Religion und Gewalt

Textmarken: Der Opfergedanke,    Die Festschreibung archaischer Rechtsnormen,    Der Glaube als Lebenselixier,    Der Mensch als Werkzeug Gottes,    Die Problemlösung auf emotionaler Ebene,    Toleranz - in vielen Religionen ein Fremdwort,    Der gewalttätige Gott als Orientierung für menschliches Handeln,    Der Zeitgeist - manchmal humaner als Gottes Wort


Der Zweifel ist der Freund der Toleranz!

Gemeinsam ist vielleicht allen Religionen das Streben nach einem Leben in ewiger Glückseligkeit, wobei sie sich in ihren Ritualen und ihren Glaubensaussagen unterscheiden. Mit Religion sind hier vor allem jene drei in der westlichen Welt vorherrschenden Religionen gemeint, die jüdische Religion und die beiden darauf aufbauenden Religionen, die christliche Religion und der Islam.

Worauf es mir hier ankam, ist zu zeigen, dass die Logik gewisser Glaubenskonstrukte ein Gewaltpotential in sich birgt. Religiösen Vertretern ist dies natürlich peinlich und sie sind darum stets bemüht in öffentlichen Diskussionen ihre Religion als völlig gewaltlos darzustellen, jede andere Interpretation der jeweiligen Glaubensgrundlage ist dann ein Missverständnis. Solche Missverständnisse gab es natürlich nur in der Vergangenheit und heute nur unter Fundamentalisten (Zur Interpretation der Bibel siehe Link Bibelkritik und dort den weiteren Link "Aus der Trickkiste der Vertreter des Glaubens").

Religionen wie der Buddhismus nehmen eine Sonderstellung ein. Für Buddhisten aber auch für manche Christen scheint die Meditation eine Droge zu sein. Der Buddhist strebt danach mit seinem Tod in einem Meer von Glückseligkeit aufzugehen und sieht in Meditationen, die bestimmte Gehirnzustände herbeiführen, das geeignete Mittel zur Erreichung dieses Ziels. Die introvertierte buddhistische Religion richtet ebenfalls einen gesellschaftlichen Schaden an, dadurch dass Menschen, die sich voll dieser Religion widmen, zu vergessen scheinen, dass sie selbst in einem gesellschaftlichen Verbund leben und dass es neben jener inneren Welt auch noch die Welt um sie herum gibt. Das zum Buddhismus gehörende Kastenwesen zementiert Herrschaftsstrukturen.

Menschen, die einen Gott verehren, sehen sich als Untertanen jenes Gottes und glauben durch Befolgung von Geboten und Verboten in jenes Reich der Glückseligkeit zu gelangen.

Bei der christlichen Religion fällt dem nicht eingeweihten Beobachter auf, dass eine Hinrichtungsszene - ein gekreuzigter Mann - als Symbol dieser Religion gewählt wurde. Ein Sohn Gottes, wird einem erzählt, er starb als Opfer für die Sünden der Menschheit. Was muss das für ein Gott sein, der sein Kind opfert, um dann Menschen zu begnadigen? Gab es denn für einen allmächtigen Gott nur die Gewalt, den Mord als Lösung eines Problems?

 

Der Opfergedanke

Bis heute hoffen die Gläubigen Einfluss auf die Naturgewalten und die Unwägbarkeiten des Lebens nehmen zu können. Denn so lehrt Matthäus in Mt 21,22: „Und alles, was ihr im Gebet erbittet, werdet ihr erhalten, wenn ihr glaubt.“ Also trägt der gläubige Christ im Gebet seine Anliegen vor und hofft, dass er erhört wird.

Aber was macht der Gläubige, wenn dies nichts hilft? Nach israelitischen Glauben gab es zu dem Gebet noch das Opfer. Nach antikem Gottesverständnis kann die Gottheit durch ein Opfer besänftigt werden. Gleich einer Beschwörungsformel steht deshalb in Leviticus Kapitel 1 gleich mehrfach der Satz „Ein Brandopfer ist es, ein Feueropfer zum beruhigenden Duft für den Herrn“. So sind denn auch mehrere Kapitel in den Büchern Mose fast ausschließlich den Opfergaben gewidmet, mit denen der Gott Israels  besänftigt werden sollte (3. Mose (Leviticus) 1 - 5, 22-23, 4. Mose (Numeri) 6, 15, 18); denn man hat ja gelernt: Wer etwas haben will, muss etwas geben. Der Logik dieses Glaubens folgend wird bei jedem Fehlschlag das Opfer erhöht und so kam es in allen Glaubenskulturen, die dieser Logik folgten, zu einer Eskalation bis hin zum Menschenopfer / Ritualmord.

  • 4. Mose 25, 6-9 -- Ritualmord bei einer Seuche durch den Priester Pinhas, einen Enkel Aarons.

  • Richter 11,30-40 -- Richter Jiftach opfert wegen eines Gelübdes seine Tochter. Die Tochter stirbt freiwillig (Mehr dazu ...).

  • 2. Könige 3,26-27 -- Der König der Moabiter gewinnt eine Schlacht gegen die Israeliten, nachdem er seinen Sohn als Brandopfer geopfert hat. Eine Tat, die in der Bibel als vorbildliches und damit auch erfolgreiches Beispiel gewertet wird. Unabhängig davon, dass es sich um eine andere Gottheit handelt, der das Opfer gebracht wurde.

  • Jona 1,14-16 -- Jona lässt sich bei einem Sturm über Bord werfen.

  • Unter Josua gab es die sogenannte Horma. Numeri 21,3
    Der Herr hörte auf Israel und gab die Kanaaniter in seine Gewalt. Israel weihte sie und ihre Städte dem Untergang. Daher nannte man den Ort Horma (Untergangsweihe).

Aus dieser Logik heraus ist auch der Opfertod jenes Jesus von Nazareth für die Sünden der Menschheit zu verstehen. Leiden und Sterben bewirken nach jüdischer Auffassung Sühne. Erlaubt ist nach dieser Auffassung auch die stellvertretende Sühne durch ein Tieropfer oder bei besonders schwerer Schuld durch ein Menschenopfer. Dieser Glaubensauffassung folgt auch Paulus in

Römer 3,25

Ihn (Jesus) hat Gott dazu bestimmt, Sühne zu leisten mit seinem Blut, Sühne, wirksam durch Glauben. (siehe auch Leviticus 16,12-15)

Hebräer 9,11-15 (Das einmalige Opfer Christi)
Christus aber ist gekommen als Hoherpriester der künftigen Güter; und durch das erhabenere und vollkommenere Zelt, das nicht von Menschenhand gemacht, das heißt nicht von dieser Welt ist, ist er ein für allemal in das Heiligtum hineingegangen, nicht mit dem Blut von Böcken und jungen Stieren, sondern mit seinem eigenen Blut, und so hat er eine ewige Erlösung bewirkt. Denn wenn schon das Blut von Böcken und Stieren und die Asche einer Kuh die Unreinen, die damit besprengt werden, so heiligt, dass sie leiblich rein werden, wie viel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst kraft ewigen Geistes Gott als makelloses Opfer dargebracht hat, unser Gewissen von toten Werken reinigen, damit wir dem lebendigen Gott dienen. Und darum ist er der Mittler eines neuen Bundes; sein Tod hat die Erlösung von den im ersten Bund begangenen Übertretungen bewirkt, damit die Berufenen das verheißene ewige Erbe erhalten.

Für Paulus ist Jesus das letzte Blutopfer, das gebracht werden musste. Wer nun sündigt, der wird nach christlichem Glauben erst am Tag der Auferstehung gerichtet.

Hebräer 10,26-28
Denn wenn wir vorsätzlich sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, gibt es für diese Sünden kein Opfer mehr, sondern nur die Erwartung des furchtbaren Gerichts und ein wütendes Feuer, das die Gegner verzehren wird. Wer das Gesetz des Mose verwirft, muss ohne Erbarmen auf die Aussage von zwei oder drei Zeugen hin sterben.

In der katholischen Kirche werden trotzdem noch heute Märtyrer als Heilige verehrt. Denn in Matthäus 10,39 steht:

Mt 10,39 (Matthäus 16,25, Lukas 17,33)
Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.

Es werden allerdings auch besondere Leistungen mit der Heiligsprechung gewürdigt. Der Märtyrertod ist nicht die Bedingung zur Heiligsprechung.

Auch im Islam wird dem Märtyrer das ewige Leben versprochen.

Zitat aus dem Koran:

4,75 Wer für die Religion Allahs kämpft, mag er umkommen oder siegen, wir geben ihm großen Lohn

Aber kann man Sünde sühnen, wenn man Leben zerstört?. Man hat doch damit das zerstört, was jener Schöpfer angeblich geschaffen hat. Man hat also sein Werk zerstört. Der Einzige, der durch ein Gesetz wie Auge um Auge, Zahn um Zahn besänftigt wird. ist vielleicht der Geschädigte. Aber doch nicht ein angeblich so intelligenter Gott.


 

Die Festschreibung archaischer Rechtsnormen

in den Buch-Religionen

Gemäßigte Kräfte sowohl im Islam, als auch im Christentum versuchen stets dieses Manko ihrer Religion durch selektive Zitate zu umgehen. In ihrer hierarchischen Organisationsstruktur sind diese Rechtsnormen jedoch ebenfalls festgeschrieben und werden mit dem Hinweis darauf, dass sie sich ja bewährt haben, beibehalten. Deshalb werden Frauen sowohl in der katholischen Kirche als auch im Islam bis heute nicht als Priester zugelassen. In islamischen Staaten, die von Mullahs regiert werden, gilt wieder oder immer noch die Scharia. Man macht sich gar nicht bewusst, dass man mit den Frauen die Hälfte der Menschheit diskriminiert. 

Hier noch einige Beispiele aus dem Koran:

4,4 Nehmt nur eine, zwei, drei, höchstens vier Ehefrauen. Fürchtet ihr auch so noch, ungerecht zu sein, nehmt nur eine Frau oder lebt mit Sklavinnen (die unter Eurer Hand, eurem Rechte stehen), die ihr erwarbt.

4,16 Wenn eure Frauen sich durch Unzucht vergehen und vier Zeugen aus eurer Mitte bezeugen dies, dann kerkert sie in eurem Hause ein, bis der Tod sie befreit

5,39 Einem Dieb und einer Diebin haut die Hände ab

Und einige Beispiele aus der Bibel

Deuteronomium 25,1-3 (Die Prügelstrafe)
Wenn zwei Männer eine Auseinandersetzung haben, vor Gericht gehen und man zwischen ihnen die Entscheidung fällt, indem man dem Recht gibt, der im Recht ist, und den schuldig spricht, der schuldig ist, dann soll der Richter, falls der Schuldige zu einer Prügelstrafe verurteilt wurde, anordnen, daß er sich hinlegt und in seiner Gegenwart eine bestimmte Anzahl von Schlägen erhält, wie es seiner Schuld entspricht. Vierzig Schläge darf er ihm geben lassen, mehr nicht. Sonst könnte dein Bruder, wenn man ihm darüber hinaus noch viele Schläge gibt, in deinen Augen entehrt werden.

Deuteronomium 22,23-27 (Die Auflösung der Verlobung durch die Frau galt als Ehebruch und wurde mit dem Tod bestraft)
Wenn ein unberührtes Mädchen mit einem Mann verlobt ist und ein anderer Mann ihr in der Stadt begegnet und sich mit ihr hinlegt, dann sollt ihr beide zum Tor dieser Stadt führen. Ihr sollt sie steinigen, und sie sollen sterben, das Mädchen, weil es in der Stadt nicht um Hilfe geschrien hat, und der Mann, weil er sich die Frau eines andern gefügig gemacht hat. Du sollst das Böse aus deiner Mitte wegschaffen. (Anmerkung: Durch die Verlobung erwirbt der Mann das Anrecht auf diese Frau, daher wird dies wie ein Ehebruch bestraft. Die Frau durfte sich nach israelitischem Recht nicht ihren Ehemann aussuchen)

Deuteronomium 25,11-12
Wenn zwei Männer, ein Mann und sein Bruder, miteinander raufen und die Frau des einen hinzukommt, um ihren Mann aus der Gewalt des andern, der auf ihn einschlägt, zu befreien, und wenn sie die Hand ausstreckt und dessen Schamteile ergreift, dann sollst du ihr die Hand abhacken. Du sollst in dir kein Mitleid aufsteigen lassen.

Römer 7,1-3 (Unauflöslichkeit der Ehe durch die Frau)
Wisst ihr denn nicht, Brüder - ich rede doch zu Leuten, die das Gesetz (das Gesetz Moses) kennen -, dass das Gesetz für einen Menschen nur Geltung hat, solange er lebt? So ist die Ehefrau durch das Gesetz an ihren Mann gebunden, solange er am Leben ist; wenn ihr Mann aber stirbt, ist sie frei von dem Gesetz, das die Frau an den Mann bindet. Wenn sie darum zu Lebzeiten des Mannes einem anderen gehört, wird sie Ehebrecherin genannt; ist aber der Mann gestorben, dann ist sie frei vom Gesetz und wird nicht zur Ehebrecherin, wenn sie einem anderen gehört.

 

Der Glaube als Lebenselixier

Die Auffassung, dass der wahre Glaube zum Leben und im Neuen Testament (Markus 16,16 und Johannes 3,15) und im Islam sogar zum ewigen Leben führt, zieht sich wie ein roter Faden durch das Alte und Neue Testament. Man könnte auch sagen wie ein blutroter Faden (die Religionskriege im Alten Testament, die Offenbarung des Johannes im Neuen Testament). Wer so argumentiert macht den Glauben zum lebensnotwendigen Besitz. Hier steht Glauben nicht mehr für eine Meinungsäußerung.

Um die verheißenen Wohltaten zu erreichen, fordern die Vertreter der Religion bedingungsloses Vertrauen in ihre Verkündigung (Joh 20,29). Der Glaube steht damit nicht mehr zur Diskussion. Dies geht so weit, dass manche Gläubige religionskritische Literatur aus Angst nicht lesen. Ein echter Dialog ist dadurch nicht mehr möglich, denn der Gläubige empfindet den Andersgläubigen als latente Bedrohung seines Glaubens und damit seines Lebens bzw. seines ewigen Lebens und des Lebens seiner Kinder. Tolerant sind da nur jene, die zweifeln. Wohin dies führt kann man schon in den Büchern Mose nachlesen.

Numeri (4. Mose) 25,1-5

Als sich Israel in Schittim aufhielt, begann das Volk mit den Moabiterinnen Unzucht zu treiben. Sie luden das Volk zu den Opferfesten ihrer Götter ein, das Volk aß mit ihnen und fiel vor ihren Göttern nieder. So ließ sich Israel mit Baal-Pegor ein. Da entbrannte der Zorn des Herrn gegen Israel, und der Herr sprach zu Mose: Nimm alle Anführer des Volkes, und spieße sie für den Herrn im Angesicht der Sonne auf Pfähle, damit sich der glühende Zorn des Herrn von Israel abwendet. Da sagte Mose zu den Richtern Israels: Jeder soll die von seinen Leuten töten, die sich mit Baal-Pegor eingelassen haben.

Es führt also dazu, dass jene, die sich berufen fühlen als Werkzeug Gottes die Religion und damit ihr Leben zu verteidigen, auch in Friedenszeiten zum bewaffneten Kampf gegen Andersgläubige oder Atheisten aufrufen.

 

Der Mensch als Werkzeug Gottes

Ein Gedanke für den es eigentlich keine Begründung gibt, denn für die Schöpfung brauchte Gott offenbar niemand. Und es ist nicht einzusehen, wieso ein allmächtiger Gott Hilfe benötigt. Trotzdem taucht dieser Gedanke sowohl im Alten Testament, als auch im Neuen Testament auf. Und auch die Selbstmordattentäter im Islam bezeichnen sich als Werkzeug Allahs.

Hier ein Beispiel aus dem Alten Testament.

Richter 14:19

Und der Geist des Herrn kam über ihn (Simson); er ging nach Aschkelon hinab und erschlug dort dreißig Mann von ihnen, nahm ihnen ihre Kleider und gab die Gewänder denen, die das Rätsel gelöst hatten.

Simson hat hier eine Wette verloren und erschlägt, um seinen Wetteinsatz zu bezahlen, 30 Andersgläubige und dies, so die Meinung des Chronisten auf Geheiß des Herrn. Das Gebot „Du sollst nicht töten“ scheint für ihn nicht zu gelten. Gleiches Recht für alle? Dieser Grundsatz gilt hier offenbar auch nicht!

Apostelgeschichte 5,1-11 berichtet von dem mysteriösen Tod des Ananias und seiner Frau Saphira unter den wundertätigen Händen des Petrus (mehr dazu siehe "Der Kriminalfall Ananias und Sapphira").

Die Kreuzzüge, die Gottesurteile in der Zeit der Inquisition und nicht zuletzt die Inspiration der heiligen Schriften, alles wurde und wird damit begründet, dass Gott sich der Menschen als Werkzeuge bedient und diese Werkzeuge verkünden dann angeblich seinen Willen und sorgen auch für dessen Ausführung.

 

Die Problemlösung auf emotionaler Ebene

Da Religion sich meist auf eine jenseitige Welt bezieht, die naturwissenschaftlich nicht zu begründen ist, sondern mit dem Gefühl, der Tradition oder spiritueller Erfahrung begründet wird, werden dadurch vor allem Menschen angesprochen, die stark emotional sind. Solche Menschen tragen aber meist auch ihre Konflikte auf emotionaler Ebene aus. Etwas, das nur emotional begründet ist, kann auch nur emotional verteidigt werden, also erst mal mit Beschimpfungen. Viele versuchen damit ihre Argumentationsschwäche zu verdecken. Wenn das nichts hilft, werden sie gewalttätig. Siehe hierzu Wie Jesus die Feindesliebe praktiziert oder wer anderen droht, der schlägt auch zu!

 

Toleranz - in vielen Religionen ein Fremdwort

Die selbst ernannten Stellvertreter Gottes haben oft ein klares Feindbild. Ihr Feind ist der Andersgläubige. Folglich kennen sie in Glaubensdingen keine Toleranz. Dies zeigt sich auch bei der von allen Evangelisten bezeugten Tempelreinigung durch Jesus (Johannes 2:13-17, Matthäus 21,10-17; Markus 11,15-19; Lukas 19,45-48).

Hier noch einige Beispiele aus dem Koran:

4,75 Wer für die Religion Allahs kämpft, mag er umkommen oder siegen, wir geben ihm großen Lohn

4,89 Schließt daher eher kein Freundschaftsbündnis mit ihnen [den Ungläubigen], als bis sie Allahs Weg einschlagen. Weichen sie aber ab, so ergreift und tötet sie, wo ihr sie auch finden mögt, und nehmt keine Freundschaft und Unterstützung von ihnen an.

4.105 Und seid nicht säumig in Suche und Verfolgung eines ungläubigen Volkes

9,5 Tötet die Polytheisten, wo immer ihr sie findet!

9,41 kämpft mit Gut und Blut für die Religion Allahs

9,84 Wenn einer von diesen stirbt, so bete nicht für ihn und stehe auch nicht an seinem Grabe

16,91/92 wir bestrafen (...) auch die, welche den Koran als Lüge bezeichnen (oder nur teilweise annehmen)

25,53 darum gehorche nicht den Ungläubigen, bekämpfe sie vielmehr eifrig

4, 34 Die Männer stehen den Frauen in Verantwortung vor, weil Allah sie (von Natur vor diesen) ausgezeichnet hat und wegen der Ausgaben, die sie von ihrem Vermögen (als Morgengabe für die Frauen?) gemacht haben. Und die rechtschaffenen Frauen sind (Allah) demütig ergeben und geben acht mit Allahs Hilfe auf das, was (den Außenstehenden) verborgen ist. Und wenn ihr fürchtet, daß (irgendwelche) Frauen sich auflehnen, dann vermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie! Wenn sie euch (daraufhin wieder) gehorchen, dann unternehmt (weiter) nichts gegen sie! Allah ist erhaben und groß.

Wir werden den Gedanken der Toleranz nur bewahren können, wenn der Rechtsgrundsatz "Keine Toleranz gegenüber Intoleranz" mehr Geltung erhält. Die Religion spaltet die Gesellschaft. Das Schlimme ist, dass hier keine Einigung auf sachlicher Grundlage möglich ist. Daher sollte wenigstens jeder wissen, dass das was er glaubt auch ein Phantasiegebilde sein kann. Der Zweifel ist der Freund der Toleranz.

 

Der gewalttätige Gott

als Orientierung für menschliches Handeln

Hier nur einige Beispiele, die zeigen, welche Antworten wir auf die folgenden Fragen aus der Bibel herauslesen können:

Ist Gott ein Gegner von Gewalt, Krieg, Folter und Verstümmelung, also ein Gott der Liebe?

2.Mose 32.27

So spricht der HERR, der Gott Israels: Ein jeder lege sein Schwert an die Hüfte! Geht im Lager hin und zurück, von Tor zu Tor, und erschlagt jeder seinen Bruder und seinen Freund und seinen Verwandten!

1. Sam. 15. 3

Gott sprach: Nun zieh hin und schlage Amalek! Und vollstreckt den Bann an ihnen, an allem, was es hat, und verschone ihn nicht, töte Mann und Frau, Kind und Säugling, Rind und Schaf, Kamel und Esel!

Sam 18, 26-27

Die gesetzte Frist war noch nicht um, als David sich auf den Weg machte und mit seinen Leuten zog; er erschlug zweihundert von den Philistern, brachte ihre Vorhäute zum König und legte sie vollzählig vor ihn hin, um sein Schwiegersohn zu werden. Und Saul gab ihm seine Tochter Michal zur Frau.

2. Mose 23, 23

Ja, mein Engel wird vor dir hergehen und dich bringen zu den Amoritern, Hetitern, Perisitern, Kanaanitern, Hiwitern und Jebusitern, und ich will sie vertilgen!

Ist Gott ein Freund der Kinder, der Sanftmütigkeit und Gerechtigkeit, also ein Gott der Liebe?

2. Mose 12, 29

... Und zur Mitternacht schlug der HERR alle Erstgeburt in Ägyptenland vom ersten Sohn des Pharao an, der auf seinem Thron saß, bis zum ersten Sohn des Gefangenen im Gefängnis und alle Erstgeburt des Viehs. Da stand der Pharao auf in derselben Nacht und alle seine Großen und alle Ägypter, und es ward ein großes Geschrei in Ägypten; denn es war kein Haus, in dem nicht ein Toter war.

Hosea 14,1

Samaria wird büßen, denn es ist widerspenstig gewesen gegen seinen Gott. Sie werden durchs Schwertfallen, ihre Kinder werden zerschmettert und ihre Schwangeren aufgeschlitzt.

2. Mose 34,7

Gott, der die Schuld der Väter heimsucht, an den Kindern und Kindeskindern, an der dritten und vierten Generation.

Ist Gott gegen Massenvernichtungsmittel und Folter, also ein Gott der Liebe?

Offenbarung 9, 2 - 6

Und er öffnete den Schacht des Abgrunds. Da stieg Rauch aus dem Schacht auf, wie aus einem großen Ofen, und Sonne und Luft wurden verfinstert durch den Rauch aus dem Schacht. (Ex 19,18; Gen 19,28; Joël 2,10) Aus dem Rauch kamen Heuschrecken über die Erde, und ihnen wurde Kraft gegeben, wie sie Skorpione auf der Erde haben. (Ex 10,12) Es wurde ihnen gesagt, sie sollten dem Gras auf der Erde, den grünen Pflanzen und den Bäumen keinen Schaden zufügen, sondern nur den Menschen, die das Siegel Gottes nicht auf der Stirn haben. (Ex 10,15; Ez 9,4) Es wurde ihnen befohlen, die Menschen nicht zu töten, sondern nur zu quälen, fünf Monate lang. Und der Schmerz, den sie zufügen, ist so stark, wie wenn ein Skorpion einen Menschen sticht. In jenen Tagen werden die Menschen den Tod suchen, aber nicht finden; sie werden sterben wollen, aber der Tod wird vor ihnen fliehen. (Ijob 3,21)

Offenbarung 14, 9 - 10

Ein anderer Engel, ein dritter, folgte ihnen und rief mit lauter Stimme: Wer das Tier und sein Standbild anbetet und wer das Kennzeichen auf seiner Stirn oder seiner Hand annimmt, der muß den Wein des Zornes Gottes trinken, der unverdünnt im Becher seines Zorns gemischt ist. Und er wird mit Feuer und Schwefel gequält vor den Augen der heiligen Engel und des Lammes. (Jes 51,17.22; Ps 75,9 G; Jer 25,15; Gen 19,24)

In den zehn Geboten heißt es zwar "Du sollst nicht töten", aber gelegentlich wird auch ein heimtückischer Mord vom Gott des alten Testaments belohnt.

4. Mose 25:6-9

Doch siehe! ein Mann von den Söhnen Israels kam, und er brachte eine Midianiterin in die Nähe seiner Brüder vor den Augen Moses und vor den Augen der ganzen Gemeinde der Söhne Israels, während sie am Eingang des Zeltes der Zusammenkunft weinten (wegen der Seuchentoten). Als Pinechas, der Sohn Eleasars, des Sohnes Aarons, des Priesters, es erblickte, stand er sogleich aus der Mitte der Gemeinde auf und nahm eine Lanze in seine Hand. Dann ging er dem Mann aus Israel in das gewölbte Zelt nach und durchstach sie beide, den Mann aus Israel und die Frau durch ihre Zeugungsorgane. Darauf wurde die schlagartige Plage von den Söhnen Israels abgewehrt. Und die Zahl derer, die an der schlagartigen Plage starben, belief sich auf vierundzwanzigtausend. (mehr zu Menschenopfern siehe Moses Teil 3 unter Bibelkritik)

Richter 5:20-27

Vom Himmel her kämpften die Sterne, von ihren Bahnen aus kämpften sie gegen Sisera. (Gemeint ist ein Eingreifen Jahwes durch ein Unwetter). Der Bach Kischon schwemmte sie fort, der altberühmte Bach, der Bach Kischon. Meine Seele soll auftreten mit Macht.  Damals stampften die Hufe der Pferde im Jagen, im Dahinjagen der Hengste. Ihr sollt Meros verfluchen, spricht der Engel des Herrn. Mit Flüchen flucht seinen Bewohnern; denn sie kamen dem Herrn nicht zu Hilfe, zu Hilfe dem Herrn unter den Helden. Gepriesen sei Jaël unter den Frauen, die Frau des Keniters Heber, gepriesen unter den Frauen im Zelt. Er hatte Wasser verlangt, sie gab ihm Milch, in einer prächtigen Schale reichte sie Sahne. Ihre Hand streckte sie aus nach dem Pflock, ihre Rechte nach dem Hammer des Schmieds. Sie erschlug Sisera, zermalmte sein Haupt, zerschlug, durchbohrte seine Schläfe. Zu ihren Füßen brach er zusammen, fiel nieder, lag da, zu ihren Füßen brach er zusammen, fiel nieder. Wo er zusammenbrach, da lag er vernichtet.

Theologen werden hier natürlich einwenden, dass dies eine einseitige Darstellung der Bibel ist. Stimmt! Aber jene Lesart, die nur den liebenden, gnädigen, barmherzigen und aufopferungsbereiten Gott herausstellt ist ebenso einseitig. Aus der Bibel lässt sich eben jede Handlungsweise begründen und es kann daher keine ethische Norm aus ihr abgeleitet werden.

 

Der "Zeitgeist" - manchmal humaner als "Gottes Wort"

Die Bibel bzw. der Koran wären kein Wort Gottes, wenn ihre ethischen Normen nur den jeweiligen Zeitströmungen angepasst wären. Trotzdem ist unübersehbar, dass auch die ethischen Normen sich gewandelt haben und diese aus den religiösen Schriften neu interpretiert wurden und damit dem Zeitgeist angepasst wurden. Der so genannte "Zeitgeist" war dabei manchmal humaner als "Gottes Wort". Ein Beispiel dafür findet sich im alten Testament.

In Exodus 23, 20 - 24 (2. Mose 23,20- 24) wird dem Volk Israel folgendes verheißen:

Exodus 23,20-24

Ich werde einen Engel schicken, der dir vorausgeht. Er soll dich auf dem Weg schützen und dich an den Ort bringen, den ich bestimmt habe. Achte auf ihn, und hör auf seine Stimme! Widersetz dich ihm nicht! Er würde es nicht ertragen, wenn ihr euch auflehnt; denn in ihm ist mein Name gegenwärtig. Wenn du auf seine Stimme hörst und alles tust, was ich sage, dann werde ich der Feind deiner Feinde sein und alle in die Enge treiben, die dich bedrängen. Wenn mein Engel dir vorausgeht und dich in das Land der Amoriter, Hetiter, Perisiter, Kanaaniter, Hiwiter und Jebusiter führt und wenn ich sie verschwinden lasse, dann sollst du dich vor ihren Göttern nicht niederwerfen und dich nicht verpflichten, ihnen zu dienen. Du sollst keine Kultgegenstände herstellen wie sie, sondern sie zerstören und ihre Steinmale zerschlagen.

Diese Verheißung wird noch mal wiederholt in

Deuteronomium 7, 1 - 4 (5. Mose 7, 1 - 4)

Wenn der Herr, dein Gott, dich in das Land geführt hat, in das du jetzt hineinziehst, um es in Besitz zu nehmen, wenn er dir viele Völker aus dem Weg räumt - Hetiter, Girgaschiter und Amoriter, Kanaaniter und Perisiter, Hiwiter und Jebusiter, sieben Völker, die zahlreicher und mächtiger sind als du -, (Apg 13,19(1-26) Ex 23,20-33; 34,11-16; Ri 2,1-5; (1-2) 20,17f; Jos 10,40) wenn der Herr, dein Gott, sie dir ausliefert und du sie schlägst, dann sollst du sie der Vernichtung weihen. Du sollst keinen Vertrag mit ihnen schließen, sie nicht verschonen und dich nicht mit ihnen verschwägern. Deine Tochter gib nicht seinem Sohn, und nimm seine Tochter nicht für deinen Sohn! Wenn er deinen Sohn verleitet, mir nicht mehr nachzufolgen, und sie dann anderen Göttern dienen, wird der Zorn des Herrn gegen euch entbrennen und wird dich unverzüglich vernichten.

und erhält in Deuteronomium 20, 10 - 18 ihre endgültige Form

Deuteronomium 20, 10 - 18
Wenn du vor eine Stadt ziehst, um sie anzugreifen, dann sollst du ihr zunächst eine friedliche Einigung vorschlagen. Nimmt sie die friedliche Einigung an und öffnet dir die Tore, dann soll die gesamte Bevölkerung, die du dort vorfindest, zum Frondienst verpflichtet und dir untertan sein. Lehnt sie eine friedliche Einigung mit dir ab und will sich mit dir im Kampf messen, dann darfst du sie belagern. Wenn der Herr, dein Gott, sie in deine Gewalt gibt, sollst du alle männlichen Personen mit scharfem Schwert erschlagen. Die Frauen aber, die Kinder und Greise, das Vieh und alles, was sich sonst in der Stadt befindet, alles, was sich darin plündern läßt, darfst du dir als Beute nehmen. Was du bei deinen Feinden geplündert hast, darfst du verzehren; denn der Herr, dein Gott, hat es dir geschenkt. So sollst du mit allen Städten verfahren, die sehr weit von dir entfernt liegen und nicht zu den Städten dieser Völker hier gehören. Aus den Städten dieser Völker jedoch, die der Herr, dein Gott, dir als Erbbesitz gibt, darfst du nichts, was Atem hat, am Leben lassen. Vielmehr sollst du die Hetiter und Amoriter, Kanaaniter und Perisiter, Hiwiter und Jebusiter der Vernichtung weihen, so wie es der Herr, dein Gott, dir zur Pflicht gemacht hat, damit sie euch nicht lehren, alle Greuel nachzuahmen, die sie begingen, wenn sie ihren Göttern dienten, und ihr nicht gegen den Herrn, euren Gott, sündigt.

Bei dem Wort weihen handelt es sich um die so genannte Untergangsweihe, d. h. man opferte die Feinde Gott.

Richter 1,17
Juda aber zog mit seinem Bruder Simeon weiter. Sie schlugen die Kanaaniter, die in Zefat wohnten, weihten die Stadt dem Untergang und nannten sie Horma (Untergangsweihe).

Josua nahm diese Priesteranweisung so genau, dass er sogar gelegentlich auf das Plündergut verzichtete

Josua 6,21
Mit scharfem Schwert weihten sie alles, was in der Stadt war, dem Untergang, Männer und Frauen, Kinder und Greise, Rinder, Schafe und Esel.

Josua 11,11
Die Israeliten erschlugen alles, was in der Stadt lebte, mit scharfem Schwert und weihten es dem Untergang. Nichts Lebendiges blieb übrig. Die Stadt selbst steckte man in Brand.

Als es dann aber die ersten Schwierigkeiten bei der Eroberung gab (Richter 1, 29 - 34), verkündeten nun  die Priester:

Hier stellt sich auch die Frage, ob ein Gott, den es nicht gibt jemanden zu Fall bringen kann. Die Stelle ist ein klares Indiz dafür, dass die Priester Israels an die Existenz anderer Götter glaubten, aber eben nur einen Gott verehrten. Siehe auch Deuteronomium 4,19

Richter 2, 1-3

Der Engel des Herrn kam von Gilgal nach Bochim hinauf und sagte: Ich habe euch aus Ägypten heraufgeführt und euch in das Land gebracht, das ich euren Vätern mit einem Eid zugesichert hatte. Ich hatte gesagt: Ich werde meinen Bund mit euch niemals aufheben; aber ihr dürft keinen Bund mit den Bewohnern dieses Landes schließen, und ihre Altäre sollt ihr niederreißen. Doch ihr habt auf meine Stimme nicht gehört. Warum habt ihr das getan? Deshalb sage ich euch jetzt: Ich werde sie nicht vor euren Augen vertreiben, sondern sie sollen euch Widerstand leisten, und ihre Götter sollen euch zu Fall bringen.

Unter den Königen wurde das Volk Israel langsam sesshaft und auch toleranter. Unter Salomo wurden gegen den Willen der Priester Bündnisse mit anderen Völkern geschlossen. Salomo ließ viele seiner Feinde als Sklaven überleben, was ihm die Feindschaft der Priester einbrachte.

1. Könige 11, 4 - 13

Als Salomo älter wurde, verführten ihn seine Frauen zur Verehrung anderer Götter, so daß er dem Herrn, seinem Gott, nicht mehr ungeteilt ergeben war wie sein Vater David. Er verehrte Astarte, die Göttin der Sidonier, und Milkom, den Götzen der Ammoniter. Er tat, was dem Herrn mißfiel, und war ihm nicht so vollkommen ergeben wie sein Vater David. Damals baute Salomo auf dem Berg östlich von Jerusalem eine Kulthöhe für Kemosch, den Götzen der Moabiter, und für Milkom, den Götzen der Ammoniter.
 

Anmerkung: In Bezug auf die hier erwähnte Visionen stellt sich noch die Frage: Wie kamen diese Visionen, die ja offenbar nicht öffentlich verkündet wurden, den Priestern zur Kenntnis? Ein Tagebuch wird Salomo wohl kaum geführt haben, denn dies hätte jederzeit von seinen Gegnern verwendet werden können. Wenn man annimmt, dass Gott sich der Priester für diese Mitteilung bediente, dann war dies eine Warnung der israelitischen Priester zu jener Zeit als Salomo nicht nur für den Gott Israels Tempel errichten ließ, eine Warnung in ihrem eigenen Interesse. Hinzuzufügen ist noch, dass das Buch der Könige erst nach Salomos Tod geschrieben wurde. Also erst als die Prophezeiung in Erfüllung gegangen war.

Milkom: (Text korr. nach V. 5 und V. 33; H: Moloch.) Dasselbe tat er für alle seine ausländischen Frauen, die ihren Göttern Rauch- und Schlachtopfer darbrachten. Der Herr aber wurde zornig über Salomo, weil sich sein Herz von ihm, dem Gott Israels, abgewandt hatte, der ihm zweimal erschienen war (1 Könige 3,4-15; 9,1-9) und ihm verboten hatte, fremden Göttern zu dienen. Doch Salomo hielt sich nicht an das, was der Herr von ihm verlangt hatte. Daher sprach der Herr zu ihm: Weil es so mit dir steht, weil du meinen Bund gebrochen und die Gebote nicht befolgt hast, die ich dir gegeben habe, werde ich dir das Königreich entreißen und es deinem Knecht geben. Nur deines Vaters David wegen werde ich es nicht schon zu deinen Lebzeiten tun; erst deinem Sohn werde ich es entreißen. Doch werde ich ihm das Königtum nicht ganz entreißen; ich lasse deinem Sohn noch einen Stamm wegen meines Knechtes David und wegen Jerusalem, der Stadt, die ich erwählt habe.

Jener mysteriöse Zeitgeist wurde und wird also nicht nur durch eine Religion / Ideologie geprägt, sondern immer auch von herrschenden Persönlichkeiten. Wenn sie durch Gewalt an die Macht gekommen sind, neigen sie manchmal dazu dieses Erfolgsrezept beizubehalten. In solchen machtbesessenen Köpfen existiert dann oft die Vorstellung, dass die Gesellschaft mit physischer oder psychischer Gewalt auf gemeinsame Ziele festgelegt werden kann. Aber Gewalt verdeckt nur Meinungsunterschiede.

Jeder, der ohne Zwang entscheidet, urteilt aufgrund der Erfahrungen und dem in seinem Leben erworbenen Wissen. Da diese Entscheidungsgrundlage vom Lebensweg jedes einzelnen abhängt und dieser Lebensweg individuell verschieden ist, ist es eine Illusion zu glauben, dass die Menschheit je zu einer gemeinsamen Weltanschauung gelangt. Und dies ist auch nicht notwendig, denn der Friede in dieser Welt hängt nicht von einer gemeinsamen Weltanschauung ab, sondern von der Toleranz und Achtung mit der wir anderen begegnen. Die Friedfertigkeit einer Gesellschaft ist messbar an der Bereitschaft jedes einzelnen Mitglied zum Dialog mit Andersdenkenden, an  Bereitschaft andere Meinungen neben der eigenen zu akzeptieren und sie ggf. auf sachlicher Grundlage auszudiskutieren, ohne Angst vor Konsequenzen haben zu müssen.

Die oben genannten Bibelstellen sind der Einheitsübersetzung entnommen.

Die Zitate aus dem Koran sind der Koran-Übersetzung von Ullmann/Winter (Goldmann, 1990)
und der Koran-Übersetzung von Lazarus Goldschmidt (Komet, 1920) entnommen.
Zur nachträglichen Kontrolle wurde die Übersetzung der Global Islamic Software
Company (Topware, 1997) herangezogen. Zur Ethik des Islam siehe 

http://www.schulfach-ethik.de/Stichwort/islam.htm

Siehe auch das Kapitel "Der Widerspruch von Glaube und Liebe" in dem Buch "Das Wesen des Christentums" von Ludwig Feuerbach, sowie das Buch des Theologen Prof. Dr. Lüdemann "Die Intoleranz des Evangeliums - erläutert an ausgewählten Schriften des Neuen Testaments" ISBN 3934920446 Verlag zu Klampen


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