem Hab und Gut befreit. In den Köpfen der Menschen ändert sich nur etwas im Dialog mit Andersgläubigen, da dann die eigenen Glaubensüberzeugungen auf dem Prüfstand stehen. Religiöse Organisationen versuchen deshalb immer den Dialog zu begrenzen. Siehe unten "Dialog-Verbote im Koran".

Anmerkung: Die Verszählung kann je nach Übersetzung um ein bis zwei Verse abweichen!

Die toleranten Äußerungen Muhammads finden sich zumeist in den frühen mekkanischen Suren.

Sure 10, 99 Hätte Gott es gewollt, wären alle Menschen auf Erden samt und sonders gläubig geworden. Möchtest du etwa die Menschen zum Glauben zwingen? 

Sure 2, 256 (in manchen Koranausgaben 257) In der Religion gibt es keinen Zwang. Der rechte Weg (des Glaubens) ist (durch die Verkündigung des Islam) klar geworden (so daß er sich) vor der Verirrung (des heidnischen Unglaubens deutlich abhebt). Wer nun an die Götzen (at-taaghuut) nicht glaubt, an Allah aber glaubt, der hält sich (damit) an der festesten Handhabe, bei der es kein Reißen gibt. Und Allah hört und weiß (alles).

Sure 29, 46 Und streitet mit den Leuten der Schrift (den Juden und Christen) nie anders als auf eine möglichst gute Art - mit Ausnahme derer von ihnen, die Frevler sind! Und sagt: "Wir glauben an das, was (als Offenbarung) zu uns, und was zu euch herabgesandt worden ist. Unser und euer Gott ist einer. Ihm sind wir ergeben (muslim)."

Sure 50, (44) 45 Wir wissen sehr wohl, was sie sagen. Und du hast keine Gewalt über sie. Mahne nun mit dem Koran (alle) diejenigen, die meine Drohung (mit dem Gericht) fürchten!

Sure18, 29 (28) Sprich: "Das ist die Wahrheit von eurem Herrn. Wer glauben will, möge glauben, und wer ablehnen will, möge ablehnen. "Wir haben für die Ungerechten eine Hölle bereitet, die sie dem Zelt gleich eingeschlossen hält. Wenn sie um Hilfe flehen, wird ihnen mit einem Wasser geholfen, das siedend heiß wie kochendes, trübes Öl ist und die Gesichter verbrennt. Einen schlimmeren Trunk und eine üblere Ruhestätte gibt es nicht.

 

Wir haben für die Ungerechten die Hölle bereitet . . . (Sure 18, 28 (29)

Der Koran betrachtet die Ungläubigen als Idioten.

Sure 2, 171 Bei den Ungläubigen ist es, wie wenn man Vieh anschreit, das nur Zu- und Anruf hört (ohne die eigentliche Sprache zu verstehen). Taub (sind sie), stumm und blind. Und sie haben keinen Verstand.

Sure 16, 39 (Allah wird dereinst die Toten erwecken und die Menschen zum Gericht versammeln) damit er ihnen klarmacht, worüber sie (im Diesseits) uneins waren, und damit die Ungläubigen (zu) wissen (bekommen), daß sie gelogen haben.

Wer also gegen den Koran argumentiert, dem wird vorgehalten, dass er unwissend ist und daher nur Lügen verbreitet. Und da die Ungläubigen auf diese Weise gelogen haben, werden sie mit dem Höllenfeuer bestraft.

Gemäß dem Koran ist Unglauben mangels Beweisen keine Entschuldigung. Dies gilt insbesondere für die mangelnden Beweise zum "Jüngsten Tag", dem Tag des Gerichts.

Sure 39, 71 Diejenigen, die (in ihrem Erdenleben) ungläubig waren, werden dann in Scharen der Hölle zugeführt. Wenn sie schließlich dort angelangt sind, werden ihre Tore (für sie) geöffnet, und ihre Wärter sagen zu ihnen: "Sind (denn) nicht Gesandte aus euren eigenen Reihen zu euch gekommen, um euch die Verse eures Herrn zu verlesen und euch warnend darauf hinzuweisen, daß ihr (dereinst) diesen Tag (des Gerichts) erleben würdet" Sie sagen: "Jawohl! Aber (wir haben der Warnung keinen Glauben geschenkt). Und das Wort der Strafe ist (nun) an den Ungläubigen in Erfüllung gegangen."

Auch die Gottgläubigen, die nicht an den Koran glauben zählen zu den Ungläubigen.

Sure 4, 150 - 151 Diejenigen, die an Allah und seine Gesandten nicht glauben und zwischen Allah und seinen Gesandten einen Unterschied machen möchten und sagen: "Wir glauben an die einen, und verwerfen die anderen" und einen Zwischenweg einschlagen möchten, das sind die wahren Ungläubigen. Und für die Ungläubigen haben wir (im Jenseits) eine erniedrigende Strafe bereit.

Atheisten gelten als von Allah fehlgeleitet!

Sure 19, 83 Hast du nicht gesehen, daß wir die Satane über die Ungläubigen gesandt haben, damit sie sie aufhetzen?

Sure 40, 74 (und) an Allahs Statt (verehrt) habt?" Sie sagen: "Sie sind uns entschwunden. Nein, wir haben früher (eigentlich) zu (überhaupt) nichts gebetet. "So führt Allah die Ungläubigen irre.

Die schicksalhafte Vorherbestimmung besagt auch, dass nur jemand mit Erlaubnis Allahs gläubig werden darf.

Sure 57, 22 Kein Unglück trifft ein, weder (draußen) im Land noch bei euch selber, ohne daß es in einer Schrift (verzeichnet) wäre, noch ehe wir es erschaffen. Dies (alles zu wissen) ist Allah ein leichtes.

Sure 10, 100 Niemand darf gläubig werden, außer mit der Erlaubnis Allahs. Und er legt die Unreinheit (ridschs) auf diejenigen, die keinen Verstand haben (und daher verstockt bleiben).

Gemäß dem Koran gilt Auferstehung und ewiges Leben für alle Menschen. Nur verbringen dann die Ungläubigen den ewigen "Rest" ihres Lebens in der Hölle unter ständiger Folter. Deshalb wertet der Koran den Missionierungsversuch, insbesondere, wenn er erfolgreich sein sollte schlimmer als den Mord bei gläubiger Gesinnung. Von daher ist auch die Todessehnsucht bei gläubiger Gesinnung verständlich, die insbesondere bei islamischen Selbstmordattentätern zu beobachten ist.

Sure 2,191 Und tötet sie (die Ungläubigen), wo (immer) ihr sie zu fassen bekommt, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben! Der Versuch (Gläubige zum Abfall vom Islam) zu verführen ist schlimmer als Töten. Jedoch kämpft nicht bei der heiligen Kultstätte (von Mekka) gegen sie, solange sie nicht (ihrerseits) dort gegen euch kämpfen! Aber wenn sie (dort) gegen euch kämpfen dann tötet sie! Derart ist der Lohn der Ungläubigen.

Von gemäßigten Islamverbänden wird diese Stelle nur auf die Kriegssituation der damaligen Zeit bezogen.. Dies widerspricht aber der Logik des islamischen Glaubens.

 

Dialogverbote im Koran

Dialogverbote schaden eigentlich dem Ansehen einer Religionsgemeinschaft, denn indirekt bestätigen sie, dass man der Religionskritik nicht gewachsen ist. Insbesondere fürchtet man die Satire. Schon im Alten Testament wird den Gläubigen empfohlen die Spötter zu meiden (Psalm 1,1). Und ähnliche Dialogverbote gibt es auch im Koran.

Sure 4, 140. Und Er hat euch schon in dem Buch offenbart: wenn ihr hört, dass die Zeichen Allahs geleugnet und verspottet werden, dann sitzet nicht bei ihnen (den Spöttern), bis sie zu einem anderen Gespräch übergehen; IHR WÄRET SONST WIE SIE…

Sure 6, 68 - 70 Wenn du jene siehst, die über Unsere Zeichen töricht reden, dann wende dich ab von ihnen, bis sie ein anderes Gespräch führen. Und sollte dich Satan {dies) vergessen lassen, dann sitze nicht, nach dem Wiedererinnern, mit dem Volk der Ungerechten. Den Rechtschaffenen obliegt NICHT die Verantwortung für jene, sondern NUR DAS ERMAHNEN, auf dass sie gottesfürchtig werden. . Lass jene allein, die ihren Glauben als ein Spiel und einen Zeitvertreib nehmen und die das irdische Leben betört hat. Und ermahne (die Menschen) hierdurch, damit nicht eine Seele der Verdammnis anheim falle für das, was sie begangen hat. Keinen Helfer noch Fürsprecher soll sie haben, es sei denn Allah; ...

Sure 3, 28 Die Gläubigen sollen sich nicht die Ungläubigen anstatt der Gläubigen zu Freunden nehmen. Wer das tut, hat keine Gemeinschaft (mehr) mit Allah. Anders ist es, wenn ihr euch vor ihnen wirklich fürchtet. (In diesem Fall seid ihr entschuldigt.) Allah warnt euch vor sich selber. Bei ihm wird es (schließlich alles) enden.

 

Die Abgrenzung gegen Juden und Christen

Wer den Koran liest findet darin zahlreiche Bruchstücke aus dem alten Testament, sowie einige Geschichten aus Evangelien, die sich damals im Umlauf befanden. Zahlreiche Personen des Alten Testaments werden erwähnt. Die Geschichten des alten Testaments und die Geschichten aus den Evangelien erscheinen aber stark verkürzt und auch leicht verändert. Muhammad rechtfertigt diese Veränderungen mit einer Retourkutsche. Er behauptet Christen und Juden hätten die Worte Gottes verfälscht. Der Koran ist deswegen herab gesandt worden, damit wieder die Wahrheit verkündet wird.

Sure 3,  71 Ihr Leute der Schrift (Juden und Christen)! Warum verdunkelt ihr die Wahrheit mit Lug und Trug und verheimlicht sie, während ihr (doch um sie) wißt? 

Sure 3, 78 Und einige von ihnen verdrehen den Wortlaut der Schrift, damit ihr meint, es stamme aus der Schrift, während es (in Wirklichkeit) nicht daraus stammt, und sagen, es stamme von Allah, während es (in Wirklichkeit) nicht von ihm stammt. Damit sagen sie gegen Allah wissentlich eine Lüge aus.

Sure 6, 91 Und Sie haben Allah nicht richtig eingeschätzt. (Damals) als sie sagten: "Allah hat nichts (als Offenbarung) auf einen Menschen (baschar) herabgesandt." Sag: Wer hat (denn) die Schrift herabgesandt, die (seinerzeit) Moses als Licht und Rechtleitung für die Menschen gebracht hat? Ihr macht sie (indem ihr Texte daraus abschreibt, eurerseits) zu Pergamentblättern (qaraatis), die ihr der Öffentlichkeit zugänglich macht, während ihr (gleichzeitig) vieles (von der Offenbarung) geheimhaltet. - Ihr wurdet (ja durch die Offenbarung manches) gelehrt, was (vorher) weder ihr noch eure Väter wußten. - (Wer hat euch das alles zukommen lassen?) Sag: Allah. (Aber) laß sie nun (weiter) in ihrem Geplauder (mit der Wahrheit) ihr Spiel treiben! (Sie mögen darin verharren, bis sie dereinst eines Besseren belehrt werden.)

Diese Verfälschung wird dann mit den Widersprüchen der Bibel begründet. Für den Koran wird behauptet, dass er widerspruchsfrei ist und nicht im Widerspruch zur Naturwissenschaft steht. Islamische Exegeten lesen zum Beispiel aus bestimmten Koranstellen heraus, dass das Universum durch einen Urknall entstand. Gleichzeitig geben aber diese Exegeten zu, dass sie nicht unfehlbar sind und nur die Sure im arabischen Wortlaut gültig ist. Man hat sich so rückversichert, falls sich eine naturwissenschaftliche Erkenntnis als falsch erweisen sollte.

Da es ähnlich wie christlichen protestantischen Gruppen kein allgemein gültiges Lehramt gibt und der Koran zahlreiche mehrdeutige Stellen enthält und bei der Übersetzung dann Worte ergänzt werden, um den Text eindeutig zu machen, gibt es schon hier erhebliche Differenzen. Die ehrlichen Übersetzer setzen solche Texte, die ergänzt wurden in Klammern. Die Vieldeutigkeit arabischer Worte kommt hinzu.

Die exegetischen Mittel, mit denen Widersprüche zum naturwissenschaftlichen Weltbild wegdiskutiert werden, sind dabei die gleichen wie sie von christlich fundamentalistischen Kirchen verwendet werden.

 

Gibt es Bezüge zum antiken Weltbild im Koran?

Da wird natürlich jeder Exeget des Korans sofort widersprechen und einem eine entsprechende Interpretation des Korans liefern, die dies widerlegt. Eine Interpretation, die dann in manchen Fällen sogar nahe legt, dass der Autor, nämlich Allah höchst persönlich im Koran naturwissenschaftliche Erkenntnisse niedergeschrieben hat, die erst in unseren Tagen entdeckt wurden.

Der Islam braucht diesen Realitätsbezug, um die Gültigkeit der Offenbarung des Koran beweisen zu können. Nach dem Glauben der Muslime sind im Koran, so aus der Antwort einer  Muslima zitiert,

"die reinen Wörter ALLAHs und nicht eines Menschen und damit auch nicht die Wörter Muhammads (Friede und Segen ALLAHs seien mit ihm). Das gilt aber nur für den Quran in arabischem Original. Jede Übersetzung des Qurans, kann nicht mehr als Quran bezeichnet werden, da es eigene Wörter der Menschen sind. Nur das arabische Orginal ist das unverfälschte Wort ALLAHs, weil es dort genau so da steht, wie Sein Wortlaut, den Er Muhammad über den Engel Gabriel offenbart hat.

Der Schöpfer hat uns in dem Quran, seiner letzten Offenbarung an die Menschen, neben Informationen über die Schöpfung der Welt, über das Jenseits, Seinen Geboten und Verboten, usw., unter anderem Geschichten von früheren Propheten und Personen mitgeteilt."

Hierzu gab es allerdings in einer anderen E-Mail sinngemäß folgende Ergänzung: "Der Koran ist zwar das Wort Allahs. Aber gelegentlich wiederholt Allah nur das was andere sagen. Das, was Allah zitiert, ist nicht unbedingt die Meinung Allahs, sondern eben die Meinung eines fehlbaren Menschen."

Hier deutet sich an, dass die islamische Theologie allmählich abrückt von der These der Koran sei Gotteswort. Ähnlich wie bei den großen christlichen Kirchen wird aus "Gotteswort" bei kritischer Nachfrage "Gotteswort im Menschenwort".

Der Knackpunkt ist, dass Muhammad den Koran Menschen gepredigt hat, die im antiken Weltbild verhaftet waren. Der Koran korrigiert an keiner Stelle das antike Weltbild. Die wörtliche Übersetzung fügt sich gut in das antike Weltbild ein. Und Muhammad hat die bahnbrechenden naturwissenschaftlichen Erkenntnisse, die nach entsprechender Interpretation im Koran enthalten sind, nicht in technische Entwicklungen umgesetzt, die mit damaligen Mitteln realisierbar waren. Er hat nicht den Stahlhelm erfunden, um seine Soldaten zu schützen. Er hat nicht die Druckerpresse bauen lassen, um seine Offenbarungen weiträumig zu verteilen.

Sehen wir uns nun an, was im Koran steht, bzw. in einer der deutschen Übersetzungen:

 

----------------- Die Ehrenbezeugung der Sonne -----------------

Sure 12, 4 - 6 (Damals) als Joseph zu seinem Vater sagte: "Vater! Ich habe (im Traum) elf Sterne und die Sonne und den Mond gesehen. Ich sah sie (voller Ehrfurcht) vor mir niederfallen." Sein Vater sagte: "Mein Sohn! Erzähle dein Traumgesicht nicht deinen Brüdern, sonst werden sie eine List gegen dich anwenden! Der Satan ist dem Menschen ein ausgemachter Feind (und immer bereit, Zwietracht zu stiften). So (wie du geträumt hast?) wird dein Herr dich erwählen. Und er wird dich lehren, Träume zu deuten, und seine Gnade an dir und an der Sippe Jakobs vollenden, so wie er sie früher an deinen beiden Vorvätern Abraham und Isaak vollendet hat. Dein Herr weiß Bescheid und ist weise."

Die gleiche Geschichte findet man in ähnlicher Form auch in der Bibel.

Auch wenn der Traum nur als Gleichnis gedeutet wird, so sagt er doch etwas über das Weltbild jenes Joseph aus. Wäre die Sonne vor ihm niedergefallen, dann wäre er mitsamt der Erde zu einem Rauchwölkchen verglüht. Davon ist jedoch im Koran nicht die Rede. Im antiken Weltbild waren die Himmelkörper Lichtgestalten, himmlische Wesen. Der Traum wird folglich als Ehrenbezeugung der Sonne gedeutet und aus diesem Sachverhalt ergibt sich, dass Joseph nun zu den Auserwählten gehört. Die Ehrenbezeugung der Sonne gibt es noch in weiteren Koranstellen, zum Beispiel

Sure 22 Al-Hadsch 18

Hast du denn nicht gesehen, daß sich vor Allah (alle in Anbetung) niederwerfen, die im Himmel, und die auf der Erde sind, desgleichen die Sonne, der Mond und die Sterne, die Berge, die Bäume, die Tiere (dawaabb) und viele von den Menschen? Aber an vielen geht die (Androhung der) Strafe in Erfüllung. Wenn Allah jemand erniedrigt, gibt es niemand, der ihm Ehre erweisen würde. Allah tut, was er will.

Wie wird das von Muslimen interpretiert? Nach dem Glauben der Muslime hat jedes Ding und jedes Lebewesen im Universum seine Funktion und in dieser Funktion gehorcht es dem Willen Allahs und in diesem Gehorsam wird eine Verehrung Allahs gesehen.  

Das ist nichts anderes als die modern verpackte antike animistische Denkweise, wonach alle Dinge beseelt sind. 

Man macht hier aus einem naturgesetzlichen Ablauf einen komplexen menschlichen Denkvorgang, der die Kenntnis des religiösen Gedankengebäudes voraussetzt. Um Gott zu verehren, muss ich von seiner Existenz überzeugt sein.  

In der Vermenschlichung von Dingen geht der Prophet so weit, dass er sogar Steinen Gefühle zuschreibt.

Sure 2, 74 Hierauf, nachdem das (alles) geschehen war, verhärteten sich eure Herzen, so daß sie (schließlich) wie Steine waren, oder noch härter. (Denn) unter den Steinen gibt es welche, aus denen Bäche hevorbrechen, und andere, die sich spalten, worauf Wasser aus ihnen herauskommt, und wieder andere, die aus Furcht vor Allah (von den Berghängen?) herunterkommen. Allah gibt sehr wohl acht auf das, was ihr tut.

 

 

----------------- Wo die Sonne untergeht  -----------------

Sure 18, 86 Als er schließlich an den Ort gelangte, an dem die Sonne untergeht, fand er, daß sie in einer verschlammten Quelle untergeht. Und er fand bei ihr ein Volk vor. Wir sagten: "Du mit den zwei Hörnern! Entweder nimmst du eine Bestrafung vor, oder du läßt unter ihnen Güte walten (tattakhiza fiehim husnan)."

Sure 18,  90 Als er schließlich an den Ort gelangte, an dem die Sonne aufgeht, fand er, daß sie über Leuten aufgeht, denen wir keinen Schutz (sitr) vor ihr geschaffen haben.

Als ich diese Stelle unvoreingenommen, d. h. ohne die Kenntnis irgendwelcher Kommentare gelesen habe, war für mich klar, dass der Prophet hier zum wiederholten Male sein antikes Weltbild dokumentiert hat, nach dem die Sonne irgendwo am Ende der Welt untergeht und am anderen Ende wieder aufgeht. In der Gewissheit, dass dies vielleicht auch Muslime überzeugen könnte, schickte ich eine Anfrage an eine muslimische Webseite, die mir im "ZDF-Forum am Freitag" empfohlen wurde. Von der Muslima Frau Hadhemi Gafsi bekam ich folgende Antwort:

Ich würde mich sehr auf eine Erklärung von Ihnen freuen, warum diese Verse ihrer Meinung nach im Widerspruch zur Wissenschaft stehen, nachdem Sie sich dazu folgende Erläuterungen aus "Die Bedeutung des Korans", München 1998, SKD-Verlag durchgelesen haben:

Zitat:

Sure 18, 86. "Bis er den Sonnenuntergang erreichte 1, und es erschien ihm 2, als ob sie In einer schlammigen Quelle unterging. 3 Und er stieß dort auf ein Volk. 4 Wir sprachen: 5 'O Dhul-Qarnain! Du kannst sie entweder bestrafen oder ihnen Gutes zuteil werden lassen.'" 6

1. Dies bedeutet, dass er den entferntesten Punkt in westlicher Richtung, zu dem er je reisen konnte, erreichte, und zwar auf der Erde und nicht im Himmel, wie manche Erzähler behaupten. (ibn Kathir)

Dies ist die Stelle am Horizont, hinter der sich die Sonne für den Zuschauer versteckt, was natürlich für jeden verschieden ist. Während für die einen diese Stelle hinter einem Berg liegt, ist sie für die anderen hinter Ozeanen oder Meeren oder hinter den Sandflächen in der Wüste. (Qutb)

Die erste der drei hier erwähnten Episoden ist seine Reise nach Westen. "Am Untergang der Sonne ankommen" bedeutet nicht, dass er den äußersten Westen erreicht hatte, denn so etwas gibt es nicht. Osten und Westen sind relative Begriffe. Es bedeutet, dass die Expedition nach Westen durch eine "schlammige Quelle" ein Ende fand. Dies hat die Kommentatoren verwirrt, und sie haben dies für den finsteren, stürmischen Ozean gehalten. (Juusuf `Allii)

2. "Wadschada" hat zwei verschiedene Bedeutungen: "er fand" und "er nahm wahr". Hier ist es in letzterem Sinne gebraucht, so dass der Satz bedeutet: "es erschien ihm, als ob die Sonne... unterging". (Darjabadi)

3. Wie es dem, der sich auf dem Meer befindet, erscheint, dass die Sonne hinter dem Ozean untergeht, so erschien es Dhul-Qarnain, als ob die Sonne in einer finsteren tiefen Grube unterginge. (Asad)

Das wahrscheinlichste ist, dass dies eine Flussmündung war, an der sich das Gras häuft. Dort steht meistens ein klebriger Schlamm. (Qutb)

"'Ayn? bedeutet in erster Linie "Quelle"; es bedeutet aber auch "Wassermenge". "adschadahaa" habe ich mit "es schien ihm, als ob (sie unterging)" übersetzt. Vergleiche Rasi und ibn Kasthr, die beide drauf hinweisen, dass es sich hier um eine Metapher handelt, die auf der optischen Täuschung beruht, dass die Sonne "im Meer versinkt", und Rasi erklärt dies ganz korrekt damit, dass die Erde rund ist (seinen Angaben zufolge wurde diese Klärung bereits in dem -jetzt verloren gegangenen - Qur'ankommentar von Abu `All Al-'Ubayy, einem mu`tasilitischen Gelehrten zu Beginn des 10. Jahrhunderts n. Isa., angeführt). (Asad)

4. Ein mächtiges Volk. (ibn Kathir) Ein frevelhaftes Volk. (Al-Dschalalain)

Ein Volk, das ungerechte Handlungen aller Art beging. (Asad)

5. War dies eine Offenbarung von Allah oder erkannte er die Lage der Dinge, als Allah ihn gegen dieses Volk einsetzte? (Qutb)

6. Nachdem Allah ihn die Macht über sie gewinnen ließ und er sie besiegte, stellte Er ihn vor die Wahl, sie entweder zu töten oder gefangen zu nehmen, oder aber ihnen die Freiheit zu schenken. (ibn Kathir)

Er war mächtig und hatte große Möglichkeiten. Hier bekam er Autorität über ein wildes, unruhiges Volk. Würde er mit den Menschen streng umgehen und sie strafen, oder würde er um jeden Preis Frieden suchen, das heißt Gewalt und Unrecht tolerieren, solange sie nicht an seiner Macht rüttelten? Er wählte noch etwas Besseres, wie aus dem nächsten Aja hervorgeht. Um die Schwachen und Unschuldigen zu schützen, strafte er die Schuldigen, aber der dachte stets daran, dass die wahre Strafe im zukünftigen Leben fällig wird - die wahre und endgültige Gerechtigkeit vor Allahs Thron. (Juusuf `Allii)

Diese Erlaubnis Allahs, zwischen zwei möglichen Vorgehensweisen zu wählen, ist nicht nur ein Ausdruck für die Willensfreiheit, die Allah dem Menschen gegeben hat, sondern begründet auch das wichtige Rechtsprinzip des "Istihsaan" (Suche nach der am besten durchführbaren Möglichkeit), das einem Regierenden ermöglicht zu entscheiden, was zum größten Nutzen der Gesellschaft führt. Dies ist die erste "Lehre" aus dieser Geschichte. (Asad)

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Sure 18, 90. "Bis er den Sonnenaufgang erreichte und er fand, dass sie über einem Volk aufging, für das Wir keinen Schutz vor ihm geschaffen hatten." 2

Anmerkung:. "

1. Sonnenaufgang" hat eine Bedeutung analog zu ?Sonnenuntergang" in Aja 86; siehe die entsprechende Fußnote. (Juusuf `Allii)

Dies ist der östlichste Punkt seiner Expedition. (Asad)

2. Sie hatten weder Schutz in Form von Kleidung noch in überdachten Behausungen. Ihr Land konnte keine Gebäude tragen, so verkrochen sie sich tagsüber in unterirdischen Gewölben, die sie erst am Nachmittag verließen. (Al-Dschalalain)

Es muss sich dabei um ein offenes, bloßes Land gehandelt haben, wo es keinen Schutz vor der Sonne gab, weder Berge noch Bäume, so dass die Menschen unmittelbar der Sonneneinstrahlung ausgesetzt waren. Diese Beschreibung trifft auf Wüsten und weite ungeschützte Landstriche zu, jedoch kann mit diesen Angaben das Land geographisch nicht lokalisiert werden; wir wissen nur, dass es im fernsten Osten gelegen haben muss. (Qutb)

Soweit das Zitat aus dem Buch Erläuterungen aus "Die Bedeutung des Korans", München 1998, SKD-Verlag

In einer weiteren E-Mail schrieb Frau Gafsi dazu:

Die von Ihnen erwähnten Verse aus der 18. Sura ab Vers 83 handeln von Dhul-Qarnain (wörtlich: der mit den zwei Hörnern). Es handelt sich um den Bynzantiner Alexander, König von Persien und Byzanz. Man bezeichnet ihn auch als König des Ostens und des Westens und hat ihm daher diesen Namen "der mit den zwei Hörnern" gegeben, oder auch weil seine Krone zwei Hörner hatte. Man ist sich darüber uneinig ob er ein Prophet war. Aber man ist sich darüber einig, dass er ein ehrenvoller, gottergebener (also muslimischer) und rechtschaffener Mann war.

Soweit Frau Hadhemi Gafsi Webmasterin von http://www.islam-verstehen.de 

Man ist hier leicht geneigt bei der Geschichte vom König mit den zwei Hörnern den Helm mit den zwei Hörnern hineinzuinterpretieren. Es kann aber durchaus durch Entzündungen der Kopfhaut zu einer Verstopfung von Talkdrüsen kommen. Diese Talkdrüsen produzieren weiter Talk und die Haut bläht sich an dieser Stelle auf, was im Extremfall dann aussieht, als würde diesem Menschen ein Horn am Kopf wachsen.

Es sei noch hinzugefügt, dass Frau Gafsi keine islamische Theologin ist, sondern zu diesem Zeitpunkt angehende Diplom-Biologin war, vielleicht inzwischen Diplombiologin. Ihr Bruder ist Physiker.

Durch die Terroranschläge entsteht ja manchmal das Bild, als hätten die islamischen Verbände in ihren Reihen nur ungebildete Mitglieder, Arbeiter aus den Autofabriken oder bei der Müllabfuhr, Einwanderer aus unterentwickelten islamischen Ländern, Leute, die andere für sich denken lassen. Wer dies meint, unterschätzt den Islam. Man darf hier nicht übersehen, dass ja nicht der Koran geglaubt wird, sondern das, was die Theologie daraus entwickelt hat.

In dem islamkritischen Buch von Ibn Warraq "Warum ich kein Muslim bin" steht zu der Koransure 18 ab Vers 83 sinngemäß folgendes:

Die Quelle bei der der Prophet seine Anleihe zu dieser Sure genommen hat, ist u. a. der Alexander-Roman. Die unmittelbare Quelle des Alexander-Romans ist zu finden in der altsyrischen Literatur, in der Ballade des Alexander, dessen Quelle letztlich der Alexander-Roman des Pseudo-Calisthenes ist, der vielleicht bis 100 v.Chr. zurückreicht. Die altsyrische Version berichtet davon, wie Alexander und sein Koch Andreas sich aufmachen, um die Quelle des Wassers des Lebens zu finden. Wir wissen aus der altsyrischen Version der Legende, daß Alexander der Zweihörnige genannt wurde, weil Gott „auf meinem Haupte Hörner wachsen ließ, damit ich die Königreiche der Welt damit unterwürfe". Der qur'anische Bericht fährt damit fort, daß er noch zusätzlich die Geschichte von Gog und Magog in die Alexandersage hineinbringt. (Vgl. in der Bibel 1. Mose (Genesis). 10,2; Hesekiel (Ezechiel) 38)

 

----------------- Die beiden großen Wasser -----------------

Sure 25, 53 Und Allah ist es, der die beiden großen Wasser (al-bahraini) hat strömen lassen (maradscha), - das eine, das süß ist und frisch schmeckt (furaat), und das andere, das salzig ist und (auf der Zunge) brennt (udschaadsch), - und (der) zwischen beiden eine Schranke (barzakh) und ein "verwehrt und verboten" (? hidschran mahdschuuran) gesetzt hat (so daß die Bereiche des Süß- und des Salzwassers gegeneinander abgetrennt bleiben). (Siehe auch Sure 35, 12)

Sure 18, 60 - 61 Und (damals) als Moses zu seinem Burschen (fataa) sagte: "Ich werde nicht aufhören (zu reisen), bis ich die Stelle erreiche, an der die beiden großen Wasser zusammenkommen (madschma`a l-bahraini), auch wenn ich sehr lange unterwegs sein muß." Als die beiden nun die Stelle erreicht hatten, an der sie zusammenkommen, vergaßen sie ihren Fisch. Der nahm seinen Weg in das große Wasser (bahr) (und schwamm) auf und davon (saraban).

Die Stelle in Sure 18, 60 - 61 ist nach Meinung des Koran-Kritikers Ibn Warraq ebenfalls dem Alexander-Roman entlehnt (Siehe den Kommentar im vorangegangenen Abschnitt). Im Alexanderroman geht Alexander mit seinem Burschen auf die Suche nach dem Wasser des Lebens.

Mit der Stelle in Sure 18, 60 - 61  ist klar, dass es nur eine Stelle gibt, wo die beiden großen Wasser zusammentreffen. Im Weltbild des Propheten gab es offenbar zwei Wasserkreisläufe angetrieben durch das Lebensprinzip, den Logos. Einen für das Süßwasser und einen für das Salzwasser. Beide durch eine Scheidewand / Schranke getrennt. Beide gespeist aus jeweils einem großen Wasser(becken / strom). Die Stelle, wo die beiden großen Wasser zusammentreffen (Quellgebiet) muss auf der Erde sein, denn Moses ist dort hingelaufen.

In einigen Kommentaren ist von Straße von Gibraltar die Rede. Hier gibt es an der Oberfläche eine Meeresströmung vom Atlantik in das Mittelmeer. Durch die starke Strömung und das unterschiedliche spezifische Gewicht von Mittelmeerwasser und Atlantik gibt es aber auch gleichzeitig eine gegenläufige Strömung von Mittelmeerwasser in den Atlantik. In Verbindung mit oft vorherrschenden Westwinden, die sich in der Straße durch Düsenwirkung verstärken, war sie lange ein für Schiffe schwer zu überwindendes Hindernis. Schon in der Antike wurde die Strömung in den Atlantik für Schiffe mit einem Treibanker als Antrieb nutzbar gemacht (Quelle Wikipedia). Gibraltar und gegenüber das Atlasgebirge (siehe Atlassage)  galt in der Antike als das Ende der Welt.

Die Interpretation, dass es sich bei den zwei Strömen um jene bei Gibraltar handelt, ist jedoch heute nicht mehr haltbar. Bei Gibraltar sind es zwei Salzwasserströme und nicht Süß- und Salzwasser wie im Koran. Das Problem ist auch, dass es viele solcher Stellen mit gegensätzlichen Strömungen gibt. Im Koran aber immer nur von den beiden großen Wassern gesprochen wird. Ein weiteres Problem ist, dass sich die beiden Wasser, nämlich Süß- und Salzwasser an der Mündung der Flüsse vermischen.

Aber da nicht sein kann, was nicht sein darf, nämlich ein Widerspruch des Koran zum naturwissenschaftlichen Weltbild, fanden die Interpretationskünstler neue Wege.

Hier nun jene Interpretation, die mir von einem islamischen Gesprächspartner zugesandt wurde.

Sure 55, 19 - 20 "Er hat den beiden Gewässern, die einander begegnen freien Lauf gelassen. Zwischen ihnen steht eine Scheidewand, so dass sie nicht ineinander übergreifen."

Unter den Qur´ankommentatoren gab es zwei verschiedene Meinungen bezüglich der Interpretation dieser Verse. Die große Mehrheit sagte, dass es sich um Grenzen zwischen Meeren handelt. Sie sagten, dass in dem Vers: "Er hat den beiden Gewässern, die einander begegnen freien Lauf gelassen..." das arabische Wort "maraja", welches hier mit "freien Lauf gelassen" übersetzt ist und die Bedeutung des deutschen Wortes "mischen" hat. Und weiter sagen sie, dass der darauffolgende Vers: "Zwischen ihnen steht eine Scheidewand, so dass sie nicht ineinander übergreifen." bedeutet, dass keines der beiden sich begegnenden Meere das andere überflutet.

Diejenigen, die die zweite Auffassung vertraten antworteten darauf: "Wie kann es sein, dass zwischen beiden Meeren eine Scheidewand d.h. Grenzwand besteht und beide sich gegenseitig nicht überfluten, wobei ihr doch sagt, dass das Wort "maraja" gleichbedeutend mit "mischen" ist.

Wie können sich also zwei Meere mischen, wenn zwischen ihnen eine Grenzschicht ist? Allah (swt) hat doch gesagt, dass keines der Meere das andere überflutet." Und so meinten die Befürworter dieser zweiten Auffassung, dass das Wort "maraja" nicht mischen bedeuten kann.

Schließlich kam die moderne Wissenschaft und die Meeresforscher entdeckten die hier angesprochenen Details. Es ist tatsächlich so, dass sich die beiden Gewässer mischen. Das Wasser des Mittelmeeres tritt in das Wasser des atlantischen Ozeans ein und umgekehrt.

Zwischen beiden Meeren gibt es eine schiefe Scheidewand. Durch diese wird das Wasser des einen Meeres ins jeweils andere Meer transportiert. Jedoch verliert das transportierte Wasser während des Transports durch diese Grenzschicht seine ursprünglichen Eigenheiten und nimmt die Eigenschaften des neuen Meeres an. Und so überflutet kein Gewässer das andere.

Soweit der Kommentar.

Eine unbefriedigende Interpretation. Es gibt natürlich keinen Transport durch die Grenzschicht, sondern das Wasser vermischt sich durch Verwirbelung. Das Problem bleibt, dass der Koran nur von den beiden großen Wassern spricht, also nur von zwei Wassern. Wer mehr daraus macht überinterpretiert den Korantext.

 

 

----------------- der demütige Schatten -----------------

Sure 13, 15 Und vor Allah werfen sich (alle), die im Himmel und auf Erden sind, - sei es freiwillig, sei es widerwillig - (in Anbetung) nieder, und (dazu) ihre Schatten, morgens und abends.

 

Sure 16, 48 Haben sie denn nicht gesehen, wie die Schatten dessen, was Allah an Dingen (schai') geschaffen hat, (morgens und abends) nach rechts und links wandern, indem sie sich demütig vor Allah niederwerfen?

 

Al-Fuquaan 45 Hast du denn nicht gesehen, wie dein Herr den Schatten (in der Frühe) lang werden läßt? Wenn er wollte, hätte er ihn stillstehen lassen. Hierauf (bei fortschreitender Tageszeit) machen wir die Sonne zu einem Hinweis auf ihn (so daß man ihn je nach dem Stand der Sonne bestimmen kann, und umgekehrt?) .

 

Al-Mursalaat 30 - 31 Begebt euch (am Tag des "Jüngsten Gerichts") in einen (höllischen) Schatten mit drei Verzweigungen (schu`ab), der nicht (wirklich) Schatten spendet und vor dem Lodern (des Höllenfeuers) nicht schützt! "

 

----------------- Der Himmel  / Die Himmel -----------------

 

Sure 41, 9 - 12 Sag: Wollt ihr wirklich nicht an den glauben, der die Erde in zwei Tagen geschaffen hat, und behaupten, daß er (andere Götter) seinesgleichen (neben sich) habe? Er nur ist der Herr der Menschen in aller Welt (al-`aalamuun). Und er hat auf ihr feststehende (Berge) gemacht (die) über ihr (hoch aufragen). Und er hat sie gesegnet und die Nahrungsmittel (für Mensch und Vieh) auf ihr (im richtigen Maß) bestimmt. (Das alles hat er) in (insgesamt) vier Tagen (geschaffen) - eine glatte Rechnung für diejenigen, die (danach) fragen (? sawaa`an lis-saa`iliena). Hierauf richtete er sich zum Himmel auf, der (damals noch) aus (formlosem) Rauch bestand, und sagte zu ihm und zur Erde: "Kommt her, freiwillig oder widerwillig!" Sie sagten: "Wir kommen freiwillig". Und er bestimmte, daß es sieben Himmel sein sollten, (und erschuf diese Himmel) in zwei (weiteren) Tagen. Und in jedem Himmel gab er die Weisung über das, was darin geschehen sollte (wa-auhaa fie kulli samaa`in amrahaa). Und den unteren Himmel versahen wir mit dem Schmuck von Lampen (masaabieh) und (bestimmten diese auch) zum Schutz (vor neugierigen Satanen). Das ist (alles) von ihm bestimmt, der mächtig ist und Bescheid weiß.

In diesem Schöpfungsbericht wird die Schöpfung in acht Tagen vollendet. In anderen Koransuren sind es nur 6 Tage. In der Interpretation wird aus dem Tag ein Zeitabschnitt, der aber dann unterschiedlich lang definiert wird, weil nicht sein kann, was nicht sein darf - ein Widerspruch im Koran.

 

Auf die Frage, ob sie freiwillig oder widerwillig kommen, antworten sie (Himmel und Erde): "Wir kommen freiwillig". Erde und Himmel werden personalisiert, mit einem eigenen Willen versehen, den sie auf Grund ihrer Funktion (siehe oben) gar nicht haben. Die Personalisierung der Erde gab es auch in anderen Kulturen der damaligen Zeit. In der griechischen Mythologie ist es Gäa die Gemahlin er Uranus und Göttin alles Lebens.

 

Die Erde wird vor den sieben Himmeln geschaffen. Dies widerspricht der naturwissenschaftlichen Sichtweise. Die Erde enthält schwere Elemente. Nach heutiger Kenntnis werden schwere Elemente nur in Sternen gebildet. Die Erde entstand sozusagen aus Sternenstaub.

 

Nach der Sure 41, 9 - 12  bestand der Himmel, bevor die sieben Himmel geschaffen wurden aus (formlosem) Rauch. Das Wort (formlos) ist hier hinzugefügt um dann die sieben Himmel als Schichtenaufbau der Atmosphäre deuten zu können. So deutet dies jedenfalls der Interpret Harun Yahya. Die Sache hat nur den Haken, dass in Sure 37, 6 steht "Wir haben den unteren Himmel mit dem Schmuck der Sterne versehen." Siehe auch die bereits erwähnte Sure 41, 9 - 12.

Sure 37, 6 - 11 Wir haben den unteren Himmel mit dem Schmuck der Sterne versehen. 7 und (diese auch) zum Schutz vor jedem rebellischen Satan (bestimmt). Die Satane können (auf diese Weise) dem obersten Rat (der Engel) (al-mala' al-a`laa) nicht zuhören. Vielmehr wirft man von überallher (mit Sternen?) nach ihnen, um (sie schmählich) zu verjagen. - Und sie haben (dereinst) eine (ewig) dauernde Strafe zu erwarten. - 10 (Sie haben keinen Zugang zu dem Wissen, an dem die Engel teilhaben) es sei denn, einer schnappt (zufällig) etwas auf, worauf ihm ein blendend heller Feuerbrand hinterherfolgt. Frag sie doch um Auskunft: Waren sie (in ihrer Eigenschaft als Menschen etwa) schwerer zu erschaffen, oder die (Wesen), die wir (sonst noch) erschaffen haben? Wir haben sie aus kompaktem Lehm geschaffen.

Sure 13, 2 Allah ist es, der die Himmel, ohne daß ihr (irgendwelche) Stützen sehen würdet, emporgehoben und sich daraufhin auf dem Thron zurechtgesetzt hat (um die Welt zu regieren). Und er hat die Sonne und den Mond in den Dienst (der Menschen) gestellt - jedes (der beiden Gestirne) läuft (seine Bahn) auf eine bestimmte Frist. Er dirigiert (von seinem Thron aus?) den Logos (amr). Er setzt die Zeichen auseinander. Vielleicht würdet ihr euch davon überzeugen lassen, daß ihr (dereinst) eurem Herrn begegnen werdet.

Wenn Allah die Himmel emporgehoben hat, dann hatten die Himmel ein Gewicht und lagen unten. Die Frage ist: Wo ist unten und oben im Universum? Da Muhammad seine Worte an seine Landsleute richtet, die im antiken Weltbild verhaftet sind, beziehen sich seine Worte auf deren Sichtweise, denn es heißt: Ohne, dass ihr irgendwelche Stützen sehen würdet.

Sure 11, 7 Und er ist es, der Himmel und Erde in sechs Tagen geschaffen hat, während sein Thron (bis dahin) über dem Wasser schwebte, damit er euch (Menschen) auf die Probe stelle (und sehe), wer von euch am besten handelt. Und wenn du sagst: Ihr werdet nach dem Tode auferweckt werden, sagen diejenigen, die ungläubig sind: "Das ist ganz offensichtlich Zauberei."

Ähnlich wie die Bibel geht der Koran von einem Originärgewässer aus über dem Gott schwebte. In Interpretationen christlicher Fundamentalisten wird das Wasser in Wasserstoff uminterpretiert.

Sure 25, 59 (Er) der Himmel und Erde, und (alles) was dazwischen ist, in sechs Tagen geschaffen und sich daraufhin auf dem Thron zurechtgesetzt hat (um die Welt zu regieren). (Er ist) der Barmherzige. Frag doch (wenn du irgendwelche Zweifel haben solltest) einen, der über ihn Bescheid weiß! (Sure 32, 4;  Sure 50, 38)

 

Sure 57, 4 Er ist es, der Himmel und Erde in sechs Tagen geschaffen und sich daraufhin auf dem Thron zurechtgesetzt hat (um die Welt zu regieren). Er weiß, was in die Erde eindringt und aus ihr herauskommt, und was vom Himmel herabkommt und dorthin aufsteigt. Er ist mit euch, wo ihr auch seid. Allah durchschaut wohl, was ihr tut.

Was vom Himmel herabkommt . . . Wenn man den Himmel in dieser Stelle als Universum interpretiert, dann stellt sich die Frage: Wo ist oben im Universum? Wo ist der Thron Gottes?

Sure 21,30 Haben denn diejenigen, die ungläubig sind, nicht gesehen, daß Himmel und Erde eine zusammenhängende Masse (ratq) waren, worauf wir sie getrennt und alles, was lebendig ist, aus Wasser gemacht haben? Wollen sie denn nicht glauben?

Von manchen islamischen Interpreten, wie zum Beipiel Harun Yahya wird in diesen Vers die Urknalltheorie hineininterpretiert (Himmel und Erde eine zusammenhängende Masse). Dagegen steht die Sure 13, 2, die erklärt wie Allah Erde und Himmel getrennt hat. Nämlich indem er den Himmel emporgehoben hat. Im Übrigen wendet sich Muhammad mit diesem Vers an seine Landsleute, die im antiken Weltbild verhaftet waren (Haben denn diejenigen, die ungläubig sind, nicht gesehen).

Sure 51,47 Den Himmel haben wir mit Kraft festgefügt und wir sind wohl imstande ihn zu erweitern.

Der islamische Interpret Haun Yahya nterpretiert hier die Ausdehnung des Raumes hinein (wir sind imstande den Himmel zu erweitern).

Im antiken Weltbild war, wie bereits erwähnt der Himmel ein Gewölbe. Das musste nach damaliger Vorstellung jemand mit großer Kraft zusammengefügt haben. Um dem leeren Raum (dem Nichts) ein weiteres Nichts hinzuzufügen wird man wohl keine Kraft benötigen, es sei denn man muss hier Materie wegdrücken. Bisher kennt man keine Grenze des Raumes.

 

----------------- Die Tore des Himmels  -----------------

Sure 54,  11 Da öffneten wir die Tore des Himmels, daß das Wasser (nur so) strömte,

Und wo Tore sind, da gibt es natürlich auch Schlüssel.

Sure 39,63 Er hat die Schlüssel von Himmel und Erde. Diejenigen, die an die Zeichen Allahs nicht glauben, haben (letzten Endes) den Schaden.

Die Tore des Himmels - gut bekannt aus der Bibel und aus jenen Deckengemälden in alten katholischen Kirchen, wo Petrus mit dem Schlüsselbund herumläuft.

Matthäus 16,19
19 Ich werde dir (Petrus) die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.

Jeremia 10:13 (Jer 51,16)
Bei seiner Stimme gibt es durch ihn ein Getöse von Wassern in den Himmeln, er lässt Dämpfe aufsteigen vom äußersten Ende der Erde. Er hat sogar Schleusen für den Regen gemacht, und er bringt den Wind aus seinen Vorratshäusern hervor

Das möchte man heute natürlich immer metaphorisch verstanden wissen. Wäre ja zu peinlich, wenn man hier das antike Weltbild erkennen würde.

Man begegnet im Dialog mit Muslimen dem ganzen Arsenal an Interpretationstechniken, die einem von christlichen Fundamentalisten her geläufig sind. Am häufigsten der interpretierenden oder besser gesagt der uminterpretierenden Übersetzung. Siehe Link Bibelkritik das Kapitel "Aus der Trickkiste der Vertreter des Glaubens".
 

 

----------------- Der Himmel am "Jüngsten Tag"  -----------------

Sure 69, 16-17 Und der Himmel spaltet sich und ist an jenem Tag brüchig. Und die Engel befinden sich (rundum) an seinem Rand, während hoch oben acht (von ihnen) an jenem Tag den Thron deines Herrn tragen.

Wenn der Himmel sich am Tag des "Jüngsten Gerichts" spaltet und brüchig wird und sich die Engel an seinem Rand aufhalten, dann war der Himmel aus festem Material. Wie dies ja auch die Bibel beschreibt (Hiob 37,18 ...wölbst du gleich ihm das Wolkenfirmament, das fest ist wie ein gegossener Spiegel?).

Sure 39, 67 Und sie haben Allah nicht richtig eingeschätzt. Am Tag der Auferstehung wird er die ganze Erde in seiner Hand halten, und den Himmel zusammengefaltet in seiner Rechten. Gepriesen sei er! Er ist erhaben über das, was sie (ihm an anderen Göttern) beigesellen.

Der Himmel (das Universum) und die Erde werden als zwei getrennte und offenbar gleich große Einheiten gesehen. Wir sind aber Teil des Universums, ein winziger Teil. Wenn man den Himmel zusammenfalten kann, dann war er vorher eine dünne Fläche.

Sure 81, 1-14 Wenn (dereinst) die Sonne (von Dunkelheit) eingehüllt wird, die Sterne ihren Glanz verlieren und die Berge sich (von der Stelle) bewegen; wenn die Kamelstuten, die (bereits) im zehnten Monat trächtig sind, (in der Wartung) vernachlässigt, die wilden Tiere (alle an einen Ort) versammelt, die Meere (bis zum Überlaufen) gefüllt (? sudschirat) und die Seelen (wieder mit ihren Leibern?) gepaart (zuwwidschat) werden; wenn das Mädchen, das (nach der Geburt) verscharrt worden ist, gefragt wird, wegen was für einer Schuld man es umgebracht hat; wenn die Blätter (mit dem Verzeichnis der menschlichen Handlungen) ausgebreitet werden, der Himmel weggezogen (? kuschitat), der Höllenbrand (in Erwartung der Sünder) angefacht und das Paradies (an die Gottesfürchtigen) nahe herangebracht wird, - (wenn all dies geschieht) bekommt einer zu wissen, was er (an Taten zur Abrechnung) beigebracht hat.

 

Sure 75 1 - 12 Nein! Ich rufe zum Zeugen den Tag der Auferstehung. Nein! Ich rufe zum Zeugen die sich selbst anklagende Seele. Wähnt der Mensch, daß Wir seine Gebeine nicht sammeln werden? Fürwahr, Wir sind imstande, (sogar) seine Fingerspitzen zusammenzufügen.  Doch der Mensch wünscht, Sündhaftigkeit vor sich vorauszuschicken. Er fragt: «Wann wird der Tag der Auferstehung sein?» Wenn das Auge geblendet ist, Und der Mond sich verfinstert, Und die Sonne und der Mond vereinigt werden. An jenem Tage wird der Mensch sprechen: «Wohin nun fliehen?» Nein! keine Zuflucht! (Nur) zu deinem Herrn wird an jenem Tage die Rückkehr sein.

Und der Mond sich verfinstert, Und die Sonne und der Mond vereinigt werden . . .

 

Wenn sich die Sonne dem Mond nähert, dann sind wir längst verglüht, bevor sie sich vereinigen.
 

Dazu bekam ich von einem Muslim folgende Antwort:

Ich werde gerne versuchen, Ihnen ein paar Worte zu Ihrer Frage zu schreiben. Allerdings werde ich Ihre Frage kaum (in einem engeren Sinne) "beantworten" können, aber Sie werden weiter unten verstehen, was ich damit sagen will. Ich kann im Moment auch nur aus dem Gedächtnis schreiben (d.h. ohne schriftliche Quellen zu zitieren), da ich mich im Moment in Marokko aufhalte.
 
Zunächst einmal ist Vorsicht zu gebrauchen bei der Verwendung des Begriffs "deutsche Übersetzung" (des Qur'âns). Im allgemeinen islamischen Verständnis ist der Qur'ân nicht 1:1 übersetzbar, da es nicht möglich ist, die Bedeutungsvielfalt der einzelnen arabischen Original-Begriffe mit einem einzigen Übersetzungsbegriff zu erfassen. Ausserdem birgt die Verwendung deutscher Begriffe für islamologische Fachbegriffe die Gefahr, dass falsche oder unzulässige Assoziationen beim Leser hervorgerufen werden. Ein Beispiel: der Begriff "Îmân" wird gerne mit dem deutschen Begriff "Glaube" übersetzt. Dabei besteht jedoch ein massiver Unterschied zwischen dem islamischen und z.B. dem christlichen Verständnis dieser Begriffe.
 
Daher stellt jeder Versuch der "Übersetzung" des Qur'âns nur eine von vielen Môglichkeiten dar, den Bedeutungsinhalt wiederzugeben, die in der Regel auch durch die Intentionen und den religiösen und sonstigen Background des Übersetzers gefärbt ist. Bitte beachten Sie dies immer. Ausserdem ist es sinnvoll, immer die Quelle der Übertragung bzw. den "Übersetzer" zu nennen.
 
Die von Ihnen zitierten Qur'ânverse beinhalten eine weitere Schwierigkeit: Es handelt sich um eine Beschreibung der Ereignisse unmittelbar vor dem Eintreten des "Jüngsten Tages", also um eine Prophezeiung. Im islamischen Verständnis wird der "Jüngste Tag" angekündigt durch das Auftreten von 10 bestimmten Ereignissen - eines davon ist die erwähnte Vereinigung von Sonne und Mond. Man darf diese Ereignisse jedoch nicht mehr mit unserem gewohnten naturwissenschaftlichen Verständnis betrachten oder analysieren. Unmittelbar vor dem Eintreten des "Jüngsten Tages" werden nicht mehr alle "Naturgesetze" in der gewohnten Weise in Kraft sein. Es handelt sich um eine Zeit des kompletten Umbruchs, in der nichts mehr so sein wird wie zuvor.
 
Daher ist es müßig, diese Verse naturwissenschaftlich interpretieren zu wollen. Kein Gelehrter kann Ihnen eine Erläuterung des genauen Ablaufs dieses Phänomens geben. Es könnte sich um eine metaphorische Beschreibung handeln, oder ein optisch-visuelles Phänomen, oder einen physischen Vorgang, oder um noch etwas anderes. Als Muslim akzeptiert man diese Prophezeiungen als gegeben, und wenn sie mit derzeitigem Verständnis nicht interpretierbar sind, tut ihnen das zunächst mal keinen Abbruch. Und wenn es erstmal soweit sein wird, wird jeder das Ereignis als dasjenige klar erkennen können.

Soweit die Antwort eines Muslims.

 

 

----------------- Wie die Nacht den Tag (einzuholen) sucht -----------------

Sure 36, 40 Und weder steht es der Sonne an, den Mond einzuholen, noch kommt die Nacht dem Tag zuvor. Alle (Gestirne) schweben an einem Himmelsgewölbe (falak).

 

Sure 7, 54 Euer Herr ist Allah, der Himmel und Erde in sechs Tagen geschaffen und sich daraufhin auf dem Thron zurechtgesetzt hat (um die Welt zu regieren). Er läßt die Nacht über den Tag kommen, wobei sie ihn eilends (einzuholen) sucht. Und (er hat) die Sonne, den Mond und die Sterne (geschaffen) und sie dabei durch seinen Befehl (amr) in den Dienst (der Menschen) gestellt. Steht nicht ihm (allein) die Erschaffung (der Welt) und der Befehl (amr) (über sie) zu? Allah, der Herr der Menschen in aller Welt (al-`aalamuun) ist voller Segen (tabaaraka).

Wobei sie ihn eilends einzuholen sucht . . . Ein Wettrennen zwischen Tag und Nacht? Die Zeitdauer eines Laufs bestimmt demnach die Tages- bzw. die Nachtlänge, die Dauer der Wirksamkeit der beiden personalisierten Naturgewalten. Jedenfalls gemäß dieser Übersetzung. 

Sure 39, 5 Er hat Himmel und Erde wirklich (und wahrhaftig) geschaffen. Er deckt die Nacht über den Tag und (umgekehrt) den Tag über die Nacht. Und er hat die Sonne und den Mond in den Dienst (der Menschen) gestellt - jedes (der beiden Gestirne) läuft (seine Bahn) auf eine bestimmte Frist. Ja, er ist der, der mächtig ist und (immer) bereit zu vergeben.

Sure 36, 37 Und ein Zeichen ist für sie die Nacht, von der wir den Tag (mit seiner Helligkeit) wegziehen, worauf sie sich plötzlich im Dunkeln befinden.

 

----------------- Die Stationen des Mondes -----------------

Sure 10, 5 Er ist es, der die Sonne zur Helligkeit (am Tag) und den Mond zu Licht (bei Nacht) gemacht und Stationen (in einer anderen Übersetzung Wohnungen) für ihn bestimmt hat, damit ihr über die Zahl der Jahre und die Berechnung (der Zeit) Bescheid wißt. Allah hat dies wirklich (und wahrhaftig) geschaffen. Er setzt die Zeichen auseinander für Leute, die Bescheid wissen.

Sure 36, 39 Und für den Mond haben wir Stationen bestimmt (die er durchläuft), bis er schließlich (schmal und gekrümmt) wird wie ein alter Dattelrispenstiel (`urdschuun).

Sure 25,61 Voller Segen ist er (tabaaraka), der am Himmel Türme, und der daran eine Leuchte (des Tages) und einen (bei Nacht) hell scheinenden Mond angebracht hat. 

Andere Übersetzung: Gesegnet sei der, welcher im Himmel Burgen machte und eine Lampe in ihm machte und einen leuchtenden Mond

Sure 6, 96 (Er ist es) der die Morgendämmerung spaltet (so daß das Tageslicht zum Vorschein kommt), und er hat die Nacht zur Ruhe gemacht, und die Sonne und den Mond (als Mittel) zur Berechnung (der Zeit). Das ist (alles) von ihm bestimmt, der mächtig ist und Bescheid weiß.

Aus Sicht des antiken Weltbild war das Licht des Mondes jeden Tag in einem anderen Gebäude mit unterschiedlich gestalteten Fenstern zu sehen.

 

Um diesen Widerspruch zum antiken Weltbild zu eliminieren, wird Stationen mit Stadien übersetzt. Ebenso wird bei der Übersetzung darauf geachtet, dass der Mond kein eigenes Licht hat.

 

 

----------------- Die Berge weigerten sich und hatten Angst -----------------

Sure 33,72 Wir haben (nach Beendigung des Schöpfungswerkes) das Gut (des Heils?), das (der Welt) anvertraut werden sollte (al-amaana), (zuerst) dem Himmel, der Erde und den Bergen angetragen. Sie aber weigerten sich, es auf sich zu nehmen, und hatten Angst davor. Doch der Mensch nahm es (ohne Bedenken) auf sich. Er ist ja wirklich frevelhaft und töricht (zaluuman dschahuulan).

Die Berge weigerten sich und hatten Angst? In der griechischen Mythologie gibt es die Perseus-Sage, wonach der Halbgott Perseus der Medusa das Haupt abgeschlagen hat. Einem Ungeheuer bei dessen Anblick jeder zu Stein verwandelt wurde. Perseus verwahrte dieses Haupt in einem Sack und verwendete es nun als Waffe. Zur Perseus-Sage gehört auch ein Besuch bei König Atlas (Atlas wird auch genannt als Titane, Bruder des Prometheus und Träger des Himmelsgewölbes).

Zitat aus den griechischen Heldensagen nach Gustav Schwab: Perseus flog nun weiter westwärts und senkte sich endlich im Reiche des Königs Atlas nieder, um ein wenig zu rasten. Dieser hütete einen Hain voll goldener Früchte mit einem gewaltigen Drachen. Umsonst bat der Besieger der Gorgone (Medusa) ihn um ein Obdach. Für sein goldenes Besitztum bange, stieß ihn Atlas unbarmherzig von seinem Palaste fort. Da ergrimmte Perseus und sprach: «Du willst mir nichts gönnen: empfange du wenigstens ein Geschenk von mir.» Er holte die Gorgo (Medua) aus seinem Schubsacke hervor, wandte sich ab und streckte sie dem König Atlas entgegen. Groß wie der König war, wurde er augenblicklich zu Stein und in einen Berg verwandelt, Bart und Haupthaar dehnten sich zu Wäldern aus; Schultern, Hände und Gebein wurden Felsrücken; sein Haupt wuchs als hoher Gipfel in die Wolken. Soweit das Zitat.

 

Solche Sagen über die Entstehung von Bergen aus zu Stein gewordenen Königen gibt es haufenweise. Siehe die Watzmann-Sage. Man kann sich gut vorstellen, dass auch Muhammad einige dieser Sagen kannte. Als zu Stein gewordene Könige / Engel . . . können Berge Angst haben.

 

--------------------- Der Donner - eine himmlische Macht ---------------------

 

Unser Wort für Donner stammt von dem westgermanischen Gott Donar einem Wettergott. Im Koran ist dem Donner eine ganze Sure gewidmet, die Sure 13.

Sure 13 Ar-Ra'd (Der Donner) Vers 13

Und der Donner lobpreist ihn (yusabbihu bi-hamdihie), und (desgleichen) die Engel, aus Furcht vor ihm. Er schickt die (Blitze und) Donnerschläge (sawaa`iq) und trifft damit, wen er will. Dabei streiten sie über Allah, wo er (sich doch so gewaltig zeigt und) voller Tücke ist (wa-huwa schadiedu l-mihaali).

In Diskussionen mit Islamjüngern wurde mir hier vorgehalten, dass meine Übersetzung an einer Stelle fehlerhaft ist. sawaa'iq wird allgemein mit Blitze übersetzt. Meiner Meinung nach eine interpretierende Übersetzung, denn im Koran steht, dass diese Blitze sich dabei über Allah streiten. Deshalb steht in manchen Koranübersetzungen die donnernden Blitze statt Donnerschläge. In der biblischen Überlieferung gilt der Donner als Stimme des Himmels.

Johannes 12,29 Die Volksmenge nun, die dastand und zuhörte, sagte, es habe gedonnert; andere sagten: Ein Engel hat mit ihm geredet.

In der Offenbarung ist von sieben Donnern die Rede, die ihre Stimme erheben (Offenbarung 10, 1-4) und bei Hiob (Ijob) spricht Gott aus dem Wettersturm (Hiob 38,1).

An anderer Stelle im Koran wird deutlicher, dass lt. Koran die Donnerschläge tödlich sind und nicht nicht die Blitze.

Sure 2,19 Oder es ist, wie (wenn) ein Gewitterregen vom Himmel (niedergeht), voller Finsternis, Donner und Blitz. Sie stecken sich vor den Donnerschlägen in Todesfurcht die Finger in die Ohren. - Und Allah hat die Ungläubigen (allesamt) in seiner Gewalt.

Sure 41, 17 Und was die Thamuud angeht, so leiteten wir sie (wohl) recht. Aber sie zogen die Blindheit der Rechtleitung vor. Da kam der Donnerschlag der Strafe der Erniedrigung über sie (zur Vergeltung) für das, was sie (in ihrem Erdenleben) begangen hatten.

Sure54, 31 Wir ließen einen einzigen Schrei über sie (die Thamuud) ertönen, da waren sie (im Nu) wie verdorrtes Zeug, das man zur Herstellung eines Viehgeheges verwendet (ka-haschiemi l-muhtaziri).

Sure 2,55-56 Und (damals) als ihr zu Moses sagtet: "Wir werden dir nicht glauben, bis wir Allah klar und deutlich (dschahratan) sehen"! Da überkam euch der Donnerschlag, während ihr zuschautet. Hierauf, nachdem ihr (vor Schrecken) tot waret, erweckten wir euch (wieder zum Leben). Vielleicht würdet ihr dankbar sein.

 

 

----------------- Damit die Erde nicht ins Schwanken kommt -----------------

Sure 31,10 Er hat (hoch oben) die Himmel geschaffen, ohne daß ihr (irgendwelche) Stützen sehen würdet. Und er hat auf der Erde feststehende (Berge) angebracht, damit sie mit euch nicht ins Schwanken komme, und auf ihr allerlei Getier sich ausbreiten lassen. Und wir haben vom Himmel Wasser herabkommen lassen und auf ihr allerlei herrliche Arten (von Pflanzen und Früchten) wachsen lassen.

Sure 16, 15 Und er hat auf der Erde feststehende (Berge) angebracht, damit sie mit euch nicht ins Schwanken komme, und Flüsse und Wege. Vielleicht würdet ihr euch rechtleiten lassen.

Islamische Interpreten wie Harun Yahya sehen die naturwissenschaftliche Erkenntnis bestätigt, dass Bergmassive, wie die Alpen, tiefer ins Magma der Erde hineinreichen als das flache Land.

Nach dem antiken Weltbild schwimmt die Erde auf dem Wasser. Jeder die in die Erde ein tiefes Loch gräbt merkt, dass es sich unten mit Grundwasser füllt. Damit sie nicht absäuft, steht sie auf Säulen / Fundamenten, die wiederum auf festem Grund stehen.

Psalm 75,4 Die Erde mit allen, die auf ihr wohnen, mag wanken; doch ich selbst habe ihre Säulen auf festen Grund gestellt.» [Sela]

Muhammad kannte die Psalmen, denn er erwähnt sie..

Sure 4, 163 Wir haben dir (Offenbarungen) eingegeben (ebenso) wie (früher) dem Noah und den Propheten nach ihm: Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und den Stämmen (Israels), Jesus, Hiob, Jonas, Aaron und Salomo. Und dem David haben wir einen Psalter (zabuur) gegeben.

Aus meiner Sicht ging Muhammad wohl davon aus, dass das, was er feststehend nennt, zum Teil sichtbar ist, aber eben wie das Fundament eines Hauses (feststehende) tief hinabreicht bis auf felsigen Untergrund. Er spricht ja genau genommen nicht von Bergen.

Heute weiß man, dass die Erde einen Umfang von ca 40000 km hat, also einen Durchmesser von ca 12700 km. Da sind die 8 km eines Mount Everest noch nicht einmal 1 tausendstel. Schwankungen in der Erdumlaufbahn um die Sonne durch den Mond (Erde und Mond bilden ein Doppelgestirn) werden dadurch nicht ausgeglichen. Auch jene Schwankungen, die durch die Anziehungskraft des Mondes entstehen (ca 20 cm wird die Erde dadurch angehoben nach Satellitenmessungen) werden dadurch nicht beeinflusst. Dort wo Berge durch die Kontinentaldrift entstanden sind oder wo Vulkane zu Bergen geworden sind gibt es trotz bzw. gerade wegen dieser Berge Erdbeben. Siehe im ZDF (www.zdf.de) die Sendungen zu TerraX, speziell die Sendung zum Vesuv. Siehe auch das schwere Erdbeben, das sich in Friaul (Oberitalien) Mitte der siebziger Jahre ereignete. Wenn ich mich recht entsinne war es 1976. Erdbeben werden dadurch nicht ausgeschlossen.

----------------- Allahs Licht brennt mit Öl -----------------

Sure 24, 35 Allah ist das Licht von Himmel und Erde. Sein Licht ist einer Nische zu vergleichen, mit einer Lampe darin. Die Lampe ist von Glas umgeben, das (so blank) ist, wie wenn es ein funkelnder Stern wäre. Sie brennt (mit Öl) von einem gesegneten Baum, einem Ölbaum, der weder östlich noch westlich ist, und dessen Öl fast schon hell gibt, (noch) ohne daß (überhaupt) Feuer darangekommen ist, - Licht über Licht. Allah führt seinem Licht zu, wen er will. Und er prägt den Menschen die Gleichnisse. Allah weiß über alles Bescheid.

Ein seltsames Gleichnis. Man kann hier natürlich den heutigen Reichtum einiger islamischer Länder durch das Öl hineininterpretieren. Ein Reichtum, der sicherlich auch zur Verbreitung des Islams beiträgt.

 

In der Offenbarung der Bibel, die eindeutig das antike Weltbild widerspiegelt (siehe Gottesbild und Weltbild im alten Israel), ist von sieben Feuern die Rede, die die sieben Leben Gottes darstellen.

Bibel-Offenbarung 4,5
Von dem Thron gingen Blitze, Stimmen und Donner aus. Und sieben lodernde Fackeln brannten vor dem Thron; das sind die sieben Geister Gottes.

 

----------------- Blind ist vielmehr das Herz in der Brust -----------------

Die Annahme, dass im Herz  und nicht das Gehirn die Gesinnung des Menschen / seine Gedanken gebildet werden, entspricht dem antiken Weltbild. Die bayerischen Könige haben deshalb ihrer Herzen und nicht ihr Gehirn in kostbaren Gefäßen in dem Wallfahrtsort Altötting aufstellen lassen. Die Bibel ist hier ein Dokument dieses Zeitgeistes. Wobei man dazu sagen muss, dass in manchen Bibelübersetzungen das Wort Herz mit Gesinnung übersetzt wird und so das antike Weltbild verschleiert wird. Aber im Deutschen haben sich bis heute Redewendungen wie "ein Herz und eine Seele", "Herzensangelegenheit", engherzig", "auf Herz und Nieren geprüft" . . . erhalten. Redewendungen, die auf das antike Weltbild zurückgehen und zum Teil aus der Bibel stammen.

Psalm 26:2 "Prüfe mich, Herr, und erprobe mich, erforsche meine Nieren und mein Herz."

Jeremia 20:12 "Und nun, Herr Zebaoth, der du die Gerechten prüfst, Nieren und Herz durchschaust: Lass mich deine Vergeltung an ihnen sehen; denn ich habe dir meine Sache befohlen."

1.Johannes 3:19-20 "Daran erkennen wir, dass wir aus der Wahrheit sind, und können unser Herz vor ihm damit zum Schweigen bringen, dass wenn uns unser Herz verdammt, Gott größer ist als unser Herz und erkennt alle Dinge."

Auch der Koran ist das Herz der Ort der Gesinnung bzw. der Seele

Sure 22 Al-Hadsch 46 Sind sie denn nicht im Land umhergezogen mit einem Herzen, mit dem sie hätten verstehen, und mit Ohren, mit denen sie hätten hören können? (Aber nein, sie sind mit Blindheit geschlagen.) Nicht die Augen sind (bei ihnen) blind. Blind ist vielmehr das Herz (das sie) in der Brust (haben).

Sure 2 Al-Baqara 93 Und (damals) als wir eure Verpflichtung entgegennahmen und den Berg (Sinai) über euch emporhoben (indem wir euch aufforderten:) "Haltet, was wir euch (als Offenbarung) gegeben haben, fest (in eurem Besitz) und hört (auf die Gebote, die darin verzeichnet sind)!" Sie sagten: "Wir hören und sind widerspenstig." Und sie bekamen (zur Strafe) für ihren Unglauben das Kalb in ihr Herz zu trinken. Sag: Schlimm ist, was euer Glaube euch befiehlt, wenn (anders) ihr gläubig seid.

Sure 2 Al-Baqara 283 Und wenn ihr auf einer Reise (unterwegs) seid und keinen Schreiber findet, ist ein Draufgeld(?) zu nehmen (fa-rihaanun maqbuudatun). Und wenn einer von euch einem anderen (einen Vermögenswert) anvertraut, soll der Empfänger das ihm anvertraute Gut (nach Ablauf der verabredeten Frist dem Eigentümer wieder) aushändigen und Allah, seinen Herrn, fürchten. Und unterschlagt keine Zeugenaussage! Wer eine unterschlägt, dessen Herz ist sündig. Allah weiß Bescheid über das, was ihr tut.

Sure 3 Aal-'Imraan 8 Herr! Laß unser Herz nicht (vom rechten Weg) abschweifen, nachdem du uns rechtgeleitet hast! Und schenk uns Barmherzigkeit von dir! Du bist gewohnt zu schenken (al-wahhaab).

Sure 6 Al-An'aam 25 Und unter ihnen gibt es welche, die hören dir zu. Aber wir haben über ihr Herz eine Hülle und in ihre Ohren Schwerhörigkeit gelegt, so daß sie es nicht verstehen. Wenn sie auch jedes (nur denkbare) Zeichen sehen, glauben sie nicht daran. Und nun kamen sie schließlich zu dir, um mit dir zu streiten. Diejenigen, die ungläubig sind, sagen: "Das (was du uns als Offenbarnng vorträgst) sind nichts als die Schriften der früheren (Generationen)."

Sure 49 Al-Hudschurat 3 Denen, die ihre Stimme in Gegenwart des Gesandten Allahs dämpfen, hat Allah das Herz im Hinblick auf die Gottesfurcht einer Prüfung unterzogen (und sie haben die Prüfung bestanden). Sie haben (dereinst) Vergebung und gewaltigen Lohn zu erwarten.

Man muss sich immer vor Augen halten, dass Mohammed dies zu Menschen sagt, die im antiken Weltbild verhaftet sind. Mohammed korrigiert an keiner Stelle dieses Weltbild.

 

----------------- Wenn die Seele bis zur Kehle hoch kommt -----------------

Gemäß der Vorstellung, dass im Herz die Gesinnung / die Seele wohnt, verlässt sie beim Tod den Körper indem sie die Kehle hochsteigt.

Sure 56 Al-Waqi'a 83 Warum (greift ihr denn) nicht (ein), wenn (es bei einem von euch aufs Sterben geht und) die Seele (im Begriff, dem Körper zu entweichen) bis zur Kehle (hoch) gekommen ist,

Sure 75 Al-Qiyama 26 Nein! Wenn die Seele (im Begriff, dem Körper zu entweichen) bis zum Schlüsselbein (hoch) kommt.

Die Seele entweicht also nach dieser Vorstellung über die Atmung und befand sich vorher im Brustkorb. Gemäß der Thora, sowie nach der Vorstellung des antiken Weltbilds, wurde der Lebensgeit (Odem = Windhauch) in den Menschen hineingeblasen wurde.

1. Mose (Genesis) 2,7 Da formte Gott, der Herr, den Menschen aus Erde vom Ackerboden und blies in seine Nase den Lebensatem (Odem). So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen.

Dieser Odem gehört nach antiker jüdischer Vorstellung zu den Winddämonen. Im Neuen Testament steht für Seele das griechische Wort pneuma = Windhauch

Hesekiel 37:5-10 So spricht Gott der HERR zu diesen Gebeinen: Siehe, ich will Odem in euch bringen, daß ihr wieder lebendig werdet. Ich will euch Sehnen geben und lasse Fleisch über euch wachsen und überziehe euch mit Haut und will euch Odem geben, daß ihr wieder lebendig werdet; und ihr sollt erfahren, daß ich der HERR bin. Und ich weissagte, wie mir befohlen war. Und siehe, da rauschte es, als ich weissagte, und siehe, es regte sich, und die Gebeine rückten zusammen, Gebein zu Gebein. Und ich sah, und siehe, es wuchsen Sehnen und Fleisch darauf, und sie wurden mit Haut überzogen; es war aber noch kein Odem in ihnen. Und er sprach zu mir: Weissage zum Odem; weissage, du Menschenkind, und sprich zum Odem: So spricht Gott der HERR: Odem, komm herzu von den vier Winden (den vier Winddämonen) und blase diese Getöteten an, daß sie wieder lebendig werden! Und ich weissagte, wie er mir befohlen hatte. Da kam der Odem in sie, und sie wurden wieder lebendig und stellten sich auf ihre Füße, ein überaus großes Heer.

Nun betrachten wir vor diesem weltanschaulichem Hintergrund einige Koranstellen.

Sure 5, 110 „Einst sprach Gott zu Jesus, Marias Sohn: "Gedenke der Gunst, die Ich dir und deiner Mutter erwiesen habe, daß Ich dich durch den Heiligen Geist unterstützt habe, daß du in der Wiege zu den Menschen sprachst und im Mannesalter; daß Ich dich die Schrift, die Weisheit, die Thora und das Evangelium gelehrt habe; daß du aus Lehm Vogelfiguren mit Meiner Erlaubnis schufst und ihnen Leben einhauchtest; so wurden sie Vögel mit Meiner Erlaubnis; du hast mit Meiner Erlaubnis den Blinden und den Aussätzigen geheilt; und die Toten ins Leben gerufen mit Meiner Erlaubnis; denke daran, wie Ich die Kinder Israels davon abhielt, dich zu töten; du hast ihnen die leuchtenden Zeichen gebracht; da sagten die Ungläubigen unter ihnen: "Das ist eindeutig Zauberei“.

Sure 15, 29 Wenn ich ihn dann geformt und ihm Geist von mir eingeblasen habe, dann fallt (voller Ehrfurcht) vor ihm nieder (qa`uu lahuu saadschidiena)!"

Sure 21, 91 Und (weiter Maria) die sich keusch hielt. Da bliesen wir ihr Geist von uns ein und machten sie und ihren Sohn zu einem Zeichen für die Menschen in aller Welt (al-`aalamuun).

Sure 32, 9 und ihn hierauf (zu menschlicher Gestalt) geformt und ihm Geist von sich eingeblasen hat, und (der) euch Gehör, Gesicht und Verstand gegeben hat. Wie wenig dankbar seid ihr!

Sure 38, 72 Wenn ich ihn dann geformt und ihm Geist von mir eingeblasen habe, dann fallt (voller Ehrfurcht) vor ihm nieder (qa`uu lahuu saadschidiena)!"

Sure 66, 12 Und (ein weiteres Beispiel für die Gläubigen hat Allah aufgestellt) in Maria (Maryam), der Tochter `Imraans, die sich keusch hielt, worauf wir ihr Geist von uns einbliesen. Und sie glaubte an die Worte ihres Herrn und an seine Schriften und gehörte zu denen, die (Allah) demütig ergeben sind.

Sure 17, 85 Man fragt dich nach dem Geist. Sag: Der Geist ist Logos (amr) von meinem Herrn. Aber ihr habt nur wenig Wissen erhalten.

Im Schlaf wird nach islamischer Vorstellung die Seele zeitweise zu Allah abberufen.

Sure 6 Al-Anaam 60 Und er ist es, der euch bei Nacht (wenn ihr schlaft, zeitweise) abberuft (yatawaffaakum) und weiß, was ihr bei Tag (an Handlungen) begangen habt. Hierauf erweckt er euch an ihm (aus dem Schlaf wieder zum Leben), damit eine bestimmte Frist (für euer Leben) zu Ende geführt werde. Hierauf werdet ihr (sterben und) zu Allah zurückkehren. Und dann wird er euch Kunde geben über das, was ihr (in eurem Erdenleben) getan habt.

 

 

----------------- Was heißt unfruchtbar? -----------------

Sure 3,  40 Er sagte: "Herr! wie soll ich (noch) einen Jungen bekommen, wo ich hochbetagt geworden bin und meine Frau unfruchtbar ist?" Er sagte: "Das ist Allahs Art (zu handeln). Er tut, was er will"

Weitere Stellen wo von der Unfruchtbarkeit der Frau die Rede ist: Sure 19, 5 und 8 und Sure 51, 29

Auch der Koran verwendet hier das Wort unfruchtbar für die Frau, während Abraham (im Koran Ibrahim) den Sachverhalt der Zeugungsunfähigkeit damit umschreibt, dass er hochbetagt ist.

Bei der Beschreibung der  Entwicklungsstadien des Menschen im Koran fehlt auch ein ganz wesentlicher Schritt, die Vereinigung von Ei- und Samenzelle.

Sure 23,  14 Hierauf schufen wir den Tropfen zu einem Embryo, diesen zu einem Fötus und diesen zu Knochen. Und wir bekleideten die Knochen mit Fleisch. Hierauf ließen wir ihn als neues Geschöpf entstehen. So ist Allah voller Segen (fa-tabaaraka llaahu). Er kann am schönsten erschaffen.

Sure 22,  5 Ihr Menschen! Wenn ihr wegen der Auferweckung (der Toten) im Zweifel seid (so bedenket): Wir haben euch (ursprünglich) aus Erde geschaffen, hierauf aus einem Tropfen (Sperma), hierauf aus einem Embryo, hierauf aus einem Fötus, wohlgestaltet oder auch ungestaltet, um euch Klarheit zu geben. Und wir lassen, was wir wollen, bis zu einer bestimmten Frist (im Mutterleib) verweilen. Hierauf lassen wir euch als Kind (aus dem Mutterleib) herauskommen. Hierauf sollt ihr (heranwachsen und) mannbar werden. Und der eine von euch wird (frühzeitig) abberufen, ein anderer erreicht das erbärmlichste Greisenalter, so daß er, nachdem er (vorher) Wissen gehabt hat, nichts (mehr) weiß. Und du siehst, daß die Erde erstarrt ist (und kein Leben mehr zeigt). Wenn wir dann Wasser (vom Himmel) auf sie herabkommen lassen, gerät sie (mit ihrer Vegetation) in Bewegung, treibt und läßt allerlei herrliche Arten (von Pflanzen und Früchten) wachsen.

Der Mann steuert mit der Samenzelle nur die Hälfte des zukünftigen Zellkerns bei. Die Frau steuert zudem den Zellkörper, insbesondere die Mitochondrien bei. Die Mitochondrien-DNA wird nur über die weibliche Linie vererbt. Bei der Namensgebung wäre es daher korrekt beide Namen zu nennen, den der Frau zuerst. Statt dessen wurde bei der Namensgebung gemäß dem damaligen Weltbild nur der Mann berücksichtigt und der Koran dokumentiert diese Sichtweise auch damit, dass er nur den Samentropfen des Mannes erwähnt. Man glaubte damals, dass die Frau mit der Gebärmutter nur den fruchtbare Boden bereitstellt, auf dem der Samen des Mannes wächst, sofern die Fruchtbarkeit gegeben ist. Daher spricht auch der Koran von der Unfruchtbarkeit der Frau.

Im Unterschied zum Christentum, wo Gott immer das Vollkommene schafft, ist im Koran auch die Missgeburt das Werk Allahs (Sure 22, 5 ... wohlgestaltet oder ungestaltet.). Siehe auch

Sure 3, 6 Er ist es, der euch im Mutterleib gestaltet, wie er will. Es gibt keinen Gott außer ihm. (Er ist) der Mächtige und Weise.

Der Koran spricht zwar auch davon, dass Allah unfruchtbar macht wen er will. Aber das macht ja nur bei einer Frau Sinn.

Sure 42, 50 oder sie zu Paaren macht (yuzauwidschuhum) (so daß ein und derselbe) männliche und weibliche (Kinder bekommt), oder nach Belieben jemand unfruchtbar macht (so daß er überhaupt keine Kinder bekommt). Er weiß und kann (alles).

Bei der Schöpfung des ersten Menschen aus Ton gleich dem der Töpferware ist nur als Wunder zu rechtfertigen. Ebenso, dass Allah die Frau aus dem Mann klont. Die unterschiedlichen Blutgruppen, Gewebetypen,  . . . sind nur aus einem Evolutionsprozess erklärbar, bei dem sich Gruppen isoliert  weiterentwickelt haben. Die Evolutionstheorie wird jedoch von den meisten islamischen Gruppen abgelehnt.

Sure 55,14 (Ar-Rahmaan) Er hat den Menschen aus Ton gleich (dem) der Töpferware geschaffen,

 

Sure 39, 6 Er hat euch aus einem einzigen Wesen geschaffen und hierauf aus ihm seine Gattin gemacht. Und er schuf für euch acht Haustiere in Paaren. Er erschafft euch im Leib eurer Mutter in einem Schöpfungsakt nach dem andern (khalqan ba`da khalqin), (wobei ihr euch, ehe ihr das Licht der Welt erblickt, nacheinander) in dreierlei Finsternis (befindet). So (zaalikum) ist Allah, euer Herr. Er hat die Herrschaft (über Himmel und Erde). Es gibt keinen Gott außer ihm. Wie könnt ihr euch (vom rechten Weg) so abbringen lassen?

Acht Haustiere - da hat er wohl die Insekten nicht eingerechnet. Selbst wenn man Haustiere mit Nutztiere übersetzt kommt man auf mehr als acht Tierarten, denn auch eine Schlange ist ein Nutztier, wenn man daraus ein Serum gewinnen kann.

 

 

----------- Das Kopftuch -----------

 

Dazu erst mal eine Stelle aus der Bibel, in der - Jahrhunderte vor Mohammed . Paulus ebenfalls das Kopftuch für die Frau als Kopfbedeckung fordert.

 

1. Korinther 11,2-13
Ich lobe euch, daß ihr in allem an mich denkt und an den Überlieferungen festhaltet, wie ich sie euch übergeben habe. Ihr sollt aber wissen, daß Christus das Haupt des Mannes ist, der Mann das Haupt der Frau und Gott das Haupt Christi. Wenn ein Mann betet oder prophetisch redet und dabei sein Haupt bedeckt hat, entehrt er sein Haupt. Eine Frau aber entehrt ihr Haupt, wenn sie betet oder prophetisch redet und dabei ihr Haupt nicht verhüllt. Sie unterscheidet sich dann in keiner Weise von einer Geschorenen. Wenn eine Frau kein Kopftuch trägt, soll sie sich doch gleich die Haare abschneiden lassen. Ist es aber für eine Frau eine Schande, sich die Haare abschneiden oder sich kahlscheren zu lassen, dann soll sie sich auch verhüllen. Der Mann darf sein Haupt nicht verhüllen, weil er Abbild und Abglanz Gottes ist; die Frau aber ist der Abglanz des Mannes. Denn der Mann stammt nicht von der Frau, sondern die Frau vom Mann. Der Mann wurde auch nicht für die Frau geschaffen, sondern die Frau für den Mann. Deswegen soll die Frau mit Rücksicht auf die Engel das Zeichen ihrer Vollmacht auf dem Kopf tragen. (Kommentar der Einheitsübersetzung: Es galt damals unter Juden wie Judenchristen als unanständig, wenn eine Frau ihr Haar offen trug. Deswegen war es Vorschrift für sie, ein Kopftuch zu tragen, wenn sie ausging. Durch die judenchristlichen Missionare der Frühzeit fand dieser Brauch auch Eingang in die heidenchristlichen Gemeinden, wenigstens für den Gottesdienst. Paulus bestand auf dieser Verhüllung um so mehr, als er der Frau hier das geisterfüllte laute Beten und prophetische Reden gestattete (vgl. 11,5). So wurde das Kopftuch auch ein Zeichen ihrer Vollmacht, vor der Gemeinde charismatisch aufzutreten.)
Doch im Herrn gibt es weder die Frau ohne den Mann noch den Mann ohne die Frau.  Denn wie die Frau vom Mann stammt, so kommt der Mann durch die Frau zur Welt; alles aber stammt von Gott. Urteilt selber! Gehört es sich, daß eine Frau unverhüllt zu Gott betet?

Dieses aus der Bibel abgeleitete Gebot der Kopfbedeckung für Frauen war wohl im gesamten Orient damals üblich. Mohammed übernimmt dieses Gebot mit der Sure 24, 31 in den Koran.

Sure 24, 31
Und sag den gläubigen Frauen, sie sollen (statt jemanden anzustarren, lieber) ihre Augen niederschlagen, und ihre Keuschheit bewahren, den Schmuck, den sie (am Körper) tragen, nicht offen zeigen, soweit er nicht (normalerweise) sichtbar ist, ihren Schal sich über den (vom Halsausschnitt nach vorne heruntergehenden) Schlitz (des Kleides) ziehen und den Schmuck, den sie (am Körper) tragen, niemandem offen zeigen, außer ihrem Mann, ihrem Vater, ihrem Schwiegervater, ihren Söhnen, ihren Stiefsöhnen, ihren Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder und ihrer Schwestern, ihren Frauen, ihren Sklavinnen, den männlichen Bediensteten, die keinen Geschlechtstrieb (mehr) haben, und den Kindern, die noch nichts von weiblichen Geschlechtsteilen wissen. Und sie sollen nicht mit ihren Beinen aneinanderschlagen und damit auf den Schmuck aufmerksam machen, den sie (durch die Kleidung) verborgen (an ihnen) tragen. Und wendet euch allesamt (reumütig) wieder Allah zu, ihr Gläubigen Vielleicht wird es euch (dann) wohl ergehen.

Da zum Schmuck der Frau auch die Haare gehören, wird Frauen zur Wahrung der Keuschheit nahegelegt, eine Art Schal (himar) zu tragen, der ihren Schmuck verdeckt.. Siehe auch Sure 33, 59.

Für den Mann ist damit sein Besitzanspruch an der Frau gesichert, den er sich durch die Ehe erworben hat. Er kann weitere Frauen heiraten. Er braucht seine Keuschheit nicht bewahren. Er kann seine Sexualität voll ausleben. Er kann sich scheiden lassen. Die Frau hat zu gehorchen. 

Für die erwachsene, unverheiratete Frau sind dagegen die Möglichkeiten eingeschränkt, überhaupt auf sich aufmerksam zu machen. Sie kann natürlich auch das Kopftuch zum Schmuck machen. Geschlechtsverkehr vor der Ehe ist für die Frau in islamischen Ländern nicht gestattet.

Von gleichberechtigter Partnerschaft ist hier nicht die Rede. Wie bei der Sklaverei werden hier Besitzansprüche an einem Menschen religiös abgesichert.

 

 

----------- Das Problem mit der Auslegung -----------

 

Man begegnet im Dialog mit Muslimen dem ganzen Arsenal an Interpretationstechniken, die einem von den christlichen Kirchen her geläufig sind. Siehe auf meiner Homepage Link Bibelkritik> das Kapitel Aus der Trickkiste der Vertreter des Glaubens. Man definiert: Dies ist die Wahrheit und die Interpretation hat sich danach zu richten. Gerade bei unmissverständlichen Aussagen, f.rage ich mich, wieso hier eine Auslegung notwendig ist. Es drängt sich der Verdacht auf, dass der Text nur deshalb ausgelegt wird, weil die Glaubenslehre sonst nicht mehr zeitgemäß erscheint. Bei widersprüchlichen Interpretationen der Gelehrten hat der Gläubige ein Problem. Er muss entscheiden, welcher dieser Gelehrten die wahre Inspiration hatte. Der fundamentalistische Weg führt zum Widerspruch mit der naturwissenschaftlich gesicherten Wahrheit. Warum spricht Gott nicht zu allen, sondern nur zu jenen, die behaupten auserwählt zu sein? Provoziert Gott nicht damit jenen Glaubensstreit, der am allermeisten den Gläubigen schadet? Es fällt auf, dass sowohl Moses, als auch Jesus, als auch Muhammad gewaltätig waren, wenn es um den Glauben ging. Jesus bei der von allen vier Evangelisten bezeugten Tempelreinigung, Moses und Muhammad bei den zahlreichen Kriegen, die sie geführt haben. Erwählt Gott gewalttätige Menschen? Braucht er diese Hilfe? War das ehrliche Überzeungsarbeit?

 


Quellenverzeichnis:

Ibn Warraq: Warum ich kein Muslim bin
Mehr dazu siehe
http://www.matthes-seitz-berlin.de/books/muslim.html

Koranübersetzung als CD + einem Programm der Global Islamic Software Company Version 6.41

Koran-Übersetzung des VMA-Verlags Wiesbaden Übersetzung von Max Henning

Die Einheitsübersetzung der Bibel

weitere Quellenangaben im Text

weiterführende Texte unter http://www.ex-muslime.de/indexArchiv.html auf der Webseite der Exmuslime
 


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